Gedichte, die gesellschaftliche oder politische Themen behandeln

Ausgespuckt

Beitragvon struktur-los » Mo 25 Apr, 2011 16:21


Heute fliegen Phrasen um den Erdball
Yippi Yippo lecker schmecken um Ecken
gedachte Berichte hier Berichte da trallala
Juheissassa und jeder Klick ein Fick schneller
schon vorbei die Hand im Verbot und der Fisch
badet auf Strandkartoffeln aus biologischem Anbau
bitte Hardware nutzen Sie sind eingeloggt und schon einen Stempel
aufgedrückt ein Ego killt die Deutsche Bahn AG fragt was würdest du mit der Bahncard machen
Sie sich schlauer reden sie schon über dritte und der Tsunami stürzte die Menschen die
wenn sie nicht wären nicht kotzen müssten auf atomare Auswürfe folgen Zudecken
von Steuerhinterziehung hat sich schon vorher angeboten Röcke zu tragen
ist Pflicht wenn man Badminton spielt jeder weiß dass der See kippt
auch ohne Spee kann man Stoffe waschen Money fehlt nicht
da wo es liegt hinter der Grenze sprechen die
auch nicht weniger Denglisch
speached jeder ganz
gehoben
kann man das
Wetter loben wenn
es zu heiß wird zwischen Drähten
und Schläuchen tasten Hände sich die Liebe herbei
fühlen sich frei genug um zu erstarren und Gott liebt jeden nebenbei
gesagt sollen Blutverdünner helfen wenn man zu hoch schwebt kann der Kurs
schnell fallen demokratisch auf diesen Steinen können Sie bauen auf Politiker weniger
ist manchmal mehr Clowns gibt es bei Mac Donalds schreien Kinder haben die Wahl für
den Delfin also grün oder yellow Strom brachte der Wind schon aus der Ferne nicht
von hier sagten die aus dem Bus und hatten nur einen Koffer dabei
einerlei hier kann man alles kriegen selbst
"Security & Love"
ohne aus dem Haus zu fallen.
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Re: Ausgespuckt

Beitragvon hirn » Di 26 Apr, 2011 01:13


strulo, Ausgespuckt, die dinge beim namen nennen, das scheint im gedicht programm zu sein. vorweg: will die gestaltung größtenteils ignorieren, erkenne beim besten willen keinen sinn daran, scheint mir willkürlich zu sein, from formfinden to formzwingen - whatever. den ton für's gedicht gibtst du selbst vor: Heute fliegen Phrasen um den Erdball / Yippi Yippo lecker schmecken um Ecken / gedachte Berichte hier Berichte da trallala / Juheissassa und jeder Klick ein Fick schneller so geht's los und da kann's dann auch schon wieder aufhören, weil sich die scheinbare kritik als genau das entpuppt was sie anprangern möchte: kulturindustrielle beliebigkeit. das wirkt so lieblos und uninspiriert hingeklatscht (like schreib dich oder ich fress dich gedicht!), wie dem auch sei, beim lesen fühl ich mich eher wie dienstagmorgens beim zappen - so richtig bei rum kommt nichts, die guten momente überzappt man ausversehen, oder werden von belanglosigkeiten a la werbung unterbrochen, oder man ist überrumpelt von too much information, die poetische erfahrung verkommt zum phänomen, das ganze bleibt widerpart zu dem was es eigentlich sein möchte. dem assoziativen sprung ist nicht zu folgen, teilweise stellt sich nichtmal flüchtigkeit ein, weil es in seiner beliebigkeit so wenig anwesend ist, was da steht.

momente wie Strom brachte der Wind schon aus der Ferne nicht / von hier sagten die aus dem Bus und hatten nur einen Koffer dabei an denen eindrücklichkeit zu gewinnen wäre, oder die eingebett im richtigen rahmen durchaus funktionieren könnten werden durch den folgenden reim und das vorangestellte irgendwie: den Delfin also grün oder yellow vollkommen ausgehebelt. bin leider weder aus dem haus gefallen noch aus dem häuschen, fühle mich nach dem lesen eher wie nach ein bisschen geschwätz: nichtssagend. das scheint mir nicht dein stil zu sein, das wirkt wie dahingerotzt, als wolltest du ein bisschen experimentieren und ein bisschen inspirationslosigkeit loswerden.

freundlich und wirklich gespannt auf neues, ganz anderes: hirn
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Re: Ausgespuckt

Beitragvon struktur-los » Mi 27 Apr, 2011 21:44


Hey hirn,

vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren. Du hast vollkommen Recht. Es sind wirklich nur ausgespuckte Phrasen, die ich dann zu diesem Knäuel zusammenwürfelte. Das ist mir nicht schwer gefallen und irgendwie tat das richtig gut. Die Form war vorerst miserabel und dann erkannte ich im Ansatz einen Pfeil – wie geil – der zeigte nach unten und so blieb ich halt dabei. Die Blase hat sich aus dem Rest einfach ergeben. Ich sehe das so – der Pfeil symbolisiert die Richtung, in die der Inhalt weist und die Blase – ja, darin sammelt sich dann der ganze Bullshit und zerplatzt auch schon, nachdem ihr Inhalt dem Leser übergeben wurde bzw. nachdem der Leser sich bzw. den Inhalt übergeben hat… oder so ähnlich. Bild

Ehrlich gesagt, hatte ich kein gutes Gefühl beim Posten dieses Gedichtes, weil es mir tatsächlich selbst nicht besonders zusagt – es hat weder einen eigenen Rhythmus noch gleiten die einzelnen Bilder klanglich ineinander, wenn sie auch wörtlich ineinandergreifen, sich sozusagen etwas vermischen.

momente wie Strom brachte der Wind schon aus der Ferne nicht / von hier sagten die aus dem Bus und hatten nur einen Koffer dabei an denen eindrücklichkeit zu gewinnen wäre, oder die eingebett im richtigen rahmen durchaus funktionieren könnten werden durch den folgenden reim und das vorangestellte irgendwie: den Delfin also grün oder yellow vollkommen ausgehebelt.


… da habe ich tatsächlich auch gegrübelt – passt irgendwie gar nicht so recht zum Rest des Textes und hätte in einem anderen sicher mehr Chancen, als das, was es eigentlich ausdrücken will, wahrgenommen zu werden. Schade eigentlich. Aber glaubst du, ich konnte meine Hand von der Maus nehmen und nicht den Absenden-Button bedienen.?

Ok… ich werde mich beim nächsten Mal etwas mehr bemühen und das Würfeln lasse ich mal lieber.

Trotzdem – irgendwie hat‘ s Spaß gemacht. Bild ... Bild

Liebe Grüße
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