Lyrik rund um das Thema Liebe

tiefenwärme

Beitragvon salome » Di 02 Aug, 2011 08:54


tiefenwärme


wie sich blindschleichen nachts zwischen den steinen
die nachglut alltäglicher sonne einverleiben,
so wandle ich traum in ein üppiges schwemmland,
das wir uns in stunden der wohllust erwarben,
und finde die mulde noch warm, die uns barg.
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Neruda (Di 02 Aug, 2011 17:49), rivus (Mi 03 Aug, 2011 08:27)
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Re: tiefenwärme

Beitragvon vorspieler » Mi 03 Aug, 2011 01:36


Guten Abend salome, :)

Ich habe eine Frage zu deiner Darbietung, die da wäre folgende. Das Konstrukt: wie sich blindschleichen nachts zwischen ... den steinen die nachglut alltäglicher sonne einverleiben

Ist es gewollt eine leicht plumpe Note einfließen zu lassen, roh sicherlich ja ?( doch. Du könntest es ja noch etwas schmückend und doch der selbigen Art inkorporieren :D.
An und für sich gut gelungen...... einiges hätte ich etwas anders umformt aber ich möchte mir nicht anmaßend begenen aber Gesamtbild.

wünsche einen schönen Abend oder auch guten Morgen


grüüüüüüüüüüüße
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Re: tiefenwärme

Beitragvon rivus » Do 04 Aug, 2011 00:32


hi salome,
mir gefällt deine tiefenwärme. meine annäherung als untierische blindschleiche ;) u. dann finde ich das: ein rezept für die nachliebe, für das erspüren von spuren des verlangens, unsrer dränge, das nachhinein verführt mich in die sprache deiner tiefenwärme. dieses nachkokonieren, dieses davon sich erwärmen können belebt doch gebliebene mulden. in so einem bett kann man sich getrost getröstet betten und sich mit wärtigen augenblicken umgeben, dass dieses barg, noch weiter birgt und uns bergen wird, wenn die oberflächen zu alltäglicher beziehungen zu kalt geworden sind oder das einsamen sich als nagetier der zeit zu sehr im gegenwärtigen eingenistet hat. diese archaische tiefenwärme lässt uns noch viel mehr ertragen und macht auch hoffnung, dass unsre traumkräfte ausreichen, um aus dem unbewußten seelenwärmendes zu schöpfen ...

gern assoziiert
lg, rivus
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Re: tiefenwärme

Beitragvon Antibegone » Do 04 Aug, 2011 16:31


Hallo Salome.

Die Gedichte, die ich bisher von dir gelesen habe, haben etwas „Harmloses“ und „Anrühriges“. Gerade mit diesen Traum- und Sternmotiven, den „flaumfedergesten“. Dabei musst du aufpassen, dass es nicht zu zuckersüß wird. Nicht dass ich etwas gegen empfindsame Lyrik hätte oder bestimmte Motive. Es wird dann zum Problem, wenn es das einzige bleibt, was das Gedicht ausmacht. Und die Motive unbestimmt bleiben.

Hier haben wir das Traummotiv, verstrickt mit einem Motiv der Geborgenheit (zwischen zwei Menschen). Das „üppige Schwemmland“ als Rückzugsort, den man sich zusammen geschaffen hat. Interessant der Zeitwechsel, ein (Neuauf)finden dieses Rückzugsortes, der einmal „barg“ also eine frühere Zeit beleuchtet, in der beide an diesem Ort waren, wobei die Frage ist, ob dies jetzt nicht mehr so ist, bei dieser Betonung.
Unbestimmt bleibt „traum“ (und dessen wandeln in diesen Rückzugsort). Könnte jedes andere Wort dort stehen. Gedanken – Erinnerung – Gefühle... was auch immer. Warum soll an dieser Stelle „traum“ stehen? Was ist das Spezifische am „traum? Auch „wohllust“ (soll ich hier an „wohl“ und „wollust“ denken?) heißt hier einfach nur: gutes Gefühl.
Was hat das Gedicht mehr als eine empfindsame Stimmung, melancholisch und träumerisch, eines Miteinanders?

