Pessimistische Lyrik

Mimrose

Beitragvon wilma » Mi 29 Mai, 2013 18:33


Mimrose

ungläubig
mag ich dich
berühren
keinen kopf abreißen
doch meine hand
gereicht dir jäh zum streich
schon
ziehst du deine
blütenblätter
ein, allein nur
fasse ich
ins grün,
weiß nun
gibt es kratzer
wie von dornen
ohne rosen
rot
Nichts ist weniger ergründbar als die Komplexität und der Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen - und seien es Liebesbeziehungen
wilma
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Re: Mimrose

Beitragvon kokoschanell » Fr 31 Mai, 2013 13:27


hi wilma,

hatte erst nur bis weiß gelesen und fand das ende mit weiß sehr gut.
da ist jemand, der die existenz der mimose als solche ( ruhig auch bildlich für einen menschen) nicht glauben kann.
wohlwollend berührt der prot die mimose aus neugier, faszination, aber nicht um zu zerstören.
sie faltet sich dennoch zusammen.
das ende mit dem weiß würde für unschuld stehen.

für die unschuld dessen, der sie ja berühren wollte, aber sie nicht gewzungen hätte,
und der unschuld der mimose, die die berührung verweigert.

das könnte als symbolgedicht dafür stehen, den anderen in seiner andersartigkeit zu respektieren, seinen verzicht auf nähe zu torlerieren um so selbst wirklich unschuldig bleiben zu können.

der zusatz mit dem rosenrot ect. verwässert diese aussage, es bleibt eher das unverständnis und ein negatives bild.

ich würde es wie gesagt weglassen.

lg von koko
Vielleicht stünde es besser um die Welt, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen.

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Re: Mimrose

Beitragvon Perry » Mi 05 Jun, 2013 21:41


Hallo wilma,
es scheint um eine etwas verzwickte Beziehungssituation zu gehen. Das LI will sich dem LD, von dem es glaubt, dass es eine Mimose ist, vorsichtig nähern, aber da stellt sich heraus, dass dieses in Wirklichkeit eine Rose ist, allerdings eine von der dornigen Sorte. ;)
Konstruktiv würde ich noch am Schluss arbeiten, da hänge ich als Leser irgendwie in der Luft.
LG
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Re: Mimrose

Beitragvon rivus » Di 25 Jun, 2013 12:38


hallo wilma,
wonach mimost die rose? nach jung immer auch nach ganzheit. hier sehnt sie sich nach zweisamkeit. nach berührung. nach berührung von seelenverwandten. das empfindsame, ja behutsame annähern ist eine basis, die eine berührende begegnung ermöglichen könnte. doch die hand, die so vorsichtig, den blütenkopf berühren will, spürt die verletzlichkeit und signalisiert vorwegnehmend, dass sie zwar den mimrosenkopf berühren mag, aber den kopf niemals abreißen würde, egal, was er an blühenden phantasien und möglichen vorleben hervorbringen würde. doch das sanfte vorspiel genügt nicht, zusehr streift womöglich die erahnte handbewegung an schmerzhaften erinnerungen, sodass die blütenblätter wie einzelne wehrbrücken eingezogen werden, bevor es zur berührung kommt. dennoch versucht es ein lyrdu, mit dem wissen, sich zu selbst zu verletzen, sich punktuell zu nähern. ... ja, es fasst ins bewehrte, wehrhafte, dornenbestückte grüne. das grün, das eigentlich hoffnungs- und verheißungsvolle, ist jedoch so mimrosenwehrgerüstet, wie vorhergeahnt und so hinterlässt es im neugierigen lyrdu die verletzung, die die mimrose vor zweisamkeit bewahrt. die mimrose verletzt, bleibt verletzt allein und hinterlässt um sich und lyrdu das scheinbar dornenreiche mimrosenrot ...


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Re: Mimrose

Beitragvon wilma » Sa 13 Jul, 2013 16:20


Hi Ihr,
also ... dankeschön! danke für's Lesen und kommentieren.
Ich bin buff, wenn ich lese, was Rivus assoziiert, es ist zu 100% so intendiert gewesen. Hach, was bin ich froh ... es gibt Leser, die verstehen, was und wie ich schreibe. Cooooooool :)

Viele, viele viele Grüße
W.
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