Märchen, Science Fiction, Fantasy

Sternenkrieger

Beitragvon Xanthippe » Di 02 Nov, 2010 21:38


Myriaden von Sternen hängen über dem Ozean, in der Ferne klein wie Augen, die ganz zusammengekniffen sind, um schärfer sehen zu können. Sie senden ihre Strahlen hinab zur Meeresoberfläche, um seine kilometerdicken Wassermassen als Linse zu nutzen. Zum Spährohr soll es ihnen werden, mit dessen Hilfe sie seine eigenen, tief in ihm verborgenen Geheimnisse ausspionieren wollen - bis auf den Grund.

Doch das Meer weiß ihnen ein Schnippchen zu schlagen. Es wendet die Waffe gegen die Angreifer und wirft den Sternen ihr gleißende Licht einfach zurück. Schon geblendet wollen sie von ihrem Spähangriff noch immer nicht ablassen, versuchen mit immer neuen Lichtwellen, sich die monströse Wasserlupe nutzbar zu machen. Doch das Meer kräuselt sich zu kleinen und größeren Wellen. An manchen Stellen konvex, an anderen konkav, verschiebt es ständig die Brennpunkte und verstärkt die Blendung der Sterne durch Verzerrungseffekte. Das Plankton formiert sich zu einem Trübungsfilter - anorganische Schwebteilchen mischen sich darunter. Die Lupe verwandelt sich unter dem zudringlichen Licht der Sterne in einen Sichtschutz, der alle seine Geheimnisse sorgsam und ängstlich vor den Außerirdischen verbirgt. Der Kampf tobt die ganze Nacht. Erst gegen Morgen ziehen die Extraterrestrier ihre heimtückischen Leuchtfinger langsam ein. Doch aufgegeben haben sie noch lange nicht. Sie werden wiederkommen!

Nacht für Nacht tobt dieser Kampf – seit die Welt besteht. Und Nacht für Nacht verteidigt das Meer sich und alles, was ihm lieb ist, gegen den zudringlichen Sternenglanz.
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Re: Sternenkrieger

Beitragvon Antibegone » Sa 09 Apr, 2011 20:00


Hallo Xanthippe,

ich fürchte, deine Geschichten sind hier etwas untergegangen. Zunächst dachte ich auch, du seist ein neuer User. Magst du dich vl hier einmal vorstellen und dich den anderen etwas bekannt machen?

Jetzt zu den Sternenkriegern.
Mir gefällt der märchenhafte Ton, den du benutzt und die ruhige, ausführliche Sprache, in denen du mit anschaulichen Bildern arbeitest. Das passt sehr gut zum Inhalt. Im Grunde vollziehst du eine fantasievolle Deutung eines nächtlichen Meeres. Eine Geschichte, die Meer und Sterne personifiziert. Das ist zwar ein denkbar einfacher Stoff, aber die Art, wie du es sprachlich ausschmückst, füllt die Geschichte an. Dadurch wird sie lebendig. Die Wörter, die du benutzt, sind zum Teil sehr genau und detailliert, du benutzt Fachwörter aus der Optik, wodurch dieses eigentlich sehr allgemeine Thema eine präzise Darstellung erfährt.

Am Ende mischst du Allgemeinplätze mit hinein. Ich bin mir nicht ganz sicher, inwieweit das passt. Die ausführliche, hypotaktische Sprache, die Inversionen, das „immer neue“ oder „alle Geheimnisse“ zum Beispiel ergänzen sich gut zu diesem märchenhaften Stil.
Bei „seit die Welt besteht“ bin ich mir nicht sicher, ob du das brauchst. Da gehst du völlig aus deinem Bild heraus. Der Leser steckt noch mitten im Meer und du lässt ihn auf die ganze Welt bestehen. Zumal es sich ein bisschen belehrend anhört, in dem Gestus von „guckt mal kinder, so und so ist das – seit die Welt besteht“. Das kann deine Intention sein, auf mich wirkt es halt überflüssig. Zumal du im nächsten Satz wieder zurück ins Meer abtauchst. Meiner Meinung nach hast du ein kleines Problem mit dem Schluss. Es wird einfach nicht „rund“. Du erwähnst oben schon „Der Kampf tobt die ganze Nacht“ Dann geht es weiter: „Nacht für Nacht tobt dieser Kampf – seit die Welt besteht. Und Nacht für Nacht verteidigt das Meer sich und alles, was ihm lieb ist, gegen den zudringlichen Sternenglanz.“ Das wiederholt sich einfach, das Kämpfen der Nacht, wenn du weißt, was ich meine? Ich sehe, dass du halt von dem speziellen Vorfall in einen Ablauf willst, der immer und immer wieder passiert. Aber… überleg dich einfach mal, ob du das brauchst. Oder ob der Leser nicht allein auf die Idee kommt. Aber das ist deine Sache.
In jedem Fall würde ich um die Wiederholungen zu vermeiden mindestens ein „Nacht für Nacht“ herausnehmen und ein „Kampf toben“.

So, ab jetzt habe ich nur noch ganz kleine sprachliche Anmerkungen. Du musst selbst gucken, ob du das nachvollziehbar findest oder nicht. Es sind Kleinigkeiten und bei so etwas sowieso immer Geschmackssache, also keine Kritik im engeren Sinne.

„Doch das Meer weiß ihnen ein Schnippchen zu schlagen.“

Das klingt sehr umgangssprachlich. Es fällt aus dem Rahmen der eher märchenhaften Sprache etwas heraus.

„Es wendet die Waffe gegen die Angreifer und wirft den Sternen ihr gleißende Licht einfach zurück.“

Ich war etwas überrascht, hier mit einem Mal von einer Waffe zu lesen. Klar, komme ich irgendwann darauf, was damit gemeint ist. Aber erst hier erfahre ich, dass im Grunde etwas Feindseliges zwischen den Parteien vor sich geht. Geheimnisse ausspionieren – ja, das kann feindlich sein, aber auch möglicher Weise nur neckisch, nur weil ich jemanden ausspioniere kämpfe ich noch nicht gleich gegen ihn. Ich war einfach nur beim Lesen dieser Zeile überrascht, dass hier ein Kampf vor sich geht. Du kannst dir halt überlegen, ob du das dramaturgisch nicht anders „vorbereiten“ möchtest. Oder du lässt es so und hast eine Art „Überraschungseffekt“.

Noch eins: Du benutzt öfter diese Spiegelstriche ( - ). Dadurch bringst du ein Stocken in den Fluss. Wenn ich lese – wirkt dieser Strich wie ein Abbrechen, eine Zäsur, ein neuer Abschnitt folgt, unvermittelt.

„Das Plankton formiert sich zu einem Trübungsfilter - anorganische Schwebteilchen mischen sich darunter.“

Täte es hier zum Bespiel nicht auch ein Semikolon?

Der Titel klingt nicht sehr originell, sondern eher wie der nächst beste Fantasy Roman. Du könntest halt versuchen ihn bildhafter/ assozitativer zu gestalten, Neugierde beim Leser wecken damit...

Eine nette kleine Geschichte.
Einen lieben Gruß.
Anti
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