Science Fiction ab 12 von eftos

05 Uralt, kalt

Beitragvon eftos » Do 25 Mär, 2010 11:23


Tunnel Sci-Fi Trilogy -I- Das Königreich der Tausend (Blinde Passagiere)
Die Abenteuer von Prinz Henley zu Westerburg, Patchara Petch-a-boon und Svinenysh dem Ruba.

(V) Uralt, kalt
Durch die Halle der Könige schreitet gerade die Regentin des gesamten Raah-Indi Systems, Königin Hypatia I, flankiert von Ihrem Generalmajor Pavel Rebelkov.
„Die Existenz eines Regenten drüben auf Pak Prime ist unerträglich, meine Königin, das gehört zurechtgestutzt“ rattert er monoton. „Ihre Beliebtheit und pseudo-Kompatibilität macht sie umso gefährlicher für uns. Das Loslassen nimmt zu. Meine Königin das ist eine gefährliche Tendenz.“
„Ruhig Blut Rebelkov, Sie sind zu aufbrausend.“ weist Ihn die Königin zurecht. Sie fährt fort: „Bei den unseren kommen Sie weniger an. Es sind die Pakinger die Sie hinter sich wissen können.“
„Verzeiht euer Gnaden, aber jetzt diese Bande treffen zu müssen. Es gäbe bessere Kandidaten. Schlimm, dass der kleine Bastard von denen gerade dieses Jahr eingeschult werden muss. Euer höchstwohlgeborener Sohn zusammen in einem Jahrgang mit dieser Brut, auf der gleichen Schule“ knattert der General.
„Mein guter Rebelkov, Sie sind ein schlechter Taktiker und Stratege.“ Ist Ihre kurze Antwort.
Hart ist Sie geworden in Ihren Zügen und im Wesen, seit dem Tode Ihres Mannes kurz vor der Geburt Ihres einzigen Kindes, Prinz Herold von Westarp.
Heute, zwölf Jahre später steht hier in Lyporo dessen Einschulung in das königliche Alanis Institut der angewandten Wissenschaften auf dem Plan. Ein edles Haus nobler Vergangenheit. Viele kluge und einflussreiche Persönlichkeiten hat es hervorgebracht. Doch auch in diesem stolzen und renommierten Internat hat sich in letzter Zeit einiges getan. Dinge, die in der alten Ordnung unmöglich waren.
Antidiskriminierungsgesetze, hundert Jahre alt, erlauben multi-Spezies Unterricht in einigen Fächern und Austausch im Pausenhof. Aufgrund der Integration der Arten ins tägliche Leben hier auf dem Trivy ist man in diese Richtung gegangen. Die meisten befürworten dies, manche wenige lehnen es ab.
„Untertänigst, meine Gebieterin, ein College wo sie jetzt schon die Schweine des Trymoo unterrichten? Wo soll das noch hinführen?“ Mild lächelnd erwidert Sie: „Rebelkov, muss ich Sie darauf hinweisen das auch Ihren Haushalt die Ruba sauber halten?“
„Sehr wohl Hoheit, Staubwedel schwingen dürfen Sie von mir aus, aber lernen? Die gehören separiert. Außerdem hab ich’s ja mit diesen, verzeiht meine Königin, verfluchten Blecheimern probiert. Grausam wie dumm die sind.“
„Ständig neue Probleme mit irgendwelchen Systemen und quasi zu faul sich abends an die Steckdose zu hängen. Nur für die dreckigsten Tätigkeiten oder im Krieg sind die einsetzbar.“
Fast schon mitleidig wendet sich Königin Hypatia noch einmal Ihrem treuen General zu. „Krieg? Tsa tsa tsa. Hunderte von Jahren ist das her. Aber ich stimme Ihnen zu: Unsere Ordnung könnte besser durchgesetzt sein. Vielleicht sollte man drüben wirklich mehr Kompatibilität reinbringen. Eventuell ist Ihr Plan richtig. Zudem: wieso sollte ich diese Offerte auch ablehnen?“
Am anderen Ende der Halle steht eine freundlich dreinblickende Ansammlung Menschen, die sich angeregt unterhalten und interessiert umschauen. Manche nicken sogar anerkennend. Es sieht so aus als kämen Sie von weit her. Weniger wegen Ihrem Aussehen, das auf Adel schließen lässt, oder aufgrund von Reisestrapazen, nein, viel mehr deshalb weil Ihnen die Umgebung augenscheinlich etwas fremdelt.
Die Reisedelegation besteht aus der hochwohlgeborenen Familie des Regenten vom Pak, Dr. Leviathan zu Westerburg. Desweiteren aus seiner Frau Ratia, hohe Repräsentanten des Indi Systems und zu guter Letzt seinem zwölfjährigen Sohn Henley.
Dr. Westerburg bemerkt als erster das nahen seiner Regentin. Auch wenn Ihm das Protokoll gestattet die Königin begrüßen zu dürfen, weiß er, dass Sie es bevorzugt wenn er davon absieht.
„Mein lieber Cousin, es ist schön dich hier in Lyporo zu begrüßen. Hattet Ihr eine angenehme Reise?“
„Eure Majestät, zunächst danke ich für die Einladung. Nun ja, nur ein Narr bezeichnet den Tunnel als langweilig. Reisen ohne sich zu bewegen hat was. Es ist ein Privileg für uns alle hier zu sein. Immer wieder aufregend das System all unserer Vorfahren zu besuchen. Viel hat sich getan in Lyporo, hier in der Halle scheint die Zeit jedoch eine Konstante zu sein.“
Als hätte sie nur auf den letzten Satz gewartet entgegnet Hypatia: „Wie absehbar, der Gelehrte spricht. Dabei gibt es so viel Wichtigeres! Das ist also der junge Prinz Henley, dein Sohn?“
So geschieht es, das sich Hypatia I, Königin des Raah-Indi Systems zum ersten Mal Henley von Westerburg zuwendet. Seine Mutter würdigt Sie dabei keines Blickes. Darauf ist Sie trainiert. Es besteht keinerlei Interesse an Ratia zu Westerburg, was Sie denkt und fühlt ist Ihr egal. Beim jungen Prinz ist das anders, er wird in einem Jahrgang mit Ihrem eigenen Sohn eingeschult.
Was spürt ein zwölfjähriger wenn er in das vertraute Gesicht einer fremden Person aufschaut, die doch jedem Individuum des gesamten Systems irgendwie bekannt ist.
Nun, es ist keine Antipathie, da zwölfjährige in den allermeisten Fällen noch menschenfreundlich sind. Aber auch sonst ist es Respekt vor dieser disziplinierten, ehrfurchtgebietenden fast asketischen Erscheinung. Ihre Kleidung trägt den Rest dazu bei. Schlichte Eleganz, gepaart mit unergründlichem. So verneigt sich Henley kurz, wortlos.
Sie streicht Ihm den Bruchteil einer Sekunde über den Kopf und sagt: „Sauber, Henley, sehr zurückhaltend ist er. Gut erzogen dazu. Nie was Falsches sagen, fabelhaft“. „Das soll wohl ein Kompliment sein“ denkt sich Henley.
Just in diesem Moment öffnet sich ein Seitenflügel und heraus treten einige streng dreinblickende Militärs. Unter Ihnen befindet sich auch Prinz Herold von Westarp, Hypatias zwölfjähriger Sohn.
Er ist ebenfalls von außergewöhnlich kontrollierter Mimik. Gekleidet ist er, dies ist erwähnenswert, in die dunkelgraue Uniform der Königlichen Beratergarde. Ungewöhnlich für einen jungen Prinzen. Er wirkt älter, obgleich er körperlich seinem Alter entspricht. Dennoch scheint er seine Rolle zu akzeptieren. Mehr noch: Augenscheinlich gefällt sie Ihm.
Vieles kann man sich bei seinem Anblick vorstellen: Wird er eines Tages König? Gewinnt er das Auswahlverfahren zu seinen Gunsten? Unvorstellbar hingegen und noch nie passiert, dass er in kurzen Hosen über den Bolzplatz rennt und mit Gleichaltrigen eine Runde Fußball spielt. Echtzeitsimulationen am Computer sind Ihm da lieber. Militärische Erziehung weckt Begeisterung für Strategie, Waffentechnik und die Armee.
Die Garde verneigt sich kurz vor der Regentin und bleibt stehen, Herold geht weiter auf seine Mutter zu, eine Hand lässig in seiner Hose vergraben.
„Es gibt wichtige und besondere Tage, heute ist so einer“ sagt Sie. „Gerade hat Sie deinen Sohn kennengelernt, Levi, nun ist es an der Zeit den meinen vorzustellen“. Sie wendet sich nun dem jungen Prinzen zu: „Du bist wie immer pünktlich, Herold“.
Er nickt dankbar, eine verbale Antwort bleibt aus. Er sieht sich stattdessen lieber die Reisedelegation vom anderen Stern mit Interesse an. Der gleichaltrige Henley scheint Ihm dabei nur nachrangig zu interessieren. Dieser heranwachsende verbringt die meiste Zeit in der Gegenwart von Erwachsenen, mit Privatlehrern oder im Netz.
„Herold, erinnerst du dich noch an Dr. Westenburg, den Präsidenten von Königs Statt drüben vom Indi?“ fragt Ihn seine Mutter.
Herold wendet sich Herrn Westerburg zu aber nur eine einzige Frage brennt Ihm auf seinen Lippen: „Wie ist das mit dem Tunnel?“ stolpert er los, zum ersten Mal seinem Alter gerecht. Ihm fehlt diese Erfahrung noch, was Ihn wurmt, obwohl er bereits alles Mögliche darüber gelesen hat. „Wie funktioniert die Kapsel? Stimmt es, das man aufs Gramm genau verwogen wird?“
„Nun“ beginnt Dr. Westerburg doch Hypatia unterbricht Ihn. „Herold, es gibt so viel spannenderes als die schnöde Technik. Ich bin mir sicher das es in Bälde eine Aufgabe für dich drüben beim Indi geben wird.“ Nach eine Kunstpause: „Bis dahin wirst du dich gedulden“. „Sehr wohl, Mutter“ murmelt er.
Die Königin fährt fort: „Jetzt setzen wir uns erst mal gemütlich zusammen und dinieren festlich. Reisen macht hungrig. Die Höfischen Eemits haben neue köstliche Kreationen der erlesensten Speisen für euch zubereitet. Schreiten wir also zur Tat.“
Damit ist die Begrüßungszeremonie offiziell beendet. Nach diesem Festmahl werden die Delegationen Ihren eigenen Beschäftigungen nachgehen. Die vom entfernten Indi hauptsächlich Politischer Natur wie Meetings oder Treffen Ihrer Ressortkollegen vom Raah.
Natürlich wird auch der Schulbeginn ein Thema bei den Westerburgs sein, hauptsächlich für Ratia und den jungen Henley.
Letztendlich wünscht man sich in dieser Delegation am meisten Stabilität, mehr eigene Kompetenzen und den baldigen Aufbruch in die Heimat. Auch wenn man den Sohn zurücklassen muss.
Pavel Rebelkov, der sich während der gesamten Konversation dezent im Hintergrund gehalten hat, schaut auf die nächsten Tage und Wochen ebenfalls freudig, allerdings gehen seine Pläne in eine völlig andere Richtung.
Der treueste General Ihrer Majestät plant einen Coup, eine Intrige, etwas Ungeheuerliches.
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