Optimistische, fröhliche Gedichte

wieder belebung

Beitragvon Niko1230 » Mi 27 Jan, 2010 13:53




wieder belebung


versammelt in der hirnschale
verloren und vereinzelt
dreigeteilte gedanken
ungleich zersetzt
ungleich gemieden und verstoßen

in den leib gezwängt
unverdaut verhärtet
viergeteilte hoffnung
zu möglichkeiten verworfen
am ende unbewegt

dann ein stift
geführt durch die nacht
auf löschpapier gesprochen
aus aug und herz tropft
ungewisses

damit hört es auf
und damit fängt es an



.
Die Selbstzerstörung findet im Geheimen
und trotzdem vor dem Leser statt.
(Günter Kunert)
Niko1230
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Re: wieder belebung

Beitragvon Friederich » So 31 Jan, 2010 23:13


Hallo Nico,

irgendwie ist es komisch, denn als ganzes entspricht dein Text nicht so ganz meinem Geschmack, aber einzelne Stellen finde ich absolut poetisch und richtig gelungen, sodass ich gerne etwas dazu schreiben würde.

Ich weiß, dass für dich sicher der ganze Text von Bedeutung ist und jede Zeile aus Autorensicht ihre Berechtigung hat. Aus meiner Sicht aber steigert sich der Text von der ersten Zeile, wo ich noch nicht so angetan bin, zum Ende hin, was dann ein richtiger poetische Lesegenuss wird (trotz oder in diesem Kontext aufgrund der Düsternis).

[...] hoffnung
zu möglichkeiten verworfen
am ende unbewegt

dann ein stift
geführt durch die nacht
auf löschpapier gesprochen
aus aug und herz tropft
ungewisses

damit hört es auf
und damit fängt es an



Wow! Dass die Hoffnung nicht mehr etwas umgibt, dass man anstrebt, sonder lediglich zu einer Möglichkeit von vielen wird, finde ich hier schön ausgedrückt. Der Stift, der durch die Nacht geführt wird ist als Metapher gelungen, noch mehr das Löschpapier, in das hier "gesprochen" wird, was als Vermischung von Wortfeldern gut getroffen ist. Das deutbare Ende rundet das ganze schön ab. Einzig "Aug und Herz" finde ich etwas "altmodisch" in diesem Kontext.

Ich hoffe, du kannst meiner teils sehr positiven, teils kritischen Ansicht etwas abgewinnen. Viele Grüße,

Friederich
L'avenir, on ne l'attend pas comme on attend le train. L'avenir, on le fait. (Georges Bernano)

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