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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Fr 13 Mär, 2015 09:32


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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon struktur-los » Sa 14 Mär, 2015 14:08


Berliner Halbmarathon am 29.03.15 - Es sind noch drei Startplätze zu vergeben. Noch schnell anmelden und Teil unseres Laufteams werden!
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Sa 14 Mär, 2015 21:01


schade .. ach, lauf schon eine heimstrecke, zwar ein tag zuvor ...
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Do 15 Okt, 2015 05:05


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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon vakuum » Do 15 Okt, 2015 10:57


hallo rivus, vielen DANK!!! (so viele Ausrufezeichen kann man gar nicht machen!) "...keinen Fußbreit der braunen Soße!", so schreibt einer der Kommentatoren zu Michael Bittners Beitrag. Meine Güte, das kann man gar nicht oft genug wiederholen. Was mich so derart aufregt, ist die Verlogenheit der braunen Klientel: Es geht nicht um Reihnheit der dt. Kultur, es geht NICHT darum, mit Volkes Stimme zu sprechen! Nein, wir haben in PEGIDA wieder eine Vereinigungsplattform all derer, die fest davon überzeugt sind, dass sie vom Leben eigentlich mehr zu bekommen hätten, dass ihnen vom Kuchen ein größeres Stück zustünde, dass sie nur deswegen in ihrem Leben an so mancher Stelle scheitern, weil "da oben" lauter Lügner und Versager sitzen. Das war die eigentliche Leistung von Goebbels und AH: Diese IMMER unzufriedenen Bevölkerungsanteile hinter sich zu bringen und ihnen dann in einem Terrorregime Macht über andere zu erteilen. Willfährigere Schlächter und Folterer kann man nicht finden als diejenigen, die ewig glauben, sie hätten einen besseren Platz an der Sonne verdient - und hätten ihn nur deshalb nicht, weil ihnen dieser von anderen ungerechtfertigterweise weggeschnappt worden sei (von den Juden, den Muslimen, den Ausländern schlechthin...). Was uns fehlt, ist weder Geld noch braune Gesinnung, sondern die Fähigkeit, sich selbst mit seinem Können oder auch Unvermögen etwas korrekter einzuschätzen und sich mit dem Platz im Leben zu begnügen, den wir uns individuell erarbeitet haben. Und ich möchte in keinem anderen Land der Welt leben (habe ich schon hinter mir - und weiß auch von daher, WIE GUT es uns in Deutschland geht). Aber der Krug geht ja bekanntlich so lange zum Brunnen, bis er bricht...steht uns sicherlich in Europa mal wieder bevor...Nochmals DANKE an Dich, Gruß, vakuum
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Sa 17 Okt, 2015 07:15


liebe vakuum, vielen dank für deinen interessanten beitrag und dein bekenntnis. ich habe mit meiner tochter vor nunmehr schon 1,5jahren das konzentrationslager in sachsenhausen besucht. so ein zeitzeugnis darf nie wieder passieren! mitgenommen habe ich das buch mutige menschen von christian nürnberger. dem wird ein zitat vorangestellt, das auch für die heutige zeit seine gültigkeit hat. "das wirklich irrationale und tatsächlich unerklärbare ist nicht das böse, im gegenteil: es ist das gute" imre kertész
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon vakuum » Sa 17 Okt, 2015 08:42


hallo rivus, das zitat von nürnberger lässt mir aber fast die tränen über die wangen rollen...wenn das gute das unerklärbare ist, dann wirkt alles sehr hoffnungslos. ich streike - ich will mir lieber einbilden, dass unsere spezies, wenn wir es richtig anpacken und uns immer wieder in all unserem tun hinterfragen, zu guten höchstleistungen ebenso imstande ist. und die müssen stattfinden, sonst entsteht ein elendes ungleichgewicht. wie sollen wir sonst einander als menschen noch ins gesicht sehen können?!
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Di 20 Okt, 2015 21:01


ach vakuum, ich verstehe das zitat als hoffnungsvoll, denn wenn unter den unmenschlichsten und grausamsten bedingungen noch gutes geschah, dann können wir alle noch hoffen, dass unsre spezies eine zukunft hat.
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Di 20 Okt, 2015 21:30


mir wird aber ganz mulmig, wenn ich jetzt per medien den skandal in dresden verfolge. was hat da akif pirinçci in dem kontext von konzentrationslagern für einen fürchterlichen satz formuliert? er bedauere, dass konzentrationslager nicht mehr im betrieb seien!