Es grüßt,
Antibegone.
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Re: tiefenwärme

Beitragvon salome » Do 04 Aug, 2011 23:57


hallo vorspieler,
Ist es gewollt eine leicht plumpe Note einfließen zu lassen, roh sicherlich ja
als roh empfinde ich "einverleiben" eigentlich nicht, es ist mir mir einfach das richtige wort, um auszudrücken, dass die fußlosen blindschleichen die wärme tief in ihren leib aufnehmen, indem sie sich an die steine schmiegen...
vielen dank für dein interesse und die wohlwollende beschäftigung mit meinen zeilen.
liebe grüße, salome
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sehr schön assoziiert, rivus,
was soll ich da noch sagen außer: danke.
liebe grrüße salome
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hallo antibegone,
irre ich mich, oder lese ich hier in sehr vorsichtigen worten mehr oder weniger das gleiche, wie isa mir schon versucht, die ganze zeit beizubringen?
zu zuckersüß, empfindame lyrik, harmlos, anrührig, problem, wenn das das einzige bleibt,...
ich behaupte jetzt einfach mal, dass meine "empfindsame lyrik" nicht nur harmlos (gelegentlich habe ich auch dagegen nichts) ist, auch wenn sie (meist) sanft und melodisch daherkommt. Anscheinend gibt es aber einige vokabel, die sofort den anschein von oberflächlichkeit erwecken.
zum konkreten text: tiefenwärme
eigentlich soll er von der sehnsucht handeln.
bllindschleichen suchen nachts zwischen steinen deckung und einen rest der gespeicherten sonnenwärme; parallel zum blindschleichen "traumwandelt" LI, warum soll es nicht traumwandeln an der grenze zum schlaf oder im schlaf halbbewusst oder unbewusst, instinktiv und mit traumwandlerischer sicherheit, die mulde finden, sie noch warm finden, auch wenn LD gerade nicht oder nicht mehr oder nie mehr da ist /sein wird.
Unbestimmt bleibt „traum“ (und dessen wandeln in diesen Rückzugsort). Könnte jedes andere Wort dort stehen. Gedanken – Erinnerung – Gefühle... was auch immer. Warum soll an dieser Stelle „traum“ stehen?
tiefenwärme
so wandle ich traum in das üppige schwemmland,
LI wandelt, nicht der traum; angelehnt an die zusammengesetzten verben traumwandeln oder schlafwandeln - würde dir "so traumwandle (schlafwandle) ich..." besser gefallen oder gehts um das "verbotene" wort traum. von gedankenwandeln, erinnerungswandeln oder gefühlswandeln habe ich noch nie gehört, natürlich könnt man das als neologismus erfinden, aber der traum mit seinen unbewussten elementen, seinem rätselhaften sog zu unserem verborgenen sein, ist hier doch viel aussagekräftiger. mir gefällt auch, wie oben schon angesprochen, die parallele zum blindschleichen, wenn man sich nicht auf das den augen sichtbare sondern auf vorsichtg erfühlbares verlässt, den eigenen gefühlen traut.
auch die mischung aus wohl und wollust gfällt dir nicht? dabei geht das heute schon wieder überholte wort wollust auf eben jene wohllust zurück, ich wollte damit geistig-seelische wie auch sexuelle aspekte ansprechen.
Was hat das Gedicht mehr als eine empfindsame Stimmung, melancholisch und träumerisch, eines Miteinanders?
ist das nicht genug, ein gefühl, eine stimmung so auszudrücken, dass sie gestalt annimmt.
liebe grüße, salome
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Re: tiefenwärme

Beitragvon vorspieler » Fr 05 Aug, 2011 00:15


abend,

ok na dann bin ich vergangen geistig rechts rangefahren aber nur eigentlich, nicht wirklich oder vllt. doch, ich schlaf ne nacht drüber ;)
ich werde dir bei gelegenheit was übersenden ....


:flasche:

Grüße
Zuletzt geändert von vorspieler am Fr 05 Aug, 2011 00:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: tiefenwärme

Beitragvon Antibegone » Mi 10 Aug, 2011 22:34


Öhm. Ich will dir gar nichts beibringen. Weiß nicht, wie du auf eine solche Formulierung kommst.
Ich habe auch nichts gegen bestimmte Worte/ Vokabeln. Ich dachte, wenn ich sage, dass ich ebenso wenig etwas gegen bestimmte Motive hätte, läge dieser Analogieschluss nahe.
Und: Es ist mir kackegal, wovon dein „Gedicht eigentlich handeln soll“.

Aha. Wieso Traum als Bild für etwas zwischen Wachsein und Schlaf benutzen? Ich dachte, träumen tut mir gerade dann, wenn man schläft. Gibt mir Wiki übrigens Recht: „Ein Traum ist eine psychische Aktivität während des Schlafes und wird als besondere Form des Erlebens im Schlaf charakterisiert“
Wenn du schlafwandeln meinst, dann schreib das. Wenn du Tagträumen meinst, dann schreib das. „Traumwandeln“ scheint mir sowieso nur wegen des Wortspiels gewählt, weil „wandeln“ ja auch „verwandeln“ meinen kann.
Wenn du die Ethymologie eines Wortes kennst, warum es denn so aufschreiben? – Reicht es nicht, dass du es dann mit größerer Präzision verwenden kannst? Fändest du es geil, wenn ich jedes Mal Sachen wie Radixchen oder Fenestrer schreiben, nur damit ja auch klar wird, von was das Wort abgeleitet ist? (Was man programmatisch tatsächlich machen könnte, ist halt die Frage, was davon der Mehrwert ist)

ist das nicht genug, ein gefühl, eine stimmung so auszudrücken, dass sie gestalt annimmt.


Pfff, keine Ahnung. Das musst du in diesem Fall als Autor selbst wissen. Wenn dir das reicht, dann schreib doch zehntausend Gedichte, die sich alle gleich anhören –
Wenn ich etwas kritisiere, versuche ich nicht zu bewerten, sondern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich etwas entwickeln kann/ lässt, was meiner Meinung nach zu Textarbeit dazu gehört. --- Es gibt gelungene und nicht so gelungene „empfindsame Lyrik“. Nichts ist an sich schlecht.

Liebe grüße und einen schönen Abend,
Antibegone.
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Re: tiefenwärme

Beitragvon salome » Fr 12 Aug, 2011 19:21


hi antibegone,
Ich will dir gar nichts beibringen. Weiß nicht, wie du auf eine solche Formulierung kommst.
ist doch ganz einfach! du kennst doch die wendung "jemandem etwas schonend beibringen", oder? genauso kams mir vor.
Es ist mir kackegal, wovon dein „Gedicht eigentlich handeln soll“
schon klar!
Wieso Traum als Bild für etwas zwischen Wachsein und Schlaf benutzen? Ich dachte, träumen tut mir gerade dann, wenn man schläft. Gibt mir Wiki übrigens Recht: „Ein Traum ist eine psychische Aktivität während des Schlafes und wird als besondere Form des Erlebens im Schlaf charakterisiert“
Wenn du schon Wiki strapazerst, dann sieh doch bitte auch gleich mal unter "hypnagogie" und/ oder "hypnagogische halluzinationen" nach.
übrigens wundert es mich sehr, dass jemand, der von "ausgeschnitten" (präventiv )http://literatur-forum.info/strandgut/praventiv-t40530.html
schreibt und sich leichtfüßig über kohärenz von metaphern, grammatik und syntax
hinwegsetzt ein "traumwandeln" zwischen wachen und einschlafen nicht nachvollziehen können soll?
Das musst du in diesem Fall als Autor selbst wissen. Wenn dir das reicht, dann schreib doch zehntausend Gedichte, die sich alle gleich anhören –
wie kommst du darauf, dass sich gedichte, die gefühle und stimmungen umschreiben, alle gleich anhören?
ich verstehe ehrlich nicht, worauf du hinaus willst. womit soll / muss sich deiner meinung nach ein gedicht darüber hinaus beschäftigen, wodurch sich von "tagebuchprosa" abheben...?
Wenn ich etwas kritisiere, versuche ich nicht zu bewerten, sondern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich etwas entwickeln kann/ lässt,
ja, zeig mir bitte die möglichkeiten!


bisher lese ich aus deinen Worten lediglich ein in-frage-stellen von der wortwahl, gestaltung ... und vom text überhaupt

Was hat das Gedicht mehr als eine empfindsame Stimmung,..
erklärungen meinerseits scheinen nicht oder nur teilweise anzukommen
Es ist mir kackegal,..
.
Wenn du die Ethymologie eines Wortes kennst, warum es denn so aufschreiben? – Reicht es nicht, dass du es dann mit größerer Präzision verwenden kannst? Fändest du es geil, wenn ich jedes Mal Sachen wie Radixchen oder Fenestrer schreiben, nur damit ja auch klar wird, von was das Wort abgeleitet ist?
du beziehst dich hier auf "wohllust", nicht wahr?
die eigentliche Begründung scheinst du überlesen zu haben.

salome:
ich wollte damit geistig-seelische wie auch sexuelle aspekte ansprechen.

also wohlgefühl und lust gleichzeitig, ich finds nur irgendwie interessant, dass die ethymologie genau in diese richtung weist, wir heute aber einen ganz anderen begriff von wollust haben. Doch das ist dir wahrscheinlich wieder "kackegal".

da ist es doch besser, dich erklären zu lassen :) .
liebe grüße, salome
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Re: tiefenwärme

Beitragvon Antibegone » Sa 13 Aug, 2011 13:15


guten morgen,

uahhh, bin gerade aus meinem bettchen gestiegen und schon wieder alles grau draußen…
ah ja, da stört sich aber einer an meiner Wortwahl. Da benutzt man einmal ein Fäkalwort und schon wird es einem drei Mal vorgehalten. In meiner Lateinklasse musste man früher dafür 50 cents zahlen. Ich würde im Moment immer noch günstiger bei weggekommen sein als du :D

Ach so, ja das wollte ich auch noch sagen. Meine „Gedichte“ sind Momentaufnahmen. Ich kann ja froh sein, dass du die aus dem alten Lyfo nicht gefunden hast (wer weiß, was du zu „Sternenruhe“ und die erste Zeile: „Träum dich empor“ gesagt hättest). Gerade als Künstler kann ich in einem Moment das sagen und im nächsten etwas anderes. Mal ganz davon ab, dass ich dir nicht raten würde, so zu schreiben wie ich.
Und: Als Gedichtschreiber habe ich eine andere Rolle als als Kritiker. Oder meinst du, Kritiker müssten immer die besten Gedichte schreiben, um das Recht zu erwerben, etwas nicht so gelungenes bei anderen zu kritisieren?
Wer sagt dir denn, dass ich alles in meinen Gedichten gelungen finde?

bisher lese ich aus deinen Worten lediglich ein in-frage-stellen von der wortwahl, gestaltung ... und vom text überhaupt


Öhmmm, ich würde zwar „in-frage-stellen“ durch Kritisieren ersetzen.
Aber: Ja, das tue ich. Was sonst sollte ich als Kritiker tun?
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, welches Verständnis du eigentlich von Kritik hast. Natürlich können wir gerne Einzelheiten besprechen und vom 1000. Ins 10000. Hüpfen, was sicher auch Spaß macht – Aber vl. sagst du einfach mal ganz frisch, fromm und frei, was du dir überhaupt von einer Kritik erwartest?

Eine Möglichkeit ist es übrigens, vorzuschlagen statt „Wohllust“ lieber „Wollust“ zu schreiben, um dem (von mir subjektiv als übertrieben und unnötig empfundenen, weil das Wort auch ohne h dasselbe aussagt) Wortspiel zu umgehen. Inwiefern ist das für dich keine Möglichkeit?

Dubdidu,
Anti be Gone.
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Re: tiefenwärme

Beitragvon salome » Di 16 Aug, 2011 07:58


hi antibegone,
es ist nicht das fäkalwort an sich, es ist die herablassung und nichtachtung, die mir daraus entgegenschlägt, das finde ich einfach keine gute eröffnung für einen dialog.
Die rollen von gedicht-autor_in und kommentator_in kann ich schon auseinanderhalten und ich glaube, dass jemand gar keine eigenen gedichte schreiben (können) muss, um ein_e gute(r) oder sehr gute(r) kommentator_in zu sein.
ich denke lediglich, dass jemand, der/die selbst sehr kreativ im umgang mit worten, sprache... ist, mehr verständnis für kleine abweichungen (die begründet wurden) von der "normsprache" haben müsste / könnte.
Gerade als Künstler kann ich in einem Moment das sagen und im nächsten etwas anderes.
hier scheinst du allerdings die rollen etwas zu vermengen, denn du sprichst hier doch als "kritikerin", oder? damit untergräbst du irgendwie deine eigene glaubwürdigkeit, scheint mir.
Öhmmm, ich würde zwar „in-frage-stellen“ durch Kritisieren ersetzen.
ich finde "in-frage-stellen" hier viel präziser, denn du stellst in erster linie fragen, - suggestivfragen, als ob ich mich rechtfertigen müsste, warum ich welche worte verwende und welches thema und.... wähle und überhaupt...
die reaktion auf meine äußerungen hört sich für mich dann ziemlich abwertend an.
z.b.
"Pfff, keine Ahnung. Das musst du in diesem Fall als Autor selbst wissen. Wenn dir das reicht, dann schreib doch zehntausend Gedichte, die sich alle gleich anhören –
so stelle ich mir jedenfalls konstruktive textarbeit nicht vor und ich bin mir sicher, dass es zwischen uns auch ganz anders laufen kann.
ich sehe mich selbst auch nicht als kritikerin, sondern als kommentatorin, die herauszufinden versucht, was der / die autor_in wie ausdrücken möchte, ihr / ihm feedback gibt, was wie ankommt, mögliche schwachstellen aufzeigt, fragen stellt, wenn etwas unverständlich ist,... und sich bemüht, unterstützend, beratend zur seite zu stehn... ich sehe es nicht als meine aufgabe an, einem text, der mir aus welchen gründen auch immer persönlich nicht zusagt, seine berechtigung abzusprechen. es könnte ja sein, dass nur ich und vielleicht auch nur im moment keinen zugang dazu finde. ich muss gestehen, dass es mir hier mit vielen texten so ergeht, an die ich mich erst herantaste.... :)
genau das würde ich mir auch für den umgang mit meinen texten wünschen.
auch, dass man auf meine antworten, absichten, intentionen... eingeht und...
Eine Möglichkeit ist es übrigens, vorzuschlagen statt „Wohllust“ lieber „Wollust“ zu schreiben, um dem (von mir subjektiv als übertrieben und unnötig empfundenen, weil das Wort auch ohne h dasselbe aussagt) Wortspiel zu umgehen. Inwiefern ist das für dich keine Möglichkeit?
für mich drückt wollust eben nicht das gleiche wie wohllust aus, sondern ist einseitig auf körperlich-sexuelle aspekte ausgerichtet, während wohllust...
ach weißt du, ich komm mir schon ganz ganz blöd vor, immer wieder die gleiche leier aufzusagen. es ist mir unbegreiflich, dass du, die du selbst gekonnt mit worten jonglierst, diese nuancen nicht wahrnehmen solltest. denkst du das wäre unbedeutend oder "schädlich" für den text, oder wirkts affektiert auf dich, pathetisch oder.... was ...? warum ziehst du trotz wiederholter erklärungen gegen dieses stumme "h" zu felde? findest dus angesichts des themas tiefenwärme nicht nachvollziehbar, dass diese sich nicht nur aus oberflächlicher wollust speist?

übrigens stehe ich hier rede und antwort, während ich immer noch mit spannung darauf warte, was du zu sagen hast:

salome:
womit soll / muss sich deiner meinung nach ein gedicht darüber hinaus (empfindsame Stimmung...) beschäftigen...?
und warum überhaupt darüber hinaus...?


liebe grüße, salome
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Re: tiefenwärme

Beitragvon Antibegone » Di 16 Aug, 2011 20:23


Mir ist klar, dass du aufgrund bestimmter Worte einen bestimmten Gestus ableitest. Aber du kannst einfach nicht wissen, wie ich etwas sage. Dafür kennen wir uns zu wenig, salome ;)

, warum ich welche worte verwende und welches thema und.... wähle und überhaupt...


Joa, aber das ist doch auch interessant für die Besprechung.
Und was heißt hier denn Berechtigung absprechen? Hab net gesagt, das ist gar kein Gedicht. Habe es sogar Gedicht genannt.

Wo ist eigentlich dein Problem? Davon mal abgesehen, dass du meinst, meine Art etwas zu formulieren, sei herablassend/ abwertend?
Vielleicht kannst du ja mal meinen Kommentar in einem wohlwollenden Gestus lesen, anstatt eine grundlegende Feindseligkeit mir dir gegenüber anzunehmen. Vielleicht wäre damit der Diskussion etwas weiter geholfen. Denn so endet sie nur in … na ja, jedenfalls irgendwo weit, weit weg vom Text.

Und die Fragen, die ich gestellt habe, habe ich wohl bewusst an dich gestellt und nicht an mich; ich hab kein Plan, warum du sie an mich zurück stellst... oO Du musst wissen, was du mit deinem Gedicht willst. – Ich kann als Kritiker nur Fragen stellen, Impulse geben, Möglichkeiten aufzeigen, möglicher Weise neue Sichten/ Reflexionen eröffnen.

Dum di du. Niemand ist gegen dich. Ich schon gar nicht. Warum sollte ich? –
Antibegone.
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Re: tiefenwärme

Beitragvon salome » Mi 17 Aug, 2011 07:18


Hi antibegone,

wir können hier natürlich weiter haare spalten, doch was bringts?

wenn du fragst:
Was hat das Gedicht mehr als eine empfindsame Stimmung, melancholisch und träumerisch, eines Miteinanders?
suggeriert das doch etwas! nämlich dass diese stimmung zu wenig ist. da ist es doch nur natürlich, zurückzufragen: "inwiefern? was darüber hinaus?" zumal mir selbst ja nichts abgeht.
Pfff, keine Ahnung. Das musst du in diesem Fall als Autor selbst wissen. Wenn dir das reicht, dann schreib doch zehntausend Gedichte, die sich alle gleich anhören –
feindseligkeit lese ich nicht heraus, herablassung und natürlich sagt es indirekt, dass derartige gedichte überflüssig sind.

du schreibst selbst:
Wenn ich etwas kritisiere, versuche ich nicht zu bewerten, sondern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich etwas entwickeln kann/ lässt,
dieses ziel, liebe antibegone, hast du ganz klar verfehlt, denn wertfrei ist das nicht und die "weiterführenden möglichkeiten" erschöpfen sich in dem vorschlag statt wohllust wollust zu schreiben, ganz klar an der intention der autorin vorbei.
soviel als wertfreie rückmeldung darüber, wie du als "kritikerin" in diesem fall tatsächlich wirkst. ich weiß aus all dem, was ich bisher von dir gelesen habe, dass das eher ein einzelfall ist, du im allgemeinen sehr viel höflicher und feinfühliger agierst und sehr viel mehr auf die äußerungen der jeweiligen autor_innen einzugehen in der lage bist.
es verwundert mich schon, dass du als moderatorin eines forums, das mit durchschnittlich 2-3 posts pro tag ein sehr beschauliches leben führt, einem neuling gleich in doch recht harschem ton gegenübertrittst (wollt ihr lieber unter euch bleiben?) und das dann zu dessen / deren problem erklärst.
Wo ist eigentlich dein Problem? Davon mal abgesehen, dass du meinst, meine Art etwas zu formulieren, sei herablassend/ abwertend?
Vielleicht kannst du ja mal meinen Kommentar in einem wohlwollenden Gestus lesen, ...
vielleicht könntest du ja auch in einem wohlwollenden gestus schreiben?
kommunikation ist keine einbahnstraße, sondern sache von sender und empfänger...
Niemand ist gegen dich. Ich schon gar nicht. Warum sollte ich? –
dann ists ja gut :) .
liebe grüße, salome
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Re: tiefenwärme

Beitragvon Antibegone » Mi 17 Aug, 2011 14:45


Ich glaube, du verstehst falsch, was ich mit dieser Frage meine. Oder ich erkläre es nicht gut genug, das kann auch sein. Wie auch immer. Darüber braucht man sich nicht zu streiten.
Also. Ich habe dein Gedicht gelesen und kein „Mehr“ herauslesen können „als eine empfindsame Stimmung, melancholisch und träumerisch, eines Miteinanders“ – soweit erst mal. Das ist mein persönlicher Leseeindruck. Daraufhin habe ich dich gefragt, ob es nicht noch mehr gibt. Weil ich ja nicht weiß, was du mit dem Gedicht umsetzen wolltest. Kann ja durchaus sein, dass ich was überlesen habe, dass vielmehr Ebenen angedacht sind, Referenzen – Dinge, die zu übersehen sehr leicht passiert. Daher finde ich die Frage legitim, ob da nicht mehr drin ist in dem Gedicht. Ein Kommentar ist doch auch immer ein Verstehensversuch, wie jede Interpretation es ist. Ein letztendlich „Verstehen“ kann es nicht geben.
So, wenn du dann sagst, ein „mehr“ gibt es nicht in dem Gedicht, dann ist doch das als Antwort genügend. (Klar, ist es für mich als Leser schön, wenn mir ein Gedicht „mehr“ gibt. Aber das muss es nicht, um Gedicht zu sein. Ein Gedicht kann „gar nichts“ geben. Ein Gedicht muss gar nichts.) Daraufhin war nur meine Frage, ob – und nicht nur speziell auf dieses Gedicht bezogen – dir das ausreicht. Dir – nicht mir. Mir ist das egal – das ist das was sich für dich herablassend anhört. Schon klar. Aber das ist das, wo ich mich als Kritiker zurücknehme, weil es hier darum geht, was du von dem Gedicht willst. Da habe ich gar nicht mitzureden. Da wäre es anmaßend von mir dir zu sagen, dein Gedicht müsse ein „mehr“ haben. Wenn du dann sagst, eine reine Stimmung würde dir ausreichen, ist das auch als Antwort ausreichend. Das ist dann deine poetische Absicht. Da hab ich und kann ich auch wieder nichts mitreden.
Ich kann nur fragen und damit vielleicht reflektieren, über etwas, was dir noch nicht so klar war. Wenn ich eine große Ähnlichkeit zwischen deinen bisher geposteten Gedichten sehe, ist das meine Ansicht und mein Eindruck. Und ich finde es schon legitim zu fragen, ob das gewollt ist – oder mein Eindruck da täuscht. Es ist nämlich nicht meine Sache zu entscheiden, ob du auch mal andersartige Gedichte schreiben könntest (auch wenn es mich interessieren würde) - darum sage ich, ist es mir egal. Das, was du als Herablassung herausliest, ist nur meine Zurückhaltung gegenüber deinem Konzept.
Und wir können uns ja wohl darauf einigen, dass durch die schriftliche Kommunikation etwas Wichtiges wegfällt, das im Zwei- Augen- Gespräch noch einmal viel vermittelt: der Tonfall. Ohne diesen kann es eben oft zu Missverständnissen kommen.

Im Übrigen ist es doch verständlich sich mit den Kommentaren an Leute besonders viel Mühe zu geben, mit denen Textarbeit auch gut funktioniert. Nur dann lohnt sich meiner Meinung nach die investierte Zeit.
(Jetzt lies nicht heraus, dass ich damit meine, du würdest keine gute Textarbeit machen können. Aber ich habe einen – aus meiner Sicht – sachlichen Kommentar geschrieben, aus dem sich eben keine funktionierende Textarbeit entwickelt hat.) Vielleicht funktioniert es ja ein anderes Mal.

So, besser kann ich’s jetzt auch nicht erklären.
Es grüßt, Antibegone.
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Re: tiefenwärme

Beitragvon salome » Do 18 Aug, 2011 07:18


das, liebe antibegone,
klingt so aber schon ganz anders, nicht :) ? das habe ich beim besten willen aus deinen bisherigen posts nicht herausgelesen!

auch habe ich nie gesagt, dass da nicht mehr drin steckt, sondern mit einer gegenfrage geantwortet:
"ist das nicht genug...?"

natürlich gibts da mehrer ebenen, die gibts (bei mir) immer. rivus hat ja auch einiges angesprochen.

eine " empfindsame Stimmung, melancholisch und träumerisch, eines Miteinanders“
sehe ich darin eigentlich gar nicht, und der ansatz zur erklärung, worauf ich hinaus will (zugegeben ziemlich ungeschickt formuliert) wurde mit einem "es ist mir kackegal" vom tisch gefegt.

ich habe einmal ein gedicht von mir hier in verschiedenen ebenen zu erklären versucht, um ein bisschen zu zeigen, wie ich "ticke", werde das jetzt nicht wiederholen, weil ich grundsätzlich der ansicht bin, dass man die leser_in nicht allzu sehr gängeln sollte.

mein thema war die sehnsucht nach wärme und nach etwas bleibendem. das schwemmland kann hier als das in einer paarbeziehung gewachsene, aber auch viel weiter gefasst als etwas, das von jeder echten tiefen begegnung bleibt..., gesehen werden.
das ist der eigentliche schatz, der eiszeiten überdauern lässt: tiefenwärme


liebe grüße, salome :)
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