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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon annabell » Sa 06 Apr, 2013 23:15


strukti:
Was könnte wichtiger sein?
Ich denke, dass sich unter diese zwei kleinen Wörtchen eben Alles, was bisher von den lieben Usern genannt wurde, subsumieren lässt. Sterben lernen, leben lernen, loslassen lernen, dem Genuß Raum und Dauer geben, ihn bewusst regulieren und organisieren. Von der Freiheit kosten, Liebe schenken und empfangen, Verantwortung zeigen, mehr noch, übernehmen, Zeichen streuen und offen sein, stets offen für die Fülle der sich ausströmenden Zeichen des Lebens und der Lebendigkeit in und um uns herum...alles Dinge(?), die sich im Widerschein des Todes brechen, meine ich.
Mal ganz davon ab, dass wir mit dem Tod das unwiderstehliche Drängen, Ziehen und Zerren der Zeit an unserer Eigen-Leiblichkeit vorwegnehmen, uns in ein Verhältnis zu uns selbst - zu unserer Anwesenheit hier und zu unserer Abwesenheit dort - setzen, was immer auch eine Hinwendung zur Transzendenz und Geschichtlichkeit nach sich zieht, diese ereignen, erahnen und von der Endlichkeit in die Über-die-Endlichkeit-hinaus-denken lässt.
Oder die Trauerverarbeitung, die, wenn sie gelingt, dass Leben bereichert und auf rechte Art und Weise das eigene Dasein und die Beziehung zum Anderen wertvoll macht, zu ihrem eigentlichen Recht verhilft.
Das Sterben als der grosse Sinnstifter, der Anlass zur Freude gibt und "die Zeit, die bleibt", so kostbar macht, dass es sich lohnt, über die Welt, ihren (teils wahnsinnigen Verirrungen, teils vor Schönheit sprachlos machenden) Betrieb und den je eigenen Ort eines handelnden Subjekts in ihr nachzudenken.
Das Leben könnte man aus dieser Perspektive, denke ich, einen "langsamen Tod" nennen.
Was könnte schwerer wiegen?
Sich der Gewöhnung entwinden und dem Erstaunen öffnen, immer wieder den lebendigen Toten in uns mundtot machen, indem wir ihn zum Sprechen bringen, Rede und Antwort und vor allem Taten von ihm verlangen, bevor ein langes Schweigen die Hände faltet, unsere Augen, unsere Ohren und jedes Zucken jeder gottverlassenen Nervenzelle nach Innen stülpt und Worte brabbeln lässt, die ihm, dem Zombie, im letzten, geschnappten Atemzug noch einmal festlich Lügen straft, "als ob nicht" er uns, sondern wir ihm eine Nase drehen würden.
Und diesmal auf immer.
Was könnte schöner sein?

klar, ne ganz schöne philosofaselei, die ich da rausgeknallt habe, das sehe ich ein. vielleicht bin ich eher einer, der - wie heideggers bruder einmal von sich behauptet haben soll - weiterhin eher viel soofen sollte, als zu philosophieren, aber, wenn man wie ich an geistigem meteoritismus leidet, kommt es über kurz oder lang zu flatulenzen. selbst meine oma nannte mich im kindesalter schon blähboy, was ich in jedem wortsinne verstanden wissen will ;)

Sterben Lernen, Strukti...in erster Linie für Eile keine Zeit haben, denke ich... dann in alle Richtungen horchen und, wie von Anfang an auch schon, die Lust! am aufrechten Gang beibehalten, die Körperpflege nicht vernachlässigen und die Nähe des Anderen suchen!

deswegen und weil ich den letzten, sehr regen lebenszeichen dieses forums meinen respekt entgegenbringen möchte, lasse ich den hier, ehem, mal ganz öffentlich los.

für einige interessierte, die sich tiefer in die materie einarbeiten möchten, folgende links:

http://www.wolfgang-kramer.net/vortraeg ... rnen-.html

http://www.amazon.de/Philosophieren-iko ... ds=taureck

http://de.wikibooks.org/wiki/Philosophi ... Einleitung

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/b ... 32528.html

und ein film, der dieses thema ganz ordentlich nicht aber ohne pathos bebildert, ist (wie könnte er anders heißen):
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeit_die_bleibt
Zuletzt geändert von annabell am Sa 06 Apr, 2013 23:29, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon struktur-los » So 07 Apr, 2013 18:30


Hey Annabell,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich editiere meinen Beitrag hiermit, da ich Leben(d) lerne.

Liebe Grüße
strukti
Zuletzt geändert von struktur-los am So 21 Apr, 2013 11:58, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon rivus » Mo 08 Apr, 2013 11:04


das eigene leben zu erobern
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon knistern » Mo 10 Jun, 2013 13:10


annabell hat geschrieben:sterben lernen


Das lernt jeder ! Zwingend ! Ohne Ausnahme !
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon knistern » Mo 10 Jun, 2013 13:14


Darüber wage ich nicht eine allgemeingültige Antwort zu geben.
Sehr hilfreich ist es gesund zu sein. Aber ich kenne Menschen die das nicht können.
Für diese gibt es zwingend andere Gewichtungen.
Deswegen ist zwischenmenschliche Zuwendung ein möglicherweise noch gültigerer Wert.
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon tortenlover » Sa 31 Aug, 2013 12:15


jeder stirbt.... doch vielleicht lernt nicht jeder es zu tun... ich denke doch da gibt es einen unterschied
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon sandkorn » Sa 31 Aug, 2013 12:31


Wie schwer ist es doch loszulassen. Ich denke, dass jeder von uns diese Erfahrung auf die eine oder andere Weise gemacht hat. Mit dem Sterben verhält sich das ähnlich oder genauso, ebenso ein Prozess des Loslassens, der einen im Laufe des Lebens "begleitet", bewusst oder wenn man es verdrängt, trotzdem unbewusst.
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon rivus » Fr 18 Jul, 2014 21:23


frieden finden in einer welt voller leid, gier, verblendung und hass
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Re: das wichtigste im leben?

Beitragvon vincent.vega » Sa 23 Sep, 2017 22:15


Gesundheit, Familie, Katzen, Familie und Gesundheit der Familie. Und die Katzen der Familie :D
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