Gedichte, die gesellschaftliche oder politische Themen behandeln

Bahnhof Nachthalle

Beitragvon KrachKaff » So 22 Jul, 2012 19:27


Immerwieder finde ich dich
am Bahnhof zwischen Zügen,
vor Gleisen und einer Bank,
im Halbdunkel
vor Kummer kauernd.

Wer und was trieb dich dorthin?

Setz dich doch zu mir.
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon rivus » Sa 28 Jul, 2012 08:40


hallo krachkaff,
das stück ist sentimental und sentimentbeladen. die nachthalle birgt ein zwischenstation, die gerade am ort bahnhof, wo ein ankommen und abfahren die eigentliche norm ist, die begegnung in der anonymität ermöglicht. aus dem anonymen heraus gelingt und klingt die entscheidende aufforderung, die vielleicht jeder sich wünschen würde, der nur dort noch zuflucht findet. hier kann bahnhof nachthalle, ein weiser ort, ein synästhetischer ort, vielleicht neue weichen stellen oder hier könnte sogar einen dialog mit einem andren seelenverwandten als bahnhof nachthalle beginnen, wenn ja, wenn derjenige auch den andren neben sich wahrnehmen würde ....

fg
rivus

p.s.: wer vor kummer kauert, immerwieder oder ewig, weiß wohl nicht mehr weiter und ist verdammt allein, mit schweren gedanken, mit einer unermeßlichen qual. wie wird die wahl ausfallen? ist es gar die innere stimme, die hier einen versuch startet die lähmenden ambitendenzen auf die bank zu bringen, um eine andere standortbestimmung zu ermöglichen? oder ist es ein alter ego oder ein nachtgefährte der durch das "setz-dich-doch-zu-mir" etwas auflöst, auslöst, dem starren treiben eine antwort gibt, die hoffen und offen lässt, was noch im bahnhof nachthalle passieren wird?
Zuletzt geändert von rivus am Sa 28 Jul, 2012 23:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon struktur-los » Mo 30 Jul, 2012 23:21


Hi Krachkaff,

kommt mir so vor, als fände hier ein Lyr-Ich (s)ein Lyr_Ich, oder doch einen Seelenverwandten? Hm - auf jeden Fall (s)ein Spiegelbild. Wie auch immer - es wird sich durch die Betrachtung (s)einer Gefühlswelt seiner Situation bewusst.

Und - durch eine einzige Frage wird eine Lösung offenbart; wunderbar.

... ok, ist nur so ein Gedanke - vielleicht liege ich auch vollkommen daneben.

Setz dich doch zu mir - dieser Satz sitzt.

Ja, es gefällt mir.

Liebe Grüße
strukti
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon KrachKaff » Mi 01 Aug, 2012 18:56


hallo rivus,
wenn ja, wenn derjenige auch den andren neben sich wahrnehmen würde ....

der gedanke lässt doch auf ein tiefes verständnis, den gegenüber wahrzunehmen blicken. es freut mich, dass du dir die mühe gemacht hast, dich so mit dem text ausseinanderzusetzen.
ich liebe bahnhöfe vorallendingen bei nacht, ja du hast es schon gesagt, sie wirken wie ein weiser ort, es ist diese offenheit, die mich fasziniert, man trifft immerwieder menschen mit denen man sich unterhält, die putzkollennen mit ihren riesigen fahrzeugen und all das, ein schöner ort, vorallendingen bei nacht, ein ort von ewigkeit und ein ort an dem man früh zu essen bekommt.

hallo strukturlos,
dein gedankengang gefällt mir auch sehr gut, dieses du im du der spiegel im bild quasi, ist eine wirklich faszinierende angelegenheit.
es gibt ein buch von michael ende "der Spiegel im Spiegel", sehr empfehlenswert.


liebe grüße euch beiden
KrachKaff
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon El Machiko » Fr 03 Aug, 2012 01:43


Tja Hausaufgabenmachen soll ja die geburtsrate fördern. ( Ich bin noch nicht ganz Warm aber ich tu mal so als ob ich trozdem Ahnung hätte ;-)

Ich glaube der Text kann mehr, als nur öde am Bahnhoff frauen abgreifen. Man sollte ja nie vergessen wer nur halb so besoffen ist, ist ja auch nur halb so klar.
Warum berauscht man sich am Bahnhoff in so einem Romantieschen Ambiente?
Man sucht sich selbst.
Findet man sich in dem man seinen partner findet? Nein, leider findet man nur seinen Partner wenn man seinen partner findet. Allerdings ist der partner immer vor allem eins: Der eigene gegenpart. Genau das was man braucht um sich zu komplettieren.
Wer das begreift begreift vieleicht auch das es enorm wichtig ist, in sich selbst die Balonce zu finden.
Lustig finde ich dabei, das ich mich schon dabei beobachtete wie ich ein problem Löste in dem ich jemand anderem ganeu die antwort auf dieses problem gab, weil cih mich als der größere sah und ich vor stolz ihm nicht zugeben wollte das ich das selbe problem hatte.
Und als jemand der gerne zu allem eine antwort parat hat, muss man schon kretiv sein um ein unlösbares problem in sekunden zu lössen, was man schon seit einer ewigkeit nicht lösen konnte.
Perspektive ist alles meine freunde. Ja man muss im Leben Perspektive haben.

