Horrorgeschichten, Krimis

Abendgang

Beitragvon Genosse16 » Mo 05 Jul, 2010 16:54


[Ein Auszug aus einer meiner "Fantasie-Historie" Geschichten. Für meinen Geschmack ist er relativ "fürchterlich", weshalb er hier wohl ganz gut hinpasst und ich ihn mit euch teilen wollte. Gerade auch noch mal nach Rechtschreib - und Grammatikfehlern durchgeschaut, aber ich bin da etwas schlampig also nicht wundern. Viel Spaß! (oder auch nicht, je nachdem. : O)]

Der Abendgang war für sich keine schwere oder komplexe Arbeit, die Aufgabe eines Wärters der sich auf Abendgang befand bestand darin die Fackeln rund um die Baracken zu löschen. Doch das Problem war, dass die Fackeln mitten in der Nacht gelöscht werden mussten, um den Gefangenen mitzuteilen das jetzt alle in den Betten seien mussten. Das Lager war länglich angeordnet. In einer Reihe zogen sich die Baracken der Inhaftierten hin, weshalb diese Reihe mit einem fünf Mann hohen Zaun mit Stacheldraht an der Innenseite ganz oben und Stacheldraht auf zweieinhalb Mann Höhe umgeben war. Dazu kamen unzählige Wachtürme die jeder für sich noch einmal mit der gleichen Kombination eingefasst waren. Hinter dem Zaun befand sich ein drei Mann tiefer Wassergraben, in den hineinzufallen jeder mit dem ertrinken bezahlte. Nach dem Wassergraben war das gesamte Barackenlager noch einmal mit einer sieben Mann hohen Steinmauer samt Schießscharten für die Wärter umrundet. An den Eckpunkten der Steinmauer befand sich jeweils ein Turm , ebenfalls aus Stein, und jeweils einer in der Mitte jedes Mauerabschnitts. Ein Turm war mit einer Treppe ausgestattet die durch zwei Tore gesichert war und den einzigen Zugang zum Barackenlager darstellte. Der Turm an der gegenüberliegenden Seite stellte mit einer weiteren schwer abgesicherten Treppe den Ausgang. Der Graben wurde durch einen Fluss gespeist, der durch einen doppelt vergitterten Kanal, das Barackenlager umschloss. Vielleicht die einzige Schwachstelle des Gefängnisses, die gleichzeitig, durch den undurchdringlichen Wassergraben, neben dem Turmsystem, die größte Stärke darstellte. Jedenfalls, der Abendgang war an sich nichts schlimmes. Auch ein plötzlicher Angriff der Häftlinge stellte nicht die Gefahr die von ihm ausging. Die Gefangenen wurden bei jedem betreten und verlassen der Unterkünfte penibel abgezählt und hinter einer doppelten Eisentür in ihrer Baracke, die übrigens aus drei Schichten festen Holzes bestand, eingesperrt. Nein, dass war es nicht. Die Gefahr beim Abendgang bestand darin, dass die Nacht hier noch unerbittlich dunkler zu sein schien als anderenorts. Noch dazu musste er allein absolviert werden, nur mit einer Fackel, das Gewehr wurde dem Ärmsten der noch einmal raus musste aus Sicherheitsgründen abgenommen. So musste man also die Barackenreihen einmal umrunden und dabei alle Fackeln an den Wänden löschen, um darauf , diesmal allerdings in völliger Dunkelheit und nur durch die wenigstens etwas Licht spendende Fackel begleitet, den Rundgang zu wiederholen um, wie vom Lagerkommandant vorgeschrieben, noch einmal sicherzugehen das alle Fackeln gelöscht und in die Kästen gesperrt worden waren. Jetzt könnte man meinen nur Memmen die Angst allein im Dunkeln hätten würden sich vor so einem Rundgang fürchten. Doch nein. Jeder Wärter der diesen Abendgang zum ersten Mal absolvierte und davor über die Furcht der anderen, die ihn wiederum schon mindestens einmal hinter sich hatten, gelacht hatte, konnte nicht anders als sich bei erfolgreicher Rückkehr aufs tiefste bei jedem zu entschuldigen den er verspottet hatte. Den es lag nicht einmal an der unerbittlichen Dunkelheit die einen stets umgab, es lag an diesem unsichtbaren Schatten, der einem im Nacken saß, einen gnadenlos verfolgte und wenn man sich umdrehte um sich ihm zu stellen, war er verschwunden, doch einen Moment später konnte man ihn wieder spüren, wie er hinter einem lauerte. Deshalb ging jeder Wärter mit dem guten Vorsatz zum Abendgang, sich nie umzudrehen und jede Fackel sauber zu löschen und fest in ihren Kasten zu schließen, nur damit er bei der zweiten Umrundung bloß nicht anhalten musste, nur um diese bevorstehende Attacke aus dem Hinterhalt nicht spüren zu müssen. Das grauenhafte Gefühl bei dieser undurchdringlichen Dunkelheit verfolgt zu werden, war genug, für jeden von uns und für jeden der den Abendgang noch zum ersten mal zu absolvieren hatte. Auch, wenn kein Unterschied bestand, ob man es schon einmal gemacht hatte oder nicht. Routine kehrte dabei nie und bei niemanden ein.
Ich dachte immer an die ärmlichen Häftlinge wie sie dort unter ihrer dünnen Bettdecke lagen und jede Nacht den selben Horror durchmachten, wie sie gespannt darauf warteten das die letzte Fackel die durch das einzige Fenster schien gelöscht wurde und dann die Nacht begann, eine Nacht der Angst. Und dann wenn ich am letzten stockdunklen Fenster vorbeiging, fragte ich mich, wie sie das jede Nacht durchmachten ohne das die Angst sie krank machte.
Ich ging die letzten Stufen der steinernen Treppe hinunter, marschierte auf die erste Fackel zu und tat meine Arbeit. Noch war der Schatten nicht hinter mir, aber er war hier, er war immer hier, er verbarg sich irgendwo auf dem Gelände und wartete auf mich. Nachdem ich die Arbeit an den Fackeln der ersten Baracke hinter mir hatte lief ich zum Fenster der zweiten. Noch lagen die Gefangenen in ihren Betten, alle starrten auf das Fenster, nicht auf mich sondern auf die Lichtquelle. Ihre Gesichter sahen gespenstisch aus. Wie die Gesichter von Toten. Ich ließ den Blick durch den Raum schweifen, als vor mir urplötzlich dieses totenbleiche Gesicht war. Ich schreckte zurück und meine Fackel fiel auf den Boden. Das tote Gesicht verzog keine Miene sondern starrte mich weiter an. Es verschwamm und meine Einbildung löste sich auf. Ich rieb mir die Augen und fluchte leise. Ich spürte die Dunkelheit im Nacken, doch der Schatten hielt sich noch versteckt, was fast Angst einflößender war. Nie wusste man wann er kam, man konnte ihn immer dann spüren wenn man … nicht bereit war. Die zuckenden Flammen der Fackeln an der Fassade der Baracken zogen sich noch endlos hin; nach dieser würden noch fünf weitere kommen, und dann noch die Ostseite. Meine Fackel war ausgegangen und in der Dunkelheit würde ich sie ohne Licht nicht mehr finden. Ich nahm stattdessen eine von der Fassade und fand mit ihr nach einiger Zeit meine eigene wieder. Sie wieder zu entflammen würde etliche Minuten dauern. Auf die Fackel war Erde gekommen sodass die Entzündung sich noch länger hinzog und die Dunkelheit an mir zu nagen schien, denn packen konnte sie mich noch nicht, noch war das Licht bei mir. Endlich nach einer halben Stunde brannte wieder Licht auf meiner Fackel. Ich setzte meine Arbeit zügig fort den erstens würden die Wärter am Tor keinen Wert darauf legen länger auf mich zu warten, weshalb es seien konnte das sie einfach zu Bett gingen und ich stundenlang in der Kälte der dritten Jahreszeit auf ihre Ablösung warten musste und zweitens würde meine Fackel, nach ihrer zweiten Entzündung nicht mehr so lange wie nötig brennen. Im Grunde wusste ich das sie mir irgendwo mitten bei der zweiten Umrundung ausgehen würde, doch mit dem Schatten in völliger Dunkelheit den Abendgang zu beenden, darauf legte ich keinen allzu großen Wert. Bei jeder abgeschlossenen Fassade drehte ich mich noch einmal um und sah nach ob auch wirklich kein Licht mehr da war. Nun kam ich zur Nordseite der nördlichsten Baracke. Hier ließ der Schatten gerne seine Gegenwart spüren, doch verlass war darauf auch nicht. Einmal konnte ich ihn sofort vernehmen, bedrohlich hinter mir her kreuchend, dass andere Mal verblieb er den ganzen Rundgang in seinem Versteck, um dann kurz vor dem Tor überraschend an mir vorüberzuhuschen und mir solch einen Schrecken einzujagen das mein Herz kurz auszusetzen schien. Eine Fackel nach der anderen in die Erde steckend arbeitete ich mich an der Nordfassade entlang. Ich bog um die Ecke und kam auf die Ostseite der Barackenreihe. Ich freute mich schon auf den Schrecken an der Südfassade, da schlich er hinter mir vorüber, deutlich spürbar. Angstvoll schluckte ich und stockte kurz im Gehen. Dann lief ich angespannt weiter. Ich setzte meine Arbeit an der Ostseite fort und schaute mich wie vorher bei jeder geschafften Fassade um, nur das ich diesmal Angst hatte es zu tun, da ich ihn spürte wie er sich bei jeder abgedunkelten Barackenwand in meinen Rücken setzte und dann wenn das Licht ihm zu nahe kam wieder neben mir her streunte. An der vorletzten Fassade war seine stetige Präsenz verschwunden. Ich drehte mich wieder um und blickte wie erstarrt in die Dunkelheit, bis ich mich wieder aufraffte meinen Auftrag fortzusetzen. An der Südfassade kam ich zum Scheidepunkt zwischen Licht und Dunkelheit. Jetzt begann der grauenhafteste Teil des Gangs. Ich steckte die Fackeln alle sorgfältig in die Erde bis sie aufhörten zu rauchen; bei der letzten stockte ich und dachte kurz darüber nach sie brennen zu lassen, falls die meine beim zweiten Rundgang ausging und ich sie für den dunklen Gang zur Treppe noch einmal anstecken könnte, doch verwarf den Gedanken sogleich wieder, weil die Fackel beim nächsten Abendgang ausgehen würde oder gar nicht erst entflammen könnte. Der Lagerkommandant hätte mir die Hölle heiß gemacht. Ich löschte sie daraufhin und setzte meinen Weg mit großen Schritten fort. Die Dunkelheit griff nun nach mir, doch der ewige Verfolger ließ sich bis zur Mitte der Westseite nicht verspüren, dort nahm die Flamme der Fackel allerdings ruckartig ab und schien beinahe auszugehen. Ich vergrößerte meinen Schritt bis zum Maximum und verkürzte die Zeit in der ich den jeweils anderen Fuß nachzog. An der Nordfassade war die Flamme kaum noch zu erkennen bis sie schließlich nach einiger Zeit ganz verschwand und nur noch das Holz der Fackel unruhig vor sich hin glomm. Ich versuchte die Glut noch etwas länger am Leben zu erhalten doch erzielte genau das Gegenteil und blies sie vollends aus. Alles war jetzt stockfinster, ich konnte nichts mehr sehen, nicht meine Füße, nicht meine Hände, nicht die Baracken, doch fühlen konnte ich noch und tastete mich an den Fassaden entlang, dann spürte ich ihn wieder, er war zweihundert Fuß hinter mir, so deutlich konnte ich noch nie sagen wo er hinter mir schlich. Dieses Mal schien er allerdings nicht zu schleichen, er rannte, nein er stürmte auf mich zu. Sinnfreierweise blickte ich mich um, natürlich konnte ich auch jetzt rein gar nichts erkennen. Er setzte seinen Ansturm auf mich fort und kam immer näher, hundertfünfzig Fuß, hundert, ich konnte jede Fußlänge die er hinter sich brachte förmlich abmessen. Länger konnte ich mich nicht mehr zusammennehmen und schneller als davor konnte ich auch nicht mehr laufen. Dieser, mein Gang, hatte mich immer nervöser gemacht, sodass meine Nerven zum Zerreißen gespannt waren. In dem Moment da er sich mir auf fast fünfzig Fuß genähert hatte, übernahmen meine Instinkte die Kontrolle und ich rannte los. Ich rannte wie ein Vierhufer dem man mit dem Brandeisen den Hintern präpariert hatten. Neben mir spürte ich die Nähe der Baracken und dazwischen kurz Leere, die wohl die schmalen, für einen ausgewachsenen Mann zu kleinen Gassen zwischen ihnen verkörperte. Er war direkt hinter mir als ich daran dachte meine nutzlose Fackel über meine Schulter zu schmeißen um an Geschwindigkeit zuzunehmen und ihn vielleicht damit zu treffen, sodass ich einen doppelten Vorsprung erzielen konnte, doch entschied mich dann doch dagegen da ich meinte das verkohlte Ding könnte mir als Knüppel nützlicher sein. Gleich kam ich zur Südfassade, dass konnte ich spüren, doch als ich nach rechts abbog und meine Hand nach ihr ausstreckte griff ich ins Nichts. Ich war von meinem geplanten Weg abgekommen. Nur noch ein Moment dann hatte er mich. Ich ließ mich auf die Knie fallen, warf meinen verkohlten Knüppel vor mich hin und kauerte mich, die Hände über den Kopf gelegt, wie ein Stacheltier zusammen. Eine grauenhafte Kälte überzog mich und für einen Augenblick meinte ich dicke Schwaden zu sehen. Ich kauerte so noch ein paar Momente bis ich die Hände vom Kopf nahm und mich, kniend, umschaute. Doch ich konnte ja auch diesmal nichts sehen; diese Dunkelheit machte keine Ausnahmen. Nur weit, weit weg sah ich die zwei tänzelnden Flammen der Torfackeln. Selbst für mich, der wahrlich ein geübtes Auge besaß, waren sie kaum sichtbar. Ich stand auf, packte meinen Knüppel und meine Wärterkappe die mir vom Kopf gefallen war, und stolperte halb orientierungslos, halb verwirrt auf die zwei tänzelnden Feuerköpfe zu. Etwas kam heran, hechelte abrupt vor seiner Attacke. Ich schlug mit dem Knüppel um mich. Nichts war zu spüren. Wieder kam es heran, ein Hecheln. Ich ließ meine Waffe wieder durch die Luft wirbeln. Hätte ich mein Gewehr gehabt, hätte ich in die vermutete Angriffsrichtung einen Schuss abgefeuert, das Gewehr am Lauf gepackt und mit dem Kolben weitergekämpft. Die Attacken gingen weiter, ich drosch immer und immer wieder ins Nichts. Mein Atem beschleunigte sich und ich fühlte die Anstrengung die die Flucht verursacht hatte. Die Attacken hörten trotz allem nicht auf. Nie wurde ich verletzt nur immer leicht herumgestoßen, aber doch so fest das ich erst einmal mein Gleichgewicht wieder finden musste. Meine Verteidigungsschläge wurden immer schwächer, bis ich vollkommen erschöpft zusammenbrach. Erst da hörte das Etwas auf mich zu attackieren. Ich rang noch Minuten lang nach Atem, bis ich mich schwer angeschlagen hochhievte und mich mit nur einem Gedanken auf die immer noch in der Dunkelheit tänzelnden Flammen zuschleppte: >> Lass die Furcht nicht die Oberhand gewinnen, Kansen. <<
Nach einem minutenlangen Spießrutenlauf bei dem ich noch etliche Male attackiert wurde, dabei zwei weitere Male zusammenbrach und mir etliche Prellungen zuzog, erreichte ich die Treppe, fiel auf die erste Stufe und kroch den, so schien es mir, endlosen Weg zum Tor hinauf; rutschte dabei ständig mit den Händen und Füßen ab, zerschlug mir einige Male fast den Kiefer und blutete schon bald aus der Nase. Endlich war ich am Tor und hämmerte mit letzter Kraft dagegen. Alles was ich sah war ein Fuß der rief: >> Hol einen Arzt! << Die verkohlte Fackel hielt ich immer noch fest umklammert.
[size=150:qo5f4nx4]He's back and he's mildly upset! >.<[/size]

adzdcool (vor 1 Monat):
Dont compare Hitler (who was a brave man) with Stupid Nasrallah...hamas and Hez.? will NEVER do what hitler did.

I give this comment a [Retarded?! O.o] out of [Lmao]
Genosse16
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Re: Abendgang

Beitragvon Struppigel » Fr 09 Jul, 2010 15:57


Hallo Genosse,

mein erster Gedanke war: Eine Wand aus Text. Gerade langen Stücken ist Struktur wichtig. Es ist ungleich anstrengender einen nicht endenen Textblock zu lesen als schön strukturierte Absätze. Gerade im Netz. Schon beim Scrollen muss man ewig suchen, wo eigentlich die zuletzt gelesene Stelle war.

Das Gerüst ist solide, da lässt sich was draus machen. Erzählerische Feinheiten gehen dem Text aber ab. Oft wird sprachlich gemurkst, Erzähltechniken werden nicht dem Inhalt entprechend angewandt und die Interpunktions- und Rechtschreib-Fehler erschweren das Lesen. Es ist so viel, dass ich eine Korrektur der Rechtschreibung diesmal außen vor lasse.

Der Abendgang war für sich keine schwere oder komplexe Arbeit, die Aufgabe eines Wärters der sich auf Abendgang befand bestand darin die Fackeln rund um die Baracken zu löschen.
Dies sind eigentlich zwei Sätze (und es fehlen drei Kommata, Du vergisst die generell gern).

Die Gefahr beim Abendgang bestand darin, dass die Nacht hier noch unerbittlich dunkler zu sein schien als anderenorts.
Das allein ist noch keine Gefahr.

So musste man also die Barackenreihen einmal umrunden und dabei alle Fackeln an den Wänden löschen, um darauf , diesmal allerdings in völliger Dunkelheit und nur durch die wenigstens etwas Licht spendende Fackel begleitet, den Rundgang zu wiederholen um, wie vom Lagerkommandant vorgeschrieben, noch einmal sicherzugehen das alle Fackeln gelöscht und in die Kästen gesperrt worden waren.
Versuchs mal mit KISS (keep it short and simple). Derartig verschachtelte Sätze hält doch kein Mensch aus.

Den es lag nicht einmal an der unerbittlichen Dunkelheit die einen stets umgab
Moment! Was hattest Du weiter oben geschrieben: Die Gefahr beim Abendgang bestand darin, dass die Nacht hier noch unerbittlich dunkler zu sein schien als anderenorts. Der Erzähler lügt!

Wie die Gesichter von Toten. Ich ließ den Blick durch den Raum schweifen, als vor mir urplötzlich dieses totenbleiche Gesicht war.
Sprachlich ungeschickt. Geh mal mehr ins Detail, nutze nicht immer wieder dieselben Vergleiche (das meine ich generell, nicht nur für diese Stelle). Ein "totenbleiches Gesicht" hebt den Leser nicht vom Hocker, es lässt ihn nicht einmal zittern. Ein schwebendes Bild eines halb eingedrückten Kopfes mit angefressener Nase und Maden in den Augenhöhlen schon eher. Nur mal als Beispiel.

Auf die Fackel war Erde gekommen sodass die Entzündung sich noch länger hinzog
Eine Entzündung ist ein Krankheitssymptom, nicht das Anzünden einer Fackel.

Einmal konnte ich ihn sofort vernehmen, bedrohlich hinter mir her kreuchend, dass andere Mal verblieb er den ganzen Rundgang in seinem Versteck, um dann kurz vor dem Tor überraschend an mir vorüberzuhuschen und mir solch einen Schrecken einzujagen das mein Herz kurz auszusetzen schien.
Erlebte Rede wäre hier besser. Das hier wirkt zu ruhig für den Inhalt, den Du rüberbringen willst.

der ewige Verfolger ließ sich bis zur Mitte der Westseite nicht verspüren
Welchen Unterschied soll "verspüren" zu "spüren" haben?

Ich vergrößerte meinen Schritt bis zum Maximum und verkürzte die Zeit in der ich den jeweils anderen Fuß nachzog
"Nachziehen" passt nicht, sofern der Wächter keinen Gehfehler hat.

Ich rannte wie ein Vierhufer dem man mit dem Brandeisen den Hintern präpariert hatten.
Er rannte also auf allen Vieren? :D
Abgesehen davon ist der Vergleich sehr schön.

Etwas kam heran, hechelte abrupt vor seiner Attacke. Ich schlug mit dem Knüppel um mich. Nichts war zu spüren. Wieder kam es heran, ein Hecheln. Ich ließ meine Waffe wieder durch die Luft wirbeln. Hätte ich mein Gewehr gehabt, hätte ich in die vermutete Angriffsrichtung einen Schuss abgefeuert, das Gewehr am Lauf gepackt und mit dem Kolben weitergekämpft. Die Attacken gingen weiter

Dass man bis hierhin gar nicht erfährt, worin die Attacken des Schattens bestehen, macht es schwierig, sich das Ganze vorzustellen. Auch das ist ein Grund dafür, dass nicht wirklich Angst aufkommt.

kauerte mich, die Hände über den Kopf gelegt, wie ein Stacheltier zusammen
Da er keine Stacheln hat, ist der Vergleich ungünstig.

>> Lass die Furcht nicht die Oberhand gewinnen, Kansen. <<
Wozu der Name?
Der Missbrauch von Größer-Kleiner-Zeichen ist gar nicht gut. Wenn Du französische Anführungszeichen nehmen willst, dann nimm auch genau diese. Mal zum Vergleich, die sehen so aus: » «

Nach einem minutenlangen Spießrutenlauf bei dem ich noch etliche Male attackiert wurde, dabei zwei weitere Male zusammenbrach und mir etliche Prellungen zuzog

Er wurde von dem Wesen nie verletzt, aber zog sich Prellungen zu? Aber, was erzähltechnisch noch viel ungünstiger ist: Die spannendeste Stelle – der Kampf um sein Leben – wird im Zeitraffer abgehandelt!

Grüße
Struppi
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