Geschichten zum Thema Alltag

Renata

Beitragvon cube » Di 27 Aug, 2013 18:56


Renata ist wieder da. Sah sie sitzen, mit drei anderen Mädchenfrauen, eine schrecklicher als die andere, seelenverkrüppelten Seelenverkäuferinnen, deren Preise sinken. Und durch die brüchig gewordene Außenhaut dringt ungefiltertes Leben. Täglich muss mehr gepumpt werden, um die vor ihrer Zeit Gealterten auf den Oberflächen zu halten. Das Wasser steht bis zum Hals. Oberkante Unterlippe, wie mein Alter zu sagen pflegt. Er ist ein alter Sammler der Alte sammelt und sucht so stetig nach Umrissen der Menschen, wie er sie sieht, und Worten, die das Gesehene aufspießen. Als wären sie Insekten, die auf weiße Unterlagen gepinnt gehören. Als wären Artgenossen wohl interessanter, wenn sie ausreichend Fehlgebildet sind, um normalere Gestalten Staunen zu machen. So staunen sie, bei Suff und Häppchen, in Gesellschaft vorgeblich Gleichgesinnter, seinen Konzerten lauschen. Wo der Sammler herzeigt, was sich anfand. Zum Anschaun präpariert, in Kuriositätenkabinetten ausgestellt, seinen Alben und Textsammlungen, live & direkt, laut und bunt in Szene gesetzt von den Klangfarben seines fassförmigen Körpers. Diese Geschichte spießte er nicht, wer, der Altensammler fand sie nicht. Diese Geschichte. Sie fand mich, oder ich erfand sie. Renata. Nur um sie soll es gehen. Um es vorweg zu schreiben, kurz und schmerzvoll: Renata erstach ihren Pusher. So oder ähnlich titelte das hiesige Aufhetzungsorgan. Und zeigte auf Seite eins, wie eine junge Blondine in mainstreamchic, von zwei uniformierten Artgenossen, die auf Nachfrage sicher behaupten würden, nichts mit dem Biest gemein zu haben, am Arm gehalten. Offensichtlich abgeführt wurde. Das Gesicht von linker Hand verdeckt, voller Blut war ihre Hand, die Bildauflösung ist nicht so schlecht. Zu erkennen ist, wie fein ihre rot lackierten Fingernägel zugefeilt sind. Ihr Mund : ausdruckslos oder entspannt. Es ist ein ahnsehnlicher Mund, den küssen könnte Spaß, wenn man nicht weiß, wer sie ist, was sie tut oder getan hat, seien es jetzt statistische Ausreißer wie die Tötung ihres Pushers. Was vom Gericht wohl als Notwehr (affektives Handeln) ausgelegt wurde, sonst wäre sie nicht schon wieder frei. Oder ihr Tagesgeschäft. Körperverleih, Dieberei, slinging & stick-ups. Obwohl man sie auch küssen können wollte, wenn man von dieser Lebensführung und jenen Vorkommnissen hörte. Gerade dann. Sie ist ja auch hübsch, wie gesagt. Nicht wie die andere da. Von außen sind das Lebensläufe wie von der Stange. Tarantinos Filmpersonal. Und man könnte sich fragen, wer hier wen erfand, aber man könnte ohnehin so. Diese lebensgestaltenden Aktivitäten jedenfalls, was sie, laut dieses Artikels und der Erzählungen eines Bekannten, der mit ihr zusammen das Gymnasium in Kiel besuchte, und der ihr nebenbei bescheinigte, ein verwöhntes Reichengör zu sein, das ihre kleine persönliche Revolte zu weit führte, weswegen sie jetzt verirrt in ihrem Leben sei; oder vielleicht ist das auch Veranlagung, sagt wer. Was sie jedenfalls ständig tat. Charaktere ihres Schlags, Leute wie ich zum Beispiel, nicht wie du Ficker. Was jedenfalls keine Überraschung ist, weil immer wieder die gleichen unfruchtbaren Ideen, das Feld vom Ausblühen abhalten. Weil sie keinen festen Grund finden. Wo, sagt wer. Oder sich den schwankenden Gang der Seefrau aneignen. Gleichgewichtsorgane die automatisch alle Unwägbarkeiten und Angriffe des Meers der Möglichkeiten ausgleicht, ohne Gedanken daran zu verlieren. Ohne Energien zu verschwenden mit der Suche nach festem Grund wo keiner ist. Sei es nur für sie und ihresgleichen. Oder Suchen am falschen Ort. Ein bisschen spät, etwas zu langsam. So was. Die Existenz wirkt angesichts dieser schicksalhaften Gesamtlebenszusammenhänge seltsam willkürlich, streng und sogar grausam, in meinen Augen, spiegelt sich das Licht, nicht, ist nicht fair, unbedingt. Sagt er. Nimm's leicht, aber nimm es. Sagt er, ihm geht's gut, verhältnismäßig. Zu viert saßen sie am Tisch. Renata mit dem Rücken zur Wand, hübsch und aufgeregt, erzählte ihren Tischgenossinnen, die aufmerksam zuhörten. Die eine beugte sich sogar vor, als ob sie besser verstehen wollte, als ob ihr kein Wort entgehen sollte. Das ist die vorhin Erwähnte, die gemeinte & ungemeine. Mädchenfrau. Die Ärgste. Um die steht's auch arg. In einem totalitären System wäre sie kaum eine Kugel wert. Args. Man kann sich, aber man könnte ohnehin so einiges. Doch niemand! Nein halt, besser differenzieren : sagen wir : keiner. Genau, zB fragen. Oder wie es dazu kam, in einem so freien und durchlässichen System voller Möglichkeiten! Gnade Gott, verhülle mein Antlitz, die Welt ist so schön, ich will sterben. Wie es dazu, dass ein Mensch, der noch nicht älter als 30 ist, derart zugerichtet, mit so einem. Dieses Gesicht diese Fresse. Aber niemand will's fressen. Gezeichnet von gezielter Selbstzerstörung durch Selbstvergiftung, vom täglichen Sichzurichten. Mitanzusehen, wie man sich zerstört, sein Leben unlebenswert machen, oder machen zu lassen, ohne dem Einhalt zu gebieten, oder giebeten zu können. Man kann sich da wundern. Es lässt sich vermuten, dass zwischen den zerstörten Zügen ihres Gesichts und dem exzessiven Konsum von Freebase direkter Zusammenhang besteht. Um es mal unpoetisch auszudrücken. Um mal etwas komplett dämliches zu sagen. Sie können auch einfach weiterlesen.
Man könnte fürderhin vermuten, dass die tägliche Praxis des Körperverleihs gegen Geld. Da müsste man doch mal einen Punkt machen. Spätestens da, an ihrer Stelle. Diese eklige Sache, Sex gegen Geld. Ich bin da Nazi, wie Veganer mit dem Essen, null Toleranz, kein Verständnis, an die Wand, erschießen, besser irgendwo runterstürzen, Kugeln sparen. Also diese Praxis. Da gibt's ja Begleiterscheinungen. Öffentliches Ausstellen des zugerichteten Fleischsacks; verächtliche und angeekelte Blicke der Freier. Die vom Geld penetrierten die für oder gegen Geld penetrieren wollen. Wer soll das tun? Es ist einfach widerlich. Ich hab's auch nur einmal gemacht. Da war ich betrunken. Sie erzählte, sie sei Studentin der Indologie und befinde sich nur in einer schlechten Phase, vorübergehend. Vorübergehend, so erfahre ich mich selbst, wenn ich sie sehe. Was soll ich denn tun. Ihr helfen? Beim zweiten Mal jedenfalls fragte ich sie, wie es mit dem Studium der Graphologie laufe, ob ein Ende der schwierigen Phase abzusehen sei. Sie meinte, dass sie dranbleibt, auch wenn's schwer ist. Nutte und Lügnerin! Erst Indologin, dann Graphologin. Ich wäre da gar nicht hingegangen, wenn ich nicht so erbärmlich besoffen gewesen wäre. Ans zweite Mal kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Fleischsack mit zwei Löcher : eins zum Penetrieren gegen Geld, das sie eintauscht gegen gelbliche Klümpchen des Steins, den durch's zweite Loch in der Pfeife sie raucht. My o my, möge der der hochtoxische Rauch Lunge & Hirn penetrieren! Ohne Gift kann ich nicht leben, und du auch nicht, vegetarisches Zukunftsmodell, ob du willst oder nicht. Und wer, sagt warum : Auf dass nichts ausblühe auf dem Feld ihres Lebens. Damit sie nicht sehen muss, welche Gewächse auf diesem Grund gedeihen. Ja, es ist schrecklich, du Wichser tust auch nichts dagegen. Kriegst es ja nicht mal hin, deinen Freunden das Ohr zu leihen, wenn die mal nicht easy going & laid back sind. Wenn ihr alle sterbt, ist nicht viel geschehen. Ich schweife nicht ab, nicht. Ich sehe sie manchmal, auf dem Weg zur Universität oder zur Arbeit, zu Penny oder zum Gemüsetürken, zur Bibliothek oder zum. Das sind so Wege, die führen über den Steindamm, eine Straße, die mit ihren Kreaturen widerständiger Rest des einstigen Molochs ist. Dessen Gedeihen gleichgültigen Gesetze gedankt! einer reichen Stadt zu verantworten haben, deren Geschicke seit jeher von Kaufleuten gelenkt werden. Pfeffersäcke, höchstens distinguierte Opportunisten. Sie jedenfalls. Die kaputte Tuse Mensch, nicht die Kaufleute. Sie jedenfalls. In einem der wenigen Aufgänge, die nicht wie meiner von Stahlgittern versperrt sind. Steht sie manchmal. Allein oder mit ein zwei Anderen. Sind sie zu mehreren, weiß man gleich. Was Sache ist. Da ist dann irgendwo ein Löffel, notdürftig vor Passanten-Blicken verborgen; verborgen vor Passanten, die zumeist nichts weniger wollen, als hinsehen.Ist diese Mädchenfrau allein, wartet auf Kunden oder Pusher, oder – kämmt sich das Haar. Rötlich-blondes Haar, seidig glänzend, immer gepflegt, schulterlang. Aufsehenerregendes Haar. Von seltener Farbe und Struktur, es ist schönes Haar, das mglw nach Sonne riecht, die über einer endlosen Küstenlinie scheint, wo einem die Geliebte sagt, sie will immer mit dir zusammensein. Es kann sein, sie vergisst sich selbst. Steht da, gegen ein Auto gelehnt. Sitzt auf einem der stählernen Rahmen, falls keine Fahrräder angeschlossen sind. Kann sein, sie vergisst sich und ist einfach nur da, ganz ruhig, und wenn man vom Busbahnhof kommt, sich ihr also von hinten nähert, und dieses Haar sieht, also. Ich war davon einmal ganz hingerissen, verzaubert, in einem Moment der Betrachtung gefangen, aus dem heraus ich nicht zu entkommen wünschte. Normalerweise aber ist sie nicht so. Es kann sein, dass ich sie noch nie so erlebt habe. Möglicherweise ist das eben beschriebene Bild nur eine Vorstellung. Was ich weiß, ist, dass sie, wenn sie nicht gerade Kreaturen zu überreden versucht, sie gegen Geld zu penetrieren, oder auf einen Löffel fixiert ist, oder im Rauch verschwindet, dass ihre dritte Beschäftigung ist, sich das Haar zu kämmen. Immer und immer wieder durchfährt sie mit einer Bürste ihr seidiges Haar, betrachtet sich in den Spiegeln der Fensterscheiben, bewegt ihren Kopf ruckartig, ihre Bewegungen sind seltsam ungeschmeidig, unfließend, eine Roboterin, die sich per ständiger Fehlzündung fortbewegt, ruckartig also wirft sie ihr Haar um ihr Haupt, manchmal hält sie ihren Kopf danach in einer schiefen Pose, dass ihr Haar ihr Gesicht verbirgt; und in dieser Haltung verharrt sie. Und kämmt ihr Haar.

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rivus (Mi 28 Aug, 2013 17:15)
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Re: Renata

Beitragvon kokoschanell » Mi 28 Aug, 2013 14:05


eine beeindruckende geschichte, cube, die zeigt, dass die betrachtete nicht weniger zerissen ist als der betrachter selbst.
er schafft es nicht, zu tolerieren zu übersehen, anzunehmen, obwohl er eine gewisse sympathie für die junge frau hegt.
immer mal wieder entschuldigt er sich dafür, dass er sie nicht "lieben" kann wie sie ist.
das aber gehört ja gerade zu liebe dazu.
veriwrrt und hin und hergerisen von schuldzuweisungen. selbst.sie, er auch.
das haar, das scheinar noch so unbedarft und lieblich ist wie die junge frau ohne ihren job und ihre sucht sein könnte, spielt als metapher eine tragende rolle. es zieht ihn an, er sieht sie also schon mit liebendem blick.
sie selbst geht denselben weg.
Aussage der geschichte:
zerrissen sind alle, die die am rand stehen und die, die es sehen.
beeindruckend, sage ich ja.
lg von koko
Vielleicht stünde es besser um die Welt, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen.

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Re: Renata

Beitragvon findefuchs » Mi 28 Aug, 2013 15:18


Cubi,

räumst Du den Dachboden auf, oder wo findest Du diese alten Hüte? Neulich den Geist von Jack London und anderen alten "Seebären", jetzt eine - wie schon von Toulouse Lautrec, über Piaf, der Bild-Zeitung und weiß der Deibel wem - in Filmen, Liedern, Texten, quer durch die Weltgeschichte auf Papier gevögelte "Renata", die symbolisch für alle Frauen steht, die den Job einer Prostituierten ausüben und die Dich nun beim Vorbeischlendern, offensichtlich in Wehmut, Wut, Trauer, Empathie, Erstaunen und soziales Frösteln versetzt, gemischt mit Dir selbst befremdlicher Anziehungskraft, welche ich aus dem Satz:"den küssen könnte Spaß, wenn man nicht weiß, wer sie ist, was sie tut oder getan hat." Diese Relativierung hat es in sich." Oder auch:
"Rötlich-blondes Haar, seidig glänzend, immer gepflegt, schulterlang. Aufsehenerregendes Haar. Von seltener Farbe und Struktur, es ist schönes Haar,.."
Darunter liegt der Gedanke: Fast wie bei einer "normalen Frau", nicht wahr?... merkst Du, wer hier stigmatisiert?
Die literarische Aufarbeitung des vermeintlich tragischen Schicksals von "Renata", der von Männern gegen Geld ausgebeuteten Frau, ist m. E. ein etwas kitschig-romantisierender Versuch, ein Schicksal begreifen zu wollen, erfassen zu wollen, in seiner Gesamtheit, mit all seinen Brüchen, mit all seinen vergebenen Chancen, mit all seinen ungenutzten Möglichkeiten, mit all seinen Entscheidungen - auch mitunter dafür - was sehr selten gelingt. Wem steht das zu, andere so durchleuchten zu wollen, nur, weil ihr Schicksal aus der Norm fällt. Alles, was der Text evoziert, ist ein überkommenes ins Licht zerren der Vertreterin einer Berufsgruppe, die einfach nur ein integraler Bestandteil aller Gesellschaften ist, seit es Menschen gibt. Sie wahrnehmen, in dem Gedanken, dass sie dort, wo sie steht, ihren Job macht, auch wenn es Dir den Atem nimmt, so wie Du auf dem Weg zu dem Deinen bist, wenn Du sie zufällig siehst, hielte ich für zeitgemäßer und entböte "Renata" den Respekt, den Du ihr mit dem Text, der für mich heute wahrlich die rote Laterne hält, eigentlich verschaffen wolltest.

Geschrieben allerdings, ist das Teil sensationell und phantastisch. Ich bin nach wie vor total begeistert von Deiner Schreibe und luschere immer, ob ich einige Zeilen davon entdecke, die ich dann sofort lese.

So auch weiterhin.

Gruß

finde
Zuletzt geändert von findefuchs am Mi 28 Aug, 2013 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
Als ich des Suchens müde wurde, erlernte ich das Finden.
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Re: Renata

Beitragvon rivus » Mi 28 Aug, 2013 18:11


hi cube,
ach, wer kann schon wen wahrhaftig begreifen, erfassen? wird es nicht immer noch facetten geben, die der intendierten und auch der fokussierten wahrnehmung entgehen? skizzierte sich die wahrgenommene menschin aus einem blauen wunderhornblick? konnte sie den kalten mechanismen des verbrauchtwerdens nur entkommen, weil sie sich descartisierte, sich in ein psychosoma des roboterhaften flüchtete? sind es die allzumenschlichen sehnsüchte, nach etwas, was sich immer mehr einbahnt, bis es, doch noch, unterm haar, mit einem gesicht, überlebt, das sie selbst nicht mehr anzusehen vermag? könnte sich so das alter ego eines seelenlebens doch nochmal hervorwagen?


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Re: Renata

Beitragvon cube » Sa 31 Aug, 2013 18:14


danke fürs feedback, bin grade auf trebe, melde mich sobalds passt und geht!
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Re: Renata

Beitragvon cube » Do 05 Sep, 2013 20:39


hallo.

koko : danke. eindrücklich will ich schreiben. die zerrissenheit des erzählers, ähnlich der des betrachteten subjekts, das darzustellen war mir ein anliegen.

finde : habe den text so weggeschrieben für die ausschreibung, und dann noch mal überarbeitet, weil da echt so üble stellen bei waren denke ich. bisschen weniger schlecht jetzt. als stigmatisierung will ich den text nicht verstanden wissen, klar. prostitution ist in meinen augen auch kein job, ob das jetzt legal ist oder nicht. und dieses leben stelle ich mir als eines der schlimmsten vor, die man in unseren breiten überhaupt erleben kann. da ist nichts mit respekt, dafür bräuchte man partner auf augenhöhe, das verbietet sowohl sucht als auch körperverleih. natürlich kann ich dem thema nicht gerecht werden, und mir sind schreiber, die sensationen ausschlachten um zu skandalisieren und somit leser zu generieren zuwider. gleichzeitig bin ich angezogen von diesen dunkelsten auswüchsen des menschlichen und erkunde diese gefühle schreibend. ich trage eindrücke und infos zu diesem scheiß schon länger mit mir rum, das ist nur ein klitzekleiner ausschnitt. dunkler romantik kitsch, das ist schlimm, aber ich kann das teils nachvollziehen, mir gehen bisweilen solche lichter auf, wenn ich schreibe. aber ich kann halt nur der stimme formen geben, die in mir ist. übrigens denke ich ohnehin, dass texte meistens völlig einflusslos sind, sie werden konsumiert wie fast alle medien. ach und danke auch.

rivus : kann man nicht, kann niemand. wir uns nicht selbst und andere ebenso wenig. mglw gibt es momente der erkenntnis, die so was wie übersubjektive wahrheiten sekundenweise zur verfügung stellen, aber selbst wenn die mehr sind als trugbilder, bleibt nichts davon übrig, nachdem sie ans wort geheftet werden.
was du sonst schreibst: keine ahnung, kann alles sein. in jeder einzelnen sekunde gibt es hoffnung.

habe gerade kein netz zuhause und wir werden das als experiment noch eine weile so halten. was ein grund ist, warum ich gerade wieder seltener hier sein kann.

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