wünsche dir wasser
spiele aus weitwinkeln
und verschmälere blicke / in tropfen
formen findest du
&
alte geschichten
zeigen vögel in baumkronen und
die katzen darunter / aus holz geschnitzt
stehen dir augen besser
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[o.T.] wünsche dir wasser...wünsche dir wasser
spiele aus weitwinkeln und verschmälere blicke / in tropfen formen findest du & alte geschichten zeigen vögel in baumkronen und die katzen darunter / aus holz geschnitzt stehen dir augen besser
Re: [o.T.] wünsche dir wasser...Hey Jule,
auch wenn ich es nicht ganz so krass sehe wie Mo.- muss ich ihm leider überwiegend Recht geben. Ich finde auch, dass du viel zu viele Enjambements eingebaut hast, so können die einzelnen gar nicht mehr richtig wirken. Noch zudem erscheinen mir einige Absätze eher wahllos gesetzt und der Lesefluss wird unterbrochen. Das ganze Gedicht scheint mir etwas zerhackt zu sein. Leider ist auch die Bildebene nicht wirklich kontinuierlich, wie Mo.- schon sagte. Dadurch findet man keinen richtigen Zugang zum Inhalt, also ich zumindest nicht. Ich frage mich wie diese einzelnen Bilder zusammenhängen, mir ergibt sich einfach kein Gesamtbild. Zudem finde ich die Bilder der zweiten Strophe auch eher langweilig und nicht so gelungen. Die erste Strophe scheint mir viel dichter als die zweite, als wäre dir da die Luft ausgegangen. Außerdem finde ich die vielen Verbformen (deren richtigen Namen ich leider nicht kenne *hust*) in der ersten Strophe störend. "wünsche, spiele, verschmälere", das ist zuviel. Noch dazu kommt, dass der Übergang von der ersten zur zweiten Strophe zu abrupt für meinen Geschmack ist. Ich hätte hinter dem "formen findest du" noch mindestens eine Zeile erwartet. Stattdessen folgt das "& alte geschichten" was meiner Meinung nach als Anschluss nicht passt und den Leser aus dem Konzept wirft. Klingt für mich insgesamt leider mehr erzwungen. Mir fehlt eine Botschaft, etwas, dass mir das Gedicht sagen will. Ich meine mich erinern zu können früher bessere Sachen von dir gelesen zu haben, aber vielleicht trifft dieser Text auch einfach nicht meinen Geschmack. Ich hoffe trotzdem wir hören noch mehr von dir. Lg, Kim "...and the poets are just kids who didn't make it." -Fall Out Boy-
Re: [o.T.] wünsche dir wasser...[quote="Neruda":xw7dqzcw] Ich finde auch, dass du viel zu viele Enjambements eingebaut hast, so können die einzelnen gar nicht mehr richtig wirken.[/quote]
naja, ihr beiden, mo und neruda: ein enjambement ist definiert als zeilensprung eines satzes über die versgrenzen hinweg, wenn also ein satz durch versgrenzen unterbrochen wird. das kommt in der lyrik eben sehr sehr oft vor. es gibt ganz verschieden "harte" enjambements. hier in diesem fall kritisiert ihr wohl, wenn ich das recht verstehe, das häufige auftreten von "morphologischen enjambements" also zeilenbrüche, die sich bis in das innere eines wortes (hier: zusammengesetzer hauptwörter, komposita) verlagern. - aber gerade der umstand, dass durch die geschickte syntax und den grammatischen bau, es gar nicht eindeutig ist, ob man diese enjambements "morphologisch" lesen soll/muss/darf oder nicht, lassen diese zeilenbrüche interessant auf mich wirken. / reizvoll allein die ersten drei verse des gedichts, in welchen jule geschickt spielt mit dem verdeckten personalpronomen "Ich" ("ich wünsche", "ich spiele", "ich ver-schmälere" - "ver" würde ich dabei allerdings lassen, vielleicht sogar eher "verjünge", klingt eleganter und birgt zudem ein größeres semantisches feld - : erste person singular präsens also, neruda) oder aber auch denken lässt an die imperativformen dieses verben "wünsch(e)!"/"spiel(e)!"/"schmälere!"... / wie gesagt, gefällt mir. / das wort vom enjambement als "korsett" ist also nicht eben durchdacht. jedesmal, wenn du einen satz nicht am ende eines verses abschließt, mo, hast du ein enjambement angebracht. soviel dazu. / eine verszeile wie jene, welche einzig die konjunktion "und" - noch dazu als "et-zeichen", dem "kaufmännischen und" typisiert - aufweist, fällt selbstverständlich - allein optisch/visuell - stark auf und müsste auf seine bedeutungstragenden funktionen hin genauer untersucht werden. hm... inwiefern mir die bilder, metaphern u.s.w gefallen wollen oder nicht, kann ich momentan noch nicht sagen. ich werde mir das gedicht noch mal länger anschauen und lesen... / vielleicht melde ich mich noch mal wieder. / dreimal selig, wer einen namen einführt ins lied!
- ossip mandelstam
Re: [o.T.] wünsche dir wasser...Unterlasst bitte das spammen
Garfield, Moderation Kurz, er bewies eine Geduld, vor der die hölzern-gleichmütige Geduld des Deutschen, die ja auf dessen langsamer, träger Blutzirkulation beruht, einfach gar nichts ist.
Gogol - Die Toten Seelen
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