Fremdsprachige Gedichte

Open

Beitragvon Anna Lyse » Fr 19 Feb, 2010 02:59


blossoming of slippy pieces
and papercups. I won't breathe

out____________.no folded planes
______________..at a numb day.

Which is here lined to grow up and up at
last, just to be a: fallin' asleep plain,
on some wafery sheet or even a white-
ning height. So throw up! Clouds of
pushy colors, before surroundings sag.
.
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Re: Open

Beitragvon Friederich » Sa 20 Feb, 2010 21:15


Liebe Isa :)

du hast hier einen Text geschaffen, der mich festhält und mir einiges sagen will, der aber seine Aussage hermetisch versteckt und daher zunächst durch die ungewöhnlichen Bilder fasziniert. Ob das aber letztlich eine Schwäche ist, weiß ich noch nicht und versuche daher einfach mal, mich anzunähern.

Was mir als erstes auffällt: du wendest keine konsequente Groß-Kleinschreibung an. In den letzten beiden, schlussfolgernd abschließenden Imperativ-Sätzen beginnst du groß. Dies deutet, zusammen mit dem Ausrufezeichen, an, dass die schließende Hinwendung der lyrischen Ichs zu einem impliziten Du und damit auch das erstmalige Auftauchen von einer Art Interaktion zu einem Klimax wird.

Das lyrisch Ich fällt dadurch auf, dass es auf seine Art bestimmt ist. Die Entscheidung I won’t breathe out steht fest (nicht zuletzt durch die Verortung im Futur) und übermittelt für mich auch einen Hauch von Trotz, auch die Aufforderung So throw up (ich lese dass umgangssprachlich) spricht für Entschiedenheit. Dies lässt aber weiter offen, wo sich die Szenerie befindet. Das Schlüsselwort papercup lässt mich eine Gartenfeier oder etwas Ähnliches assoziieren, wozu auch das später folgende Einschlafen passt. Der stumme, empfindungslose Tag, an dem gilt „no folded plains“ (so etwas wie Grußkarten?), wiederum hat etwas von Abgeschiedenheit. Die bunten Farben am Ende, die drohen, ein Ende zu haben, lese ich als Auskosten eines seltenen Moments der Abwechslung, wo sonst nur Abgestumpftheit herrscht.

Keine Ahnung, ob ich auch nur halbwegs an das herangekommen bin, was du beim Schreiben im Sinn hattest, aber Spaß hat es mir trotzdem gemacht :D

LG, Friederich

P.S.: Mir gefällt der Anfang der Schlusszeilen (Which is here lined to grow up and up at /
last) sehr, weil hier das Bleierne des numb day schön hervorgehoben wird.
L'avenir, on ne l'attend pas comme on attend le train. L'avenir, on le fait. (Georges Bernano)

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Re: Open

Beitragvon Anna Lyse » Mo 22 Feb, 2010 20:55


hallo friederich,

nett von dir zu lesen. freut mich dass du dir dieses englische stück zur brust nimmst :D

du hast hier einen Text geschaffen, der mich festhält und mir einiges sagen will, der aber seine Aussage hermetisch versteckt und daher zunächst durch die ungewöhnlichen Bilder fasziniert. Ob das aber letztlich eine Schwäche ist, weiß ich noch nicht und versuche daher einfach mal, mich anzunähern.


ja war vielleicht zu viel des guten an bildern, dies könnte dann eine schwäche sein, denn die aussage oder nullaussage versteckt sich ziemlich weit dahinter.

Was mir als erstes auffällt: du wendest keine konsequente Groß-Kleinschreibung an. In den letzten beiden, schlussfolgernd abschließenden Imperativ-Sätzen beginnst du groß. Dies deutet, zusammen mit dem Ausrufezeichen, an, dass die schließende Hinwendung der lyrischen Ichs zu einem impliziten Du und damit auch das erstmalige Auftauchen von einer Art Interaktion zu einem Klimax wird.


ja so war es erdacht. interaktiv war es schon als ganzes zu verstehen auch wenn ich das lyr.ich hier auch das lyr.du ist aber auch wurst wie man das sehen will. ob ich nun diesen appell von "Throw up!" ans lyr.ich oder ans lyr.du gerichtet ist oder vielleicht doch ans wir bleibt gleich.

Das Schlüsselwort papercup lässt mich eine Gartenfeier oder etwas Ähnliches assoziieren, wozu auch das später folgende Einschlafen passt.


interessant :D

Der stumme, empfindungslose Tag, an dem gilt „no folded plains“ (so etwas wie Grußkarten?)


les nochmal genau nach. da steht "no folded planes" das sind papierflugzeuge (gefaltet), hatte in der ersten verion "no paperplanes" aber ich wollte die wiederholung von paper vermeiden und hab es deshalb so ungelenk verfasst.
das "plains" taucht erst in der zweiten strophe auf und hier war nicht plains wie eine flache ebene gemeint sondern nur einfach oder auch schlicht. ist aber auch nett es als eine anspielung auf das planes zu betrachten oder es als eine flache ebene zu verstehen, auch nicht so verkehrt.
Keine Ahnung, ob ich auch nur halbwegs an das herangekommen bin, was du beim Schreiben im Sinn hattest, aber Spaß hat es mir trotzdem gemacht

so ganz abwegig war deine interpretation nicht, ich habs gern gelesen friederich :) und jetzt bin ich ein stückweit schlauer.

liebe grüße,
isa
.
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