Science Fiction ab 12 von eftos

18 Nef Silva

Beitragvon eftos » Mo 21 Jun, 2010 07:06


Tunnel Sci-Fi Trilogy -I- Das Königreich der Tausend (Blinde Passagiere)
Die Abenteuer von Prinz Henley zu Westerburg, Patchara Petch-a-boon und Svinenysh dem Ruba.

(XVIII) Nef Silva
„Hach, Reisen angenehm so ist“ denkt sich Svinenysh vergnüglich mit zwei Knöpfen im Ohr. Er zuckelt leicht, gleichzeitig streichelt er sanft das Interieur des schicken Rocktars.
Dann plötzlich schreckt er auf. Er entstöpselt sich, die anderen sehen Ihn mit Fragezeichen was-nun-schon-wieder Gesichtern an.
Aufgelöst beginnt der junge Ruba: „Namen wir brauchen!“ kreischt er „wichtig sofort fehlt Name für Gefährt! So immer ist‘s auf Trymoo Ruba. Vorschläge, schnell los danke ab dazu!“ Mit großen Augen nimmt er seine Freunde ins Visier.
Henley antwortet als erster: „Nochmal zum mitschreiben: Du möchtest, das wir uns einen Namen für dieses kleine Spaceship ausdenken?“
„Jawohl, ja, aber hallo wichtig richtig!“ antwortet der Angesprochene. „Ansage los bitte Henley schön.“
„Uuh“ stöhnt dieser „ich wünschte ich wär so kreativ… fällt irgendjemand von euch was ein?“ Doch Patchara Petch-a-boon und Mikkel Silva ziehen nur die Augenbrauen hoch und zucken mit den Schultern.
Svinenysh denkt indes angestrengt nach wobei er abwechselnd ein Auge zukneift. Dann setzt er plötzlich ein freudiges Strahlen auf:
„Haben ich es leicht sehr! Name gut befunden. Nennen wir Flitzer tun ‚Wespley‘ schnell wie diese und vom Henley. Jawohl Juhuu!“ Er freut sich wie ein Schneekönig und beginnt eifrig zu wienern.
Die anderen drei sehen sich vielsagend an, dann meint Mikkel nur: „So sei es“.
Und so geschieht es, das unsere Helden von nun an im Wespley unterwegs sind statt in Henleys Xpeed-Rocktar.
Fleißig verfolgt dieser seine Bahn. Alle Planeten um Sie herum sind nun verschwunden. Dafür strahlt der Raah umso mehr und auch der 0.92 Lichtjahre entfernte Indi hat an Macht gewonnen.
Irgendwann später wird Mikkel aktiv: „Bald kommen wir in Kommunikationsreichweite. Ich meine in die Gegend in der man in vernünftiger Zeit mit einer Antwort rechnen kann. 40 Sekunden, d.h. innerhalb anderthalb Minuten eine Antwort. Das müsste gehen.“
„Also ich klingel mich dann mal durch zum Vex“ sagt er „immerhin müssen wir wissen wie wir runtergehen. Wir können den Turb oben parken, hmm… naja, schau‘n wir mal.“
Aufgrund der Zeitverzögerung steht fünfzehn Minuten später fest, dass Sie mitsamt Turb Senkrecht runtergehen, direkt ins Spacedock I Machine-City Nord.
Nef Höchstselbst hatte deutlich gemacht, dass es viel zu auffällig ist wenn ein Turb oben am geostationären Spacedock Vex alpha I festmacht. Der ist nämlich meistens leer. Wenig Besuch hier, außer Hochsicherheitstransporte oder Roboterladungen ausrangierter mechanischer Neuankömmlinge via Deepjet.
Diese direkte, erdgebundene Landung ist nur möglich weil Patchara einen neuen Turb der Stax Klasse aufgetrieben hat und die neuen Xpeed Rocktars damit kompatibel sind.
Während der Landung geht Wespley also in senkrechte Position, die Turb Aggregate und das eingebaute Ultrosin-Triebwerk landen das Spaceship daraufhin sanft. Dies ist sogar in einer Null-Atmosphäre wie auf dem Vex möglich.
Mikkel übermittelt die genauen Koordinaten direkt in den Navigationscomputer. Dies ist möglich, weil Patchara dazu vorher seinen Comm authentifiziert hat.
„Landevorgang wird in T-5 Minuten eingeleitet“ rattert der Bordcomputer.
„So, dann geht die Achterbahnfahrt nun lost“ sagt Henley in seiner Eigenschaft als Pilot. „Schnallt euch bitte an, gleich glotzen wir alle an die Decke.“
Zunächst rasen Sie jedoch weiter auf die graue Planetenoberfläche zu. Einheitsbrei ja, aber links war es gleißend hell, rechts stockdunkel.
Da, zum ersten Mal ist was Neues zu erkennen. Lichter. Ein düsterer Komplex direkt auf der Kante. Was für ein unwirtlicher Ort. Eine eigenversorgte Insel in der Wüste.
Energie gibt’s hier genug. Sie reicht aus die Anlage abzuschotten, dichtzumachen nach außen und den benötigten Biospähren- und Recyclingkreislauf am Leben zu erhalten.
Nun stellt sich Wespley auf. Patchara wird leicht schwindelig aber sie versteckt dies so gut es geht. Von irgendwo hinten ist ein leises „Oho lala“ zu vernehmen.
Nur auf den Monitoren ist für unsere jungen Helden zu erkennen was sich unter Ihnen abspielt. Sie sehen die Hangartür die sich öffnet und Ihr Gefährt verschluckt.
Grelles Licht umgibt sie nun. Das Tor über Ihnen verschließt sich wieder. Monitore mit roter Schrift „Im Cockpit bleiben“ leuchten ringsum auf.
Nun wird die Empfangshalle wieder unter Druck gesetzt. Unzählige Schläuche pumpen Luft in das Gebäude. Bald schon springen die Monitore auf grün und zeigen „Normalatmosphäre hergestellt“ an.
„Aufgemacht, los juhu“ bellt Svinenysh. Doch bevor er dies tat wartet Henley bis die Landungsleitern fest an seinem Gefährt verankert waren. Erst dann drückt er den Knopf.
Svinenysh springt sofort mit einem Rückwärtssalto aus seinem Sitz und landet sicher auf dem Vexboden.
Er reibt sich verwundert die Augen und strahlt „Genauso leicht wie auf Tymoo hier Vex ists auf. Mag ich sehr gern dich habe Vexibobbel“
Auch die anderen drei klettern nun ohne Mühe runter. Sie betreten nacheinander den Innersten Planeten des Raah Systems.
Erst nun sahen Sie, dass da bereits jemand auf Sie wartet. Ein gefährlich aussehender Mann mit rasierten Schläfen, Irokesenschnitt und Nickelbrille steht da im Eingangsbereich.
Das ist er also, dies muß er sein, der geheimnisvolle Gefängniswärter, dieser seltsame Einsiedler, CoO des Vex: Nef Silva.
Die düstere Erscheinung schüttelt den Kopf: „Was machst denn du schon wieder hier?“ fragt er seinen elfjährigen Neffen „ich hab gehofft dich eine Zeit lang los zu sein…“
Mikkel grinst breit und sagt an seine Freunde gewandt: „Ich darf vorstellen: Nef Silva mein hochgeehrter Herr Onkel.“
Bei Patchara und Henley herrscht trotzdem erst mal Skepsis vor, er sieht halt schon etwas anders aus als der Durchschnittsspießer um die Mitte vierzig. Also sehen Sie Ihn lieber mit zusammengekniffenen Augen misstrauisch an.
Nef will gerade das Eis brechen und eine Begrüßungsformel rausdrücken, als Ihm der neugierige Svinenysh dazwischen gehoppelt kam:
„Hem ha hum, wie du siehst aus!“ sagt dieser abweisend, sein Körper nimmt eine leicht angedeutete Fluchthaltung an. Dann fragt er kleinlaut: „Gefährlich bist du?“
Nef nimmt den jungen Ruba ins Visier, sichtlich überrascht: „Meine Fresse. Dass ich das noch erleben darf: Svinenysh Galactic persönlich, ja, auch ich habe schon viel von dir gehört.“
Drei Freunde sehen sich an: Woher weiß er? Ach egal! Svinenysh jedoch sperrt seinen Mund aus einem ganz anderen Grund auf. Irgendwas hat er zu protestieren.
Nef, bester Laune: „Bei unseren Gefangenen geht’s grausam zu. Die Isolation treibt jede Freude aus Ihren Leibern. Deshalb ist wahrscheinlich dein Auftritt von höchster Stelle als hilfreich eingestuft worden und ins Entertainment TV Paket aufgenommen worden.“
Svinenysh hat zwar keine Angst mehr, aber dennoch sieht er Nef entgeistert an, er will gerade etwas loswerden, als der CoO fortfuhr: „Es war das erste Mal das ich sowas ähnliches wie ein Lachen aus diesem Block gehört hab, zumindest bei denen die irgendwann wieder raus kommen. Bei den anderen… ach lassen wir das.“
Schnell erhebt Svino den Zeigefinger, schüttelt diesen, genau wie seinen Kopf: „Nein, NO, nie, nu!“ blabbert er „Nur Svinenysh, keine Galaxis ist! Kein null Ruba zwei hat Namen, alle Viele total nur haben eins. Svinenysh der einzelne, ohne Galactic basta ist!“
Auch wenn diese Feststellung für Svinenysh höchst wichtig ist, so tut Nef doch genau das richtige: Er überhört es. Die Frage warum er überhaupt von dessen Auftritt weiß lässt er ebenfalls unbeantwortet.
Er wendet sich stattdessen lieber Patchara Petch-a-boon und Prinz Henley zu Westerburg zu: „Na, was haben wir denn da für zwei Hüpfer? Niemand kommt freiwillig hier rauf, am wenigsten mit dem da drüben.“ Er zeigt auf seinen verwilderten Neffen. „Habt Ihr was ausgefressen?“
Statt zu antworten sehen sich Patchara und Henley unbehaglich an. Noch haben Sie zu wenig Vertrauen in diesen finsteren Gefängniswärter gefasst. Zum Glück kommt Ihnen Mikkel zu Hilfe:
„Das ist Patchara Petch-a-boon“ beginnt er ohne Einleitung „und Henley zu Westerburg drüben aus dem Indi-System.“
Daraufhin sieht sich Nef den letzteren mal genauer an: „Westerburg? Hm, da war doch diese Schalte, ja, ich erinner mich. War dein Vater kürzlich auch hier bei uns?“ Henley nickt.
„Hat auf mich einen ganz patenten Eindruck gemacht, der Westerburg“ so Nef weiter „obwohl das unsere Obrigkeit aus irgendwelchen Gründen anders sieht.“
„Er wollte wissen wie wir es hier so handhaben. Stimmt genau, mir kommt’s so vor als ob es drüben immer ähnlicher wird. Diese Gerüchte um Machine-City II auf eurem Steppenmond Exo halten sich hartnäckig.“
Dies ist das erste Mal, das einer vom Indi seinen Heimatmond erwähnt hat. Henley war sogar bereits einmal da gewesen. Er hat den trockenen Trabanden zusammen mit seinen Eltern besucht.
Die dominante Spezies dieser Welt ist Ihm auch noch in bester Erinnerung. Wer könnte Sie auch vergessen? Die Etto sind Imposante Flugwesen mit bis zu fünf Meter Spannweite.
Sie könnten locker einen Menschen tragen, leider sind sie nach wie vor ungezähmt. Es ist unmöglich diese stolzen Vögel zu dressieren.
In Gefangenschaft gehen sie rasch ein und bevor Sie sich unterjochen lassen sterben Sie lieber. Es ist deshalb noch niemandem gelungen Ihnen irgendeine dumme Dressurnummer anzutrainieren, geschweige denn Sie als tierisches Transportmittel herabzustufen.
Also leben Sie nach wie vor autark in der riesigen Steppe. Sie dienen einerseits den Fernreisenden, ein Trip zu einem anderen Gestirn wird immer noch als solche gesehen, als Attraktion;
Gleichzeitig dezimieren Sie durch Ihren großen Appetit die reichlich vorhandenen Beuteltiere auf dem Exo. Man könnte auch sagen sie sind die Landschaftspfleger des Trabanden.
Nef fährt fort: „Wie bereits erwähnt habe ich keine Ahnung warum die unseren so wenig von deinem Vater halten. Die Militärs werden immer seltsamer bei uns.“
„ Wenn ich nur daran denke was für einen verrückten Vogel sie hier vor drei Tagen abgeliefert haben… Ich hab schon viel erlebt, aber sowas wie der bzw. das ist selbst für mich neu.“
Mikkel wirft ein: „Wieso? Was ist denn passiert?“
Nef Silva sieht ihn an und schüttelt den Kopf: „Mit vier Mann Geheimpolizei haben Sie ihn hier angeliefert. Der oder besser das abgelieferte hat jedoch auf mich, wie soll ich sagen, eher einen äußerst verwirrten, hochgradig schizophrenen Eindruck gemacht. Ich glaube kaum das der irgendjemanden etwas zu leide tut.“
Beim Stichwort Geheimpolizei wird Patchara hellhörig. Zum ersten Mal fragt sie deshalb Nef direkt: „Verzeihung, aber wen haben Sie hier abgestellt? Eine Person?“
„Nein“ Nef schüttelt den Kopf. „Es war einer dieser anthromorphen Exa-Klassen Roboter. Er hat sich äußerst seltsam verhalten. Fast wie ein Kind. Wahrscheinlich sind irgendwelche Kybernetische