Alles, was mit dem Thema Literatur zu tun hat und in keine der anderen Kategorien passt

sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » Di 06 Nov, 2012 00:35


Sich IN DIE HÖHLE DES LÖWEN WAGEN
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon Ruelfig » Di 06 Nov, 2012 23:04


Höhle = dunkel, Löwe = Gefahr, Wagen = Pkw: nachts ohne Licht auf die Autobahn.

Du kannst tun, was du willst, aber wehe, du tust es.
Zuletzt geändert von Ruelfig am Di 06 Nov, 2012 23:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » Mi 07 Nov, 2012 10:48


sagt die ehefrau zum ehemann; der anfang oder das ende vieler rosenkriege ;)!

hm, hier wird jemand von vornherein zum nichtstun verurteilt beziehungsweise, wenn kein nichstuer daraus entstanden ist, zum sündenbock für alles getane oder noch zu tuende. hier gibt es eine imperative prophezeiung, die scheinbare handlunsgfreiheit schafft und doch jegliches tun in einen schmerzvollen kontext stellt. hier tendiert das "du kannst tun, was du willst, dich abstrampeln wie du willst, du wirst dafür bestraft werden!" zu einem status quo, der nicht zu ändern ist. die erde ist eine scheibe, darin kannst du sosein, sotun, wie du willst, wir wir es wollen, aber wehe du bewegst dich darüber hinweg. hier wird etwas unerschütterbares festgeschrieben. hier kann von vornherein keine entwicklung geschehen. alles bleibt wie es ist und wie es sein wird, ist schon so, wie es ist.


eine leiche im keller haben
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » Mi 07 Nov, 2012 20:51


ein hochverschuldeter gastwirt soll unter einem birnbaum, nach einem goldschatz gegraben und eine leiche gefunden haben, die er wieder eingrub, weil sie ihm nichts nutzte. aber vielleicht war sie die ausschlaggebene idee für eine moritat, denn vor dem wirtshaus jenes wirtes, stand nach einem besuch eines kaufmanns, am nächsten tage nur die reisekutsche, sodass ein ganzes dorf nach dem verschwundenen suchte und ihn, nach einem tipp einer augenzeugin, unterm birnbaum vergraben vermutete. doch die bald darauf ausgegrabene leiche war nur ein alter soldat, dem man ansah, dass er schon sehr lange da lag. so kam der verdächtigte wirt erst mal davon. aber nur kurze zeit später benahm er sich immer wunderlicher und oft sah man ihn in seinem keller verschwinden. eines frühen morgen fand man im keller nicht nur ihn, mit einer schaufel in der hand, tot, sondern auch den leichnam des kaufmanns. der wirt hatte ihn also doch ermordet und dort verbuddelt. (so ähnlich in fontanes "unterm birnbaum")

daher sagt man "jemand hat eine leiche im keller". sinngemäß steht dieser spruch für das verheimlichen eines verbrechens oder einer schuld ...



Wenn das Spiel aus ist, kommen König und Bauer zum selben Ende.
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » Mo 12 Nov, 2012 19:12


beispielsweise: Spiel = Begegnung mit unterschiedlichen Augenhöhen / das Ende = gleiche Augenhöhe / Ausgleich verschiedener Möglichkeiten



BIS IN DIE PUPPEN
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » Mi 14 Nov, 2012 11:37


es trug sich wie immer zu. ein friedrich, sohn wilhelms, wurde aufs strengste erzogen. immerzu sollte gelernt werden, um der rolle eines künftigen königs gewachsen zu sein. musizieren und malen waren jedoch verpönt, es sollte vielmehr soldatische tugenden und fertigkeiten erworben werden. mit 28jahren war ein so malträtierter sohn dann könig! er bekriegte die völker nach herzenslust, aber es drängte ihn auch, viele Schlösser und herrlichste Gärten anzulegen. ein nahberliner garten sollte besonders schön aussehen und so stellte friedrich figuren aus stein auf. so standen bald die göttin der liebe, der gott der musik, die göttin der weisheit und der götterbote selbst spalier. die neugierigen städtler amüsierten sich über solche parkbewohner und des königs begehr, immer mehr davon aufzustellen: "die figuren sind seine puppen, mit denen er spielt!". die steinpuppen zogen jedoch viele ausflügler, auch die von der stadtmitte, immer magnetischer an. man sagte bald ganz berlinerisch: "wir gehen bis in die puppen." und übertrug es auf andere weite strecken: "bis in die puppen" oder auf lange tänze: "ich tanze bis in die puppen."


Aufpassen wie ein Heftelmacher!
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » So 14 Jul, 2013 11:58


hm, da sich keiner versucht hat, dieses sprichwort zu erklären, hier ein neues


NUR DER FRÜHE VOGEL FINDET EINEN WURM
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon struktur-los » So 14 Jul, 2013 12:24


… ein Irrglaube, weil es zu viele blinde Vögel gibt.

Andererseits – bei Aldi stehn se manches Mal ja schon vor den Öffnungszeiten an, damit se auch noch n Stück vom Kuchen erhaschen – wer den Kuchen mag, muss somit entweder früh aufstehen oder selber backen…

- An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. -
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon sandkorn » So 14 Jul, 2013 13:04


Sog. "Blender" gibt es viele. Menschen, die einen fesseln können mit dem, was sie sagen. Die es rhetorisch einfach drauf haben. Aber, sind sie auch authentisch ? Noch besser ist es natürlich, wenn die Worte und Taten sich decken.
Ein Narr wirft einen Stein in den Brunnen,
hundert Intelligente schaffen es nicht ihn herauszuholen.
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon struktur-los » So 14 Jul, 2013 14:51


... der gefällt mir. :)

Nur ein Narr schafft es, das Unmögliche möglich zu machen, da er frei seines "Wissens" und das einer Welt, einfach handelt - vielleicht auch, weil er an etwas glaubt, das über das Irdische hinaus geht... schön.

Wenn ich nur halb so klug wie meine Lehrer wäre, würde ich mir das Leben nehmen.
- dies wiederum ist, zum Trost, reines "Blendwerk", denn ich will Leben und Lieben... unendlich.

- Der Mensch lernt nie aus. -
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Grund: - sprichwörtlich, dem Volksmund entnommen - "man" durch "Mensch" ersetzt - "man" klingt ungeschickt, sagte ich mir - um einiges später -
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon maxk » Di 16 Jul, 2013 20:53


Es gibt nichts was es nicht gibt: und davon gibt es so viel, dass man garnicht "schon alles gesehen" haben kann. Daher zwingen einen förmlich die ungeheure Anzahl an neuen Situationen die einem Tag für Tag begegnen ständig neue Lösungen zu finden. Selbst am Schluss hällt das Leben noch eine dicke Überraschung parat!

- Et hätt noch emmer joot jejange. -

(Es ist noch bisher immer gut gegangen)
Zuletzt geändert von maxk am Di 16 Jul, 2013 20:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » Mi 17 Jul, 2013 08:40


der glaube versetzt berge, egal, wie miserabel die ausgangsposition ist und wie sich situationen gegen einen oder die sache verschwören. es liegt in den dingen, immer auch etwas, was das blatt noch mal zum guten wenden kann ...



Schwarz wie die Nacht oder EINEN BLACKOUT HABEN
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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » So 21 Jul, 2013 11:21


dieser spruch kommt eigentlich aus der welt des theaters. er soll wohl besonders in england kursiert haben, so vor hundert und etwas mehr jahren, wo im theater vor dem jeweiligen szenenschluß ein witz eingebaut wurde, um dann schnell das elektrische licht auszuschalten. mit dem blackout der lichter wurde die bühne schwarz und das publikum wußte, dass es jetzt klatschen durfte ... das bühnenbild war sozusagen gelöscht worden und konnte für den augenblick nicht mehr wahrgenommen werden ... so ergeht es uns, wenn wir etwas im gedächtnis abgelegt haben und es zunächst nicht wiederfinden können, auch wenn wir noch so grübeln, bleibt alles im schwarzen ...



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Re: sprichwort erklären und ein neues in die runde werfen

Beitragvon rivus » Fr 24 Jul, 2015 08:19


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Gott strafe England und die umgehenden Dörfer
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