Buchrezensionen

Hugo von Hoffmannsthal 1874-1929

Beitragvon rivus » So 19 Feb, 2012 09:13


TERZINEN ÜBER VERGÄNGLICHKEIT

Noch spür’ ich ihren Atem auf den Wangen:
wie kann das sein, daß diese nahen Tage
fort sind, für immer fort, und ganz vergangen?

Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt,
und viel zu grauenvoll, als daß man klage:
daß alles gleitet und vorüberrinnt

und daß mein eignes Ich, durch nichts gehemmt,
herüberglitt aus einem kleinen Kind
mir wie ein Hund unheimlich stumm und fremd.

Dann: daß ich auch vor hundert Jahren war
und meine Ahnen, die im Totenhemd,
mit mir verwandt sind wie mein eignes Haar,

so eins mit mir als wie mein eignes Haar.
rivus
Urgestein
Urgestein
 
Beiträge: 1900
Registriert: Sa 27 Sep, 2008 10:19
Eigene Werke
 

Zurück zu Bibliothek

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast