Gedichte, die gesellschaftliche oder politische Themen behandeln

Aw: kleine tode

Beitragvon Suyari » Mi 12 Jan, 2011 20:52


moin,

auf den ersten blick zu viele adjektive. der leser hat beim lesen zu wenig zeit, sich alles wirklich bildlich vorzustellen oder einfach nur gedanklich mitzukommen. vielleicht ist das gedicht zu komprimiert (geht das bei gedichten?!)...hm würde jedenfalls adjektive rausnehmen oder mehr "einfachen" text zwischen anspruchsvolle bilder packen.

die struktur erste zeile wird in der letzten wiederholt ist bekannt aber auch nicht unbedingt schlecht.

interpretationsmäßig schwierig. spontan fällt mir dazu ein mann ein, der gerade angefahren wurde und die im gedicht geäußerten dinge sind seine (letzten?) blitzgedanken/-impressionen. dazu würde der titel aber nicht wirklich passen.

insgesamt nicht schlecht aber auch nicht herausragend.
sy.

Für diesen Beitrag hat der Autor Suyari Empfehlungen bekommen
Antibegone (Mi 11 Mai, 2011 09:26)
Suyari
Neu
Neu
 
Beiträge: 37
Registriert: Fr 12 Dez, 2008 11:43
Eigene Werke
 

Aw: kleine tode

Beitragvon Anna Lyse » Fr 14 Jan, 2011 12:52


hey libkowsky,

finde dein gedicht hat nicht zu viele adjektive und zu komprimiert ist es auch nicht, ganz im gegenteil. mir gefällt es an sich ganz gut ich muss nur die ganze zeit daran denken dass ich "pissende engel bis zur abfahrt" schon mal gelesen habe, wo weiss ich nicht mehr. mir kommt grad die idee es könnte aus einem prosa stück gewesen sein. gegoogled hab ich schon aber da fand ich nix passendes, vielleicht wurde es ja anderweitig gelöscht oder mir ist es im traum erschieben, was auch immer. weisst du wovon ich spreche?

ansonsten ist das ganze vielleicht etwas zum schmunzeln, das ganze gedicht, mehr dann doch wieder nicht aber muss ja nicht sein.

tut mir leid dass ich hier keinen roman an kritik schreibe oder dass ich weder konstruktiv noch helfend an die sache ran gehen kann.

bis dahin und liebe grüße,
isa
"Er gangte aufs Dach und sprangte herunter vor lachend." -ruelfig
Benutzeravatar
Anna Lyse
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 700
Registriert: So 08 Nov, 2009 21:13
Eigene Werke
 

Aw: kleine tode

Beitragvon OlafmitdemTraktor » Fr 14 Jan, 2011 15:02


hallo suyari,

zu viele adjektive? wie viele adjektive sollte ein gedicht haben dürfen?

ich übersetze einmal für mich deine aussage dahingehend, dass du keine gedichte magst, welche mit einer anzahl von adjektiven (hier durchweg attribute) daherkommen, so wie es mein gedicht vormacht.
gebe dir aber recht, das kommt sehr berechenbar in der abfolge attribut plus substantiv. fast hat es den eindruck, es sei übertrieben.
"einfachen" text zwischen anspruchsvolle bilder nehmen - wie geht das?

nicht die struktur der ersten zeile wird wiederholt. die erste zeile wird wiederholt und bildet eine klammer.

danke fürs lesen und kommentieren.

hallo IsaG,

du erinnerst dich an die pissenden engel, gut erinnert. das gedicht ist eine überarbeitung aus einem hiesigen gedichtwettbewerb - oder war das noch im lyfo? -, von daher kommt es dir wahrscheinlich bekannt vor.
es steht hier unter libkowsky, weil ich zwischenzeitlich meinen olaf-account nicht aktivieren konnte.
das gedicht kommt schon recht verschlossen daher, so ist eine interpretation eher schwierig. man könnte schmunzeln, man könnte auch betroffen sein.
danke fürs lesen und kommentieren.
olafmitdemtraktor
OlafmitdemTraktor
Etabliert
Etabliert
 
Beiträge: 194
Registriert: Mo 22 Sep, 2008 20:22
Eigene Werke
 

Aw: kleine tode

Beitragvon Antibegone » Di 22 Mär, 2011 00:33


schmunzeln, nein. Lachen – ein Lachen, das irgendwie unecht ist, wenn überhaupt. Ein hohles Lachen über ein Geschehen „aus der ferne“, eigentlich gar nicht im Gedicht präsent, nur redundant als Rahmen um ein Bild herum, im Gedicht selbst hört man nur das „zuckende stöhnen“. Ein „weiterer tod“ impliziert die Sinnlosigkeit des Sterbens an der Stelle, eine Ersetzbarkeit desjenigen, der gestorben ist. Ich habe mich gefragt, ob du das Wort „tod“ wirklich doppelt brauchst – hier am Ende und im Titel –, es fungiert zwar wie ein innerer Rahmen, vl könntest du auch argumentieren, dass die Doppelung den Effekt gerade unterstreicht. Es liest sich nicht schön. Mir scheint das Gedicht zu kurz, um so schnell das gleiche Wort aufeinander folgen zu lassen. Geschmackssache, vermutlich. Oder ist dir kein besserer Titel eingefallen?
Da wäre der Bildbereich, der beinahe eine Flucht einzeichnen möchte. „vögel“, „engel“ „flügen“, „abfahrt“… du machst klar, dass es eben diese Flucht nicht gibt. Sie ist nur „angedacht“, „zertreten“, bleibt nur noch in die Ecke „pissen“. Der Mittelteil ist sehr dicht und eng, kompakt, ja. Gerade das passt zu der Ausweglosigkeit, zu dem „Schwären des Kopfes.“
Das macht die Ringkomposition so reizvoll. Das erste „das lachen der männer aus der ferne“ liest sich am Anfang anders als am Ende. Wegen des Zwischenteils. Dieses Lachen, das nur hohl klingen kann für jemanden, der es im Schwer Werden des Kopfes vergleicht mit einem Geschehen, was sich wie ein Kriegsschauplatz liest.

Be Gone.
Drehrassel: "Als Lyriker sollte man eine ahnende Checkung haben, von dem, was man da macht."
Benutzeravatar
Antibegone
Gegen Begonien
Moderator a.D.
 
Beiträge: 568
Registriert: Mo 21 Mär, 2011 22:27
Eigene Werke
 

Zurück zu Schmelztiegel

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron