Für alle Gedichte, die zwischenmenschliche Beziehungen behandeln - mit Ausnahme der Liebeslyrik

Wie ich dich vermisse

Beitragvon rivus » Di 11 Jun, 2019 20:50


Der Juni ist unser Verlobungsmonat,
unterm Feuerdorn tanzten wir,
und Glühwürmchen waren Zeuge,
wie wir einander versprachen.
Doch wo bist du?

So schreib ich einfach die Wahrheit,
das Unglück trifft dich zufällig,
zerstört dich schon fast am Ort.
lässt mich Atem und Herzschlag zurückholen,
doch tötet es dich weiter.
Nirgends war ein Schutzengel!
Nirgendwo die Kraft, die alles zum Guten wendet!

Du hast mir zweimal das Leben gerettet!
Aber ich konnte dich nicht retten,
nicht mit Wissen und nicht mit Seele.
Du konntest kein Lebewohl mehr sagen.

Kurz vor dem Unfall gibt es nur Liebevolles.
Nach ihm gibt es unsäglichen Schmerz
und die barmherzige Hoffnung, dass du stirbst.
Dein Grab schließen Leben und Tod,
aber dein Sterben schließt nicht ab.

Jetzt starre ich zur offenen Tür,
doch du kommst nicht herein.
Der Wind klappert am Fenster,
doch du schaust nicht hinaus.

Ich stehe immer lange am Grab,
und wieder hausen in mir
warum und hätte,
geborstene Träume,
Tränen, Verzweiflung
und wieder gibst du mir
Wärme, Liebe, Zärtlichkeit
deine Hand.

Sie trägt den Silberhochzeitsring,
und verspricht im November des alten Jahres
mich und meine Melancholie
nochmal 25Jahre auszuhalten.
Zuletzt geändert von rivus am Di 11 Jun, 2019 23:05, insgesamt 6-mal geändert.
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