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Re: Da kommen sie

Beitragvon cube » Sa 12 Jun, 2010 23:35


moin rivus,
ist es ne Kamingeschichte? Melancholie und starke Momente stecken drin, das spricht schon mal dafür. Kommt vllt drauf an, wem man die Geschichte erzählt, aye?
Der letzte Satz ist großartig, ein wunderschöner Solitär. Voller Wehmut und mit Signalwörtern, die Schreibern und manchen Lesern die Schubladen aufgehen lassen sollten. Das klingt jetzt vllt als ob es wie ein Klischeeding wirkt, das tut es aber nicht, ganz und gar nicht...

ebenso wie die auf Toilettenpapier geschriebenen Verse - obwohl das nah dran ist. Wieso eig Toilettenpapier - schrieben Gefangene auf Toilettenpapier? oO Wenn ja, woher hatten die es...
Das ist so ein Stolperstein auf den zweiten Blick, ebenso wie die erste wörtliche Rede - wer spricht da? Der Junge wohl kaum dies Ausformulierte - obwohl das Folgende diesen Schluss nahelegt. Hm.

waren schließlich die einzigsten Worte, die noch an meine glühenden und trommelnden Ohren wie Kartuschen vorbeistrichen.
einzigen / die an meinen glühenden und trommelnden... (noch halte ich an der Stelle für ein Füllwort)

vor dem Haus eines Dorfschulzen

vor das Haus?

Bei den letzten zwei Absätzen kann ich nur Eindrücke schildern: Du schlägst den Bogen zum Anfang, zur Jetztzeit der Geschichte, driftest innenweltlich ab, assoziierst dich auf für mich nicht nachvollziehbaren Wegen zu diesem leuchtenden Satz.

Grüße
cube
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Re: Da kommen sie

Beitragvon rivus » So 13 Jun, 2010 00:51


moin cube,

danke fürs kommentieren u. immerhin ein solitär bleibt in erinnerung, der rest ist ja im naturkamin verschwunden. :D

woher hatten gefangene toilettenpapier. gute frage. es gab selbstgemachtes! aber es wurde auch gekaupelt. die wachsoldaten wollten rauchen und tauschten nahrungsmittel und andre nützliche sachen für zigaretten ein, die die gefangenen rationiert erhielten.

dein stolperstein ist fürwahr ein blitzkleinod ;)
doch der junge, schon älter, in einer anderen zeit, die allerdings, so wie ich es dargestellt habe, nicht ersichtlich wird. entweder ich schreibe das einem meinetwegen zwölfjährigen zu, der das schon formulieren kann? kann das ein achtjähriger nicht ? ich glaub wohl eher nicht (ausnahme überreif) und so müssten die sätze ganz anders, also nicht so ausformuliert geschrieben werden. danke für den denkanstoß!

einzigen / die an meinen glühenden und trommelnden... (noch halte ich an der Stelle für ein Füllwort)

ja, deinen hinweis greife ich zugleich auf. so wie du es vorschlägst, liest es sich besser!

vor das Haus?
ja, natürlich, wohin, ergo 4.fall. ändere ich also auch.

"nit" alle wege sind nachvollziehbar ;) . das sind die nichtwege der kraniche, die weder in der fließlandschaft noch im torfstich zu finden sind .... sondern quo vadis ;)

grüße, r
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