Nahe der Wall-Street in New York befindet sich ein Ghetto nahmens Bronx. Ende der 70er anfang der 80ger Ein Bronksenes oder eher Rostiges Ghetto welches mich stark an einen Dicken klumpen standart Haschisch errinert. In Soziallenfachkreisen würde man auch einfach ein beschissenes stück scheiße sagen. Hier am eintönigsten Ort der Welt sollte zwischen den Hässlichsten und trisstesten Wänden der Welt genau die Kunstform entstehen die dafür sorgen soll das alle grauen wände dieses Erde verschönert werden. Graffity. Tja warum entstand das und nebenbei auch noch der rest der HipHop kultur grade an diesem Ort. Zufall das am Hässlichsten Ort das schönste und farbenfroheste entsteht?
Nein. Nur das ergebniss einer Logischen Konsequenz.

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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon KrachKaff » Fr 03 Aug, 2012 13:59


hallo el machiko,
ich weiß nicht was ich zu deinem kommentar sagen sollte, außer, wie kommst du auf die bronx und die wall street ...
du liest ein mädchen hinein, nun könnte man auch so verstehen.

dennoch danke für den kommentar
und schöne grüße KrachKaff
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon El Machiko » Fr 03 Aug, 2012 16:29


Wie ich auf die Wall-street und die Bronx komme?
In deinem Text gibt es person A( Lyrisches Du): die vor Kummer Kauert und person B( Lyrisches ich): die anbietet das sich person A zu B setzt. Dies Lässt darauf schliessen das Person B in einer gefestigteren Position ist und Hilfe anbietet. Während hingegen person A anscheinend Hilfe benötigt. Ganz egal ob diese nun Hilfe möchte oder nicht. Man kann sich ja auch selbst helfen. Irgendwie schweif ich grade in meinen gedankengängen ab. Das ist dann auch mit der Bronx Passiert.
Ausserdem muste ich auch an diese umgebung wegen Bahnhöffen und Zügen denken.

Die Wallstreet ist die gefästigte person während das Ghetto hilfe benötigt.
Ich wollte meine gedankenausflüge mit hier einbringen weil zumindest ich glaube das das ein sehr interessantes Phänomen war. Ich bin zumindest davon Fasziniert. Und es passt in meinen Augen wunderbar zu deinem Text.
Auch wenn wiederum die Wallstreet wahrscheinlich einen fuck auf die Bronx gegeben hat. Aber ich denke allein die Tatsache das man als Gehtto asie gleich um die ecke vom größten Handelszentrum der Welt lebt muss einen unheimlichen unternehmer und tatendrang der dort lebenden armen menschen hervorgerufen haben. Is doch klar wenn man nix hat und Täglich dran vorbei geht. Man sieht dabei zu wie der Nachbar millionen schäffelt während man selber im aller übelsten dreck lebt.
Das fördert die kreativität.


Ok du hast mich ertapt. Ich habe ein Mädchen gesehen. Wahrscheinlich hätte ich als Frau einen man erkannt.
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon KrachKaff » Fr 03 Aug, 2012 18:41


ich versuche meine texte selbst nicht zu erklären; dennoch:
zumindest damit hast du recht, dass die vor kummerkauernde person für die andere nicht in der lage scheint mit ihren problemen selbst zurechtzukommen, und leiht ihr aus diesem grund ein offenes ohr.
der bahnhof ist ein bild, es steht für mich für eine durchgangsstation, ein in irgendwie unpersönlicher ort, an dem sich die zwei zu einem gespräch finden können/könnten, sie kennen sich schon in flüchtig, begegnen sich dort öfter, sie sind vielleicht aus verschiedenen gründen am selben ort gelandet und landen aus denselben verschiedenen gründen dort eben immerwieder was ein sich begegnen entweder erleichtert oder erschwert, je nachdem, was nach dem letzten satz passiert.
die stimmung am ende stößt mir allerdings etwas auf, da es irgendwo nicht das rüberbringt, was ich ausdrücken möchte, ich weiß aber noch nicht, ob ich das noch ändere oder eben nicht.

dein beispiel mit der bronx finde ich nun nicht ganz so treffend, auch wenn die s bahnstationen im newyork bild natürlich präsent sind, dennoch geht es dort um ganze viertel, die um massen von menschen, hier versuche ich zwei im fokus zu haben.

vielleicht sollte ich auch die verschiedenen positionen der beiden, die vielleicht garnicht so verschieden sind, noch herausstellen.
ja ich habe noch eineige arbeit bis ich besser geworden bin.

dennoch schöne grüße an dich nochmal
KrachKaff
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon Prunkbold » Fr 17 Aug, 2012 13:15


Ein Gedicht an einen Obdachlosen,
doch, hat was.^^
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Re: Bahnhof Nachthalle

Beitragvon KrachKaff » Sa 18 Aug, 2012 11:32


ich dachte die stimmung wäre sauberer, aber kann mich da auch irren, das passiert mir manchmal.

dennoch, danke für den komment und
gute grüße KrachKaff
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