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Unter Beobachtung

Beitragvon schreibs » Mi 13 Jun, 2018 21:53


Sie hatte ihren Kajalstift mit einer dezenten Extravaganz aufgetragen. Ihr blondes Haar wirkte kühl und als ich ihr in die Augen schaute, sprach eine tiefe Freundlichkeit aus den ihren. Sie lächelte. Das Zugabteil war beinahe menschenleer nur ein kräftiger, älterer Herr mit einem gut durchbluteten Schädel saß noch in der Nähe. Ich mobilisierte etwas Speichel in meinem Mund, feuchtete meine Kehle an und hob an zu dichten " mein linker, linker Platz ist frei, ich wünsche mir deine Person herbei". Der ältere Herr schien lyrisch interessiert zu sein, er kam zu uns herüber und nahm mit verschränkten Armen vor uns Platz. Ich fasste an die Rückenmuskulatur unmittelbar über ihrem Rumpf, dann drückte ich meinen Daumen an ihr Steißbein. Der Zug fuhr nun langsamer. Sie schaute mir in die Augen und ich flüsterte ihr zu "ich möchte sehen wie sich deine Unterwäsche an deinen Po schmiegt." Sie schluckte, schaute sich um und sagte "wir müssen gleich schon aussteigen". So verließen wir den Zug, der ältere Herr blieb zurück.

Draußen in der Dunkelheit dichtete ich säuselnd weiter "An deinen leiblich Gaben, möchte ich mich laben" . Wir standen an einem alten Bahnhof eines Kölner Vororts und sie gab mir einen Hieb auf den Schädel mit der bitte meine Dichtkunst einzustellen. Sie sah nun nicht mehr ganz so freundlich aus. Bei ihr zuhause legte sie ihre Jacke ab. Ihre helle Bluse machte ihren Büstenhalter sichtbar. Ich half ihr dabei ihre Hose zu öffnen, dann legte sie sich auf ihr Bett und streckte mir ihren Po entgegen. Ich sah wie sich ihre Unterwäsche an ihren Po schmiegte. Ich schaute sie mir längere Zeit an, sie veränderte hin und wieder die Position ihres Körpers, sie sah heiß aus. Nachdem längere Zeit vergangen war reiche es aber auch und verabschiedete mich. Sie fragte warum wir keinen Sex hätten. "Weil wir nicht dazu verabredet sind" stellte ich verärgert fest. Genügsamkeit war der Dame wohl ein Fremdwort. Die Gier sprach nun aus ihren Augen und ich nutzte die Gelegenheit ein Moment der moralischen Überlegenheit zu manifestieren. "Sex ist etwas sehr intimes" stellte ich mahnend fest. Sie sah nun traurig aus. Scheinbar hatte sie ihren moralischen Fehltritt eingestanden. Ich beschloss ihr zu verzeihen und wünschte ihr gütig eine gute Nacht.

Auf meinem Heimweg dachte ich etwas über meine Kindheit nach. Ich erinnerte mich an den Tag, an dem mein Penis entfernt wurde. Das sind halt die unangenehmen Sachen im Leben, die man hinnehmen muss.
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