von Antibegone » Di 22 Mär, 2011 00:33
schmunzeln, nein. Lachen – ein Lachen, das irgendwie unecht ist, wenn überhaupt. Ein hohles Lachen über ein Geschehen „aus der ferne“, eigentlich gar nicht im Gedicht präsent, nur redundant als Rahmen um ein Bild herum, im Gedicht selbst hört man nur das „zuckende stöhnen“. Ein „weiterer tod“ impliziert die Sinnlosigkeit des Sterbens an der Stelle, eine Ersetzbarkeit desjenigen, der gestorben ist. Ich habe mich gefragt, ob du das Wort „tod“ wirklich doppelt brauchst – hier am Ende und im Titel –, es fungiert zwar wie ein innerer Rahmen, vl könntest du auch argumentieren, dass die Doppelung den Effekt gerade unterstreicht. Es liest sich nicht schön. Mir scheint das Gedicht zu kurz, um so schnell das gleiche Wort aufeinander folgen zu lassen. Geschmackssache, vermutlich. Oder ist dir kein besserer Titel eingefallen?
Da wäre der Bildbereich, der beinahe eine Flucht einzeichnen möchte. „vögel“, „engel“ „flügen“, „abfahrt“… du machst klar, dass es eben diese Flucht nicht gibt. Sie ist nur „angedacht“, „zertreten“, bleibt nur noch in die Ecke „pissen“. Der Mittelteil ist sehr dicht und eng, kompakt, ja. Gerade das passt zu der Ausweglosigkeit, zu dem „Schwären des Kopfes.“
Das macht die Ringkomposition so reizvoll. Das erste „das lachen der männer aus der ferne“ liest sich am Anfang anders als am Ende. Wegen des Zwischenteils. Dieses Lachen, das nur hohl klingen kann für jemanden, der es im Schwer Werden des Kopfes vergleicht mit einem Geschehen, was sich wie ein Kriegsschauplatz liest.
Be Gone.
Drehrassel: "Als Lyriker sollte man eine ahnende Checkung haben, von dem, was man da macht."