ich erinnere mich sofort an das nürnberger beschriebene ungeheuerliche und erlaube mir mal einen auszug aus dem vorwort von christian nürnbergers "mutige menschen" auszuwählen:

"...Meine erste Erinnerung an das Ungeheure ist eine kurze Filmszene in Schwarz-Weiß. Ich weiß nicht mehr , wann ich sie gesehen habe, ich weiß nicht mehr, wie der Film hieß, weiß nur, dass ich noch ein Kind war, und ich in dieser einzigen Szene eigentlich schon alles Wesentliche, was diese zwölf Jahre ausmachte, erfasst hatte. Die Szene zeigt, wie deutsche Uniformierte Hunderte von Juden - Männer, Frauen,Junge, Alte und Kinder - zu einem Bahnhof treiben und dort unter großem Geschrei die Menschen in fensterlose Vieh-Waggons stoßen, prügel, schubsen udn zusammenpferchen, bis jeder Waggon so voll ist, dass keine weitere Person mehr hineinpasst. In so einen berstend vollen Waggon steht eine Mutter, die ihr Kind zu sich hereinziehen will, ein kleines Mädchen, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt. Aber ein Uniformierter entreißt der Mutter das Kind, reicht es nach hinten weiter, die Mutter tobt, schreit, will aus dem Waggon springen, aber wird zurückgestoßen. Man sieht das Mädchen, das immer weiter nach hinten gedrängt wird, wie es zurückblickt auf die weinende, verzweifelte Mutter, die von mehreren kräftigen Männern am Absprung gehindert wird, bis andere die Klappe zu machen und den Wagen verriegeln. Dann stampft und zischt die schwarze Lok mit den todgeweihten Menschen in seinen Wagen unter Rauch- und Dampfschwaden aus dem Bahnhof. Das Kind verschwindet in der Menge. Es wird mit einem nächsten Zug in ein Vernichtungslager gebracht, aber in ein anderes, wohin seine Mutter unterwegs ist. Die beiden sehen sich nie wieder. Ein Herrenmenschen-Volk hatte alle anderen zu Untermenschen erklärt und die Juden zu Ungeziefer. Mutter-Kind-Beziehungen gibt es bei Ungeziefern nicht. Daher konnten die Männer sachlich und ungerührt, ohne Beanspruchung ihres Gewissens, die Mutter und das Kind auseinanderreißen, beide ihrem grausamen Schicksal überlassen, und zugleich konnten sie weiterhin liebende Ehemänner und zärtliche Familienväter bleiben, die selbst ihrem Hund oder ihrer Katze mehr Mitgefühl entgegenbrachten als dieser jüdischen Mutter und deren Kind. Das Ungeheuerliche dieser Zeit hatte ich in dieser einzigen Filmszene erfasst ..."

....
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon vakuum » Mi 21 Okt, 2015 10:22


hallo rivus,
nein, die hoffnung gebe auch ich nie auf. hier, in meinem kleinen, 700seelen-dorf, ist die hilfbereitschaft "unseren" asylbewerbern gegenüber beeindruckend. aber mich plagen bisweilen wirklich dunkle vorahnungen. und was zu befürchten ist: der mensch hat sich bisher noch allemal gesteigert in seinen auseinandersetzungen, den kriegen gegen die anderen. was wäre also dann zu erwarten?
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Mi 21 Okt, 2015 11:06


mich schaudert's. ich habe malevil von robert merle in meiner jugendzeit gelesen. steht uns wirklich eine postapokalyptische welt bevor? nach rush dozier wurde die zivilisation eigens nur dazu geschaffen, um sich vor den gefahren der natur und vor seinen artgenossen zu schützen. doch schaffte es genau diese zivilisation massenvernichtungsmittel herzustellen, um damit die zivilen lebensgrundlagen und die existenz der ganzen art zu bedrohen. dozier meinte, wenn ich mich richtig erinnere, dass wir nur eine chance haben zu überleben, wenn das rationale angssystem und das höhere kortikale denken (die hauptquelle von kunst, wissenschaft, zivilisation) das sogenannte primitive angstsystem in krisensituationen überwindet. aber selbst das sogenannte höhere kortikale denken versagt, wenn machtinteressen, die sicherung einer gruppenexistenz oder einer gruppenphilosophie wichtiger sind, als das überleben fremder gruppen.

und wieder habe ich das bild von martin luther king junior aus dem gefängnis von birmingham im kopf: da soll er gesagt haben: "vergesst nie, dass alles was hitler in deutschland tat, legal war." ach, die legitimation der bombenabwürfe in hiroshima und nagasaki zeigt wie es sogar regierungen möglich ist, greueltaten zu legalisieren!


nachdenklich, rivus

p.s.: ein hoffnungssiganl, was du da über deine 700seelengemeinde erzählst!!
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon Nachfrager » Mi 21 Okt, 2015 18:55


Man sollte nicht glauben, wie verroht wir schon sind. Ich vermute, dass allerhöchstens 20 Prozent der Deutschen derselben Meinung wie Heribert Prantl sind. Was sich da in Dresden tut, und das nicht erst seit letztem Montag, das ist so schlimm, dass ich bei meiner nächsten Auslandsreise jedes deutsche Wort vermeiden werde, obwohl ich die deutsche Sprache über alles liebe. Ich schäme mich einfach zu sehr, dass ich Landsmann dieser Leute bin, und eigentlich ist es unverständlich, dass die Menschen dort so wenig sich selbst achten. Aber Sachsen war schon immer sehr konservativ, und wir in Berlin nannten schon 1989 Dresden "die Hauptstadt der Bewegung".
woerterwelt.jimdo.com
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Do 22 Okt, 2015 10:10


ach, nachfrager, ich habe so ein gefühl schon einmal gehabt, als ich als junger mensch zu einem freundschaftlichen volleyballturnier als spieler einer deutschen (ddr)-betriebsvolleyballmannschaft in polen spielte. dort bemühte man sich gastfreundschaftlich besonders im kulinarischen bereich alles zu bieten, was gaumen, mund, augen betören könnte und doch pöbelten einige deutsche mitspieler beim abendlichen abschiedsessen gegen die qualität des angebotenen, obwohl sie wussten, dass in der zeit in polen auch gerade lebensmittel rar zu besorgen waren (80'er jahre). in meinem kopf lief auch ein fürchterlicher film gegen das deutsche hochmütige gebaren ab. ich konnte es nicht fassen wie unverblümt damit jede anstandsregel von gästen gegenüber bemühten gastgebern außer kraft gesetzt wurde. ich schämte mich ein deutscher zu sein!



dennoch, will ich mal, andre meinungen, die ich per medien dank eines hinweises erhalten habe, hier zum diskutieren reinstellen:

symbolisch:tattoos und mainz

Die wichtigsten Argumente in der Flüchtlingsdebatte


ach, ich erlebe in einem 20000seelenstädtchen mit dörflichem charakter und langgezogenen stadtteilen, das woche für woche 100flüchtlinge aufnimmt, zunehmende ängste und aggressionen von einheimischen. das stadtbild ändert sich. die bürgersteige werden nicht mehr hochgeklappt. die beiden kirchen (evangelisch, katholisch) platzen und können von einheimischen mitunter nicht mehr besucht werden, welches zu unmutsäußerungen aller coleur auch von eigentlich anständigen menschen führte. ich muss ständig diskutieren, um bei jugendlichen und erwachsenen gehör für toleranz zu finden und stoße, je mehr menschen kommen, auf immer weniger verständnis für die schicksale der bei uns schutz und bleibe suchenden. was noch fataler ist, befürchten viele ältere, ein heimliches einschleichen von sogenannten schläfern ...
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon vakuum » Do 22 Okt, 2015 10:52


hallo zusammen,
ja, traurig, dass wir solche debatten überhaupt führen müssen. ich bin hier intensiv eingebunden in die helferkreise zweier ländlicher gemeinden und begleite seit eineinhalb jahren die hier angekommenen syrischen, afghanischen und eritreischen flüchtlinge zusammen mit einer großen zahl weiterer über alle maßen engagierter mitbürger. aber auch wir mussten uns in dieser zeit von einem allzu großen optimismus verabschieden. es wird vermutlich erst einer zweiten generation gelingen, hier die schule und eine ausbildung zu absolvieren, gut deutsch zu lernen und freie jobwahl auf dem ersten arbeitsmarkt wahrnehmen zu können. das ist so. wer mit 40+ aus einem land kommt, dessen schulische oder auch berufliche ausbildung hierzulande nicht ohne weiteres anerkannt wird, fängt aus verständlichen gründen nicht noch einmal ganz neu an, zumal dies keine garantie für einen arbeitsplatz mit sich bringt. aber: es darf NIE wieder passieren, dass die erste generation keinen zugang zu unserer gesellschaft findet. damit wären in der tat wieder probleme mit der folgegeneration regelrecht vorprogrammiert. was also tun? das beste, was menschen immer tun können: freundschaften schließen. es ist im grunde so einfach - es beginnt mit gegenseitigem sich-einladen, gastfreundlich zueinander sein, feste gemeinsam feiern (hier findet kein dorffest ohne unsere flüchtlinge statt, wobei es auch hier böse stimmen gibt, das will ich nicht in abrede stellen). einige familien hier haben sich vor allem der jugendlichen eritreer so herzlich angenommen, dass diese in deren häuser ein und ausgehen wie familienmitglieder. da muss es keine besonderen schau-aktionen geben, die dann in der zeitung gebracht werden - die ganz normale herzlichkeit, mit der wir mit unseren bisherigen freunden umgehen, wirkt auch in diesem fall wunder - das wunder, dass die gäste den gastgeber wert schätzen und allein aus diesem grund alles in ihren möglichkeiten stehende unternehmen, um ihm dieses im positiven sinne vergelten zu können. problemlösung muss auf allerkleinster ebene beginnen - vom ich zum du, in unmittelbarem kontakt.
den möchte ich sehen, der sich dieser herzlichkeit und unbefangenheit entziehen kann, mit der andere kulturen, die noch nicht zugemüllt sind von der last eines fast übermenschlich anstrengenden arbeitslebens, durchs leben schreiten! mag sein, dass wir als nation viel geleistet haben und leisten - aber das allein zählt nicht. gemeinsame zeit mit denen zu verbringen, die uns am herzen liegen, haben wir fast verlernt - und da sollten wir uns durchaus nachhilfe geben lassen. in diesem sinne - bin stolz auf das forum! lg, vakuum
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Re: aktuelle zeitgeschehen

Beitragvon rivus » Fr 23 Okt, 2015 08:05


oh, danke vakuum für deine ganz persönlichen bezüge, die du uns hier offenbart hast! ich sage nur chapeau!! auch dein gedanke, nur über wirkliches begegnen& freundschaftliche beziehungen menschen wirklich kennenzulernen ist eine option, die viele vorurteile abbauen würde. aber ich befürchte, dass sich der harte kern, nachfrager sprach von 20% , vermutlich auf solche begegnungen nicht einlassen würde und wenn sie doch zustande kämen, vorurteile nur ihre bestätigung bekämen.

[ich habe als kind und heranwachsender zu ddr-zeiten auch das große glück gehabt, eine ukrainische offiziersfamilie kennenzulernen und habe dabei erst erfahren, wie sie von der sowjetischen militärobrigkeit drangsaliert wurde, weil sie sich zu sehr den lebensgewohnheiten der ddr angepasst hatte. inoffizielle freundschaften wurden nicht gewünscht, manchmal sogar hart bestraft. in diesem fall wurde seine familie zurück in die heimat geschickt und der offizier an die chinesische grenze versetzt, wo er auch starb. ich erinnere mich nur, je öfter wir uns begegneten, um so näher wuchs so etwas wie verständnis für die herzensangelegenheiten einer familie, die sich sehnlichst wünschte, so zu leben wie die hiesigen und doch dafür am ende einen blutigen preis bezahlen musste, obwohl es nach außen hin die sogenannte deutsch-sowjetische freundschaft gab, die, wenn sie vorgeschrieben wurde, nicht immer ehrlich war.]


in meiner heimatzeitung stand heute auch ein artikel, den ich uns lifoianern nicht vorenthalten möchte, weil er hoffnungsignale einer vernunft setzt, die zeigt, dass die ratio mit der brille der zivilcourage und mit dem mut zur ehrlichkeit auf die herausforderungen unsres von der flüchtlinsproblematik geprägten alltags reagiert.


das hörensagen im faktencheck

lifoianische morgengrüße
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