unverblümt
nennt es schmerz und schande
in kochender genesung
das leben bejaht
unverblüht
gereichen zorn und wolllust
des eingefleischten kerns
zur gänze
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rotunverblümt
nennt es schmerz und schande in kochender genesung das leben bejaht unverblüht gereichen zorn und wolllust des eingefleischten kerns zur gänze "Bunt ist das Leben und granatenstark. Volle Kanne, Hoschis!"
Abraham Lincoln
Re: rotHallo i.z.,
dieses Gedicht hat etwas. Der Anspruch einer Farbe als Titel kann groß sein, schließlich erweckt man Assoziationen, die man mit Tiefe füllen oder gekonnt brechen muss. Ersteres finde ich hier durchaus gelungen. Mich überzeugt die "zürnende Bejahung", die aus dem Text spricht. Hier verschmilzt Zorn mit Wollust und dienst, vielleicht im Sinne der Sublimierung, als Antriebskraft des Reifens. So fließen negativ konnotierte Begriffe mit kraftvollen, existenziellen Termen zusammen und werden so, ganz im Sinne von "rot" zum Inbegriff eines hier zum Tragen kommenden Lebensbegriffes. Der "eingeschleischte Kern" gefällt mir besonders, während mir zwei so prägnante Begriffe wie "Schmerz" und "Schande" gleich hintereinander zu dick aufgetragen sind. Für mich ein Schwachpunkt des Textes. Gruß, Friederich L'avenir, on ne l'attend pas comme on attend le train. L'avenir, on le fait. (Georges Bernano)
Friederich
Re: rotHallo Friedrich,
ich danke dir für deine Auseinandersetzung. Ich finde deine Interpretation sehr interessant, da sie - so mutmaße ich - dein synästhetisches Empfinden der Farbe Rot widerspiegelt. Was deinen Kritikpunkt angeht, so gebe ich dir Recht. Meine Intention in diesem Vers war die Suggestion der Kraft, weswegen ich die Alliteration benötigte. Für Verbesserungsvorschläge bin ich allzeit offen. Grüße, i.z. "Bunt ist das Leben und granatenstark. Volle Kanne, Hoschis!"
Abraham Lincoln
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