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Steine und Nägel (für Garfield)

Beitragvon hginsomnia » Sa 02 Jan, 2010 21:20


Steine und Nägel

In der U-Bahn!
Du hast den Stein wahrscheinlich in der U-Bahn verloren, deinen Stein, der dir aus deiner Steinesammlung der liebste war, dieser rötlich schimmernde, über den du am Spreeufer gestolpert wärst, wäre er nicht so klein gewesen, und es schüttelt dich bei dem Gedanken, irgendsoein Penner oder so'ne Pennerin findet ihn, wirft ihn auf'm Kotti in 'nen leeren Gitarrenkasten oder (noch schlimmer) legt ihn neben Hello-Kitty-Plüsch und Studentenblumen auf eine Fensterbank ...
Ein Drache durchkreuzt deine Gedanken, indem er "Feuer" schreit, denkst du. Er schreit aber wohl zum zweiten Mal "Nägel". "Gleich wird's hektisch", weißt du und du musst, "Das noch zu Ende bringen, schnell, das noch zu Ende bringen! Also, wenn da so ein Penner den Stein kriegt, was wahrscheinlich ist ... aber es ist noch wahrscheinlicher, dass er ihn wieder verliert, dann findet ihn der nächste Penner, ja und so weiter, dann ist der Stein irgendwann wieder da. Ja, das ist gut!"
Deine Chefin kommt aus dem für dich unzugänglichen Raum, von dem du vermutest, es handelt sich um eine Folterkammer, und ihr Blick schwingt die Peitsche noch ... - "Halt, nein!", protestierst du, "Als könnte ihr Blick irgendwas tragen." - und sie sagt irgendwas, und der Drache sagt auch irgendwas, und dann kommen noch weitere Drachen, eine ganze Armee grüner Wesen, scheint dir, die sagen auch irgendwas. Du kannst nur "Nägel" raushören und "die". Immer "die"? Ja, immer die!
Du könntest deinen Stein jetzt wirklich gut gebrauchen.

lg
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Re: Steine und Nägel (für Garfield)

Beitragvon exmaex » Mo 22 Mär, 2010 14:38


hey hginsomnia,

sehr schön, das ist in sich verschlossen genug, um nicht leicht zugänglich sein, dennoch aber noch nicht soweit hermetisch, dass ich lust bekomme, das mindestens noch dreimal zu lesen und zusammenhänge zu erkennen; haken zu suchen, an denen ich eine für mich schlüssige hintergrund-storyline festbinden könnte. der anfang plätschert sich so ein, ich war fast gelangweilt, doch dann - durch die auf den ersten blick unpassenden bilder ("plötzlich ein drache, hö") - gewinnt es meine aufmerksamkeit, die durch die latente wahrnehmungsgestörtheit (möglicherweise. ein ansatz, bei dem ich ansetzen kann, hähä) gesteigert und am ende in ein fasträtsel kulminiert, das ich lösen will, muss.

sehr schön, das gefällt mir. wenn ich mich vllt. etwas mehr reingarbeitet fühle, melde ich mich nochmal.

gruß, exmaex
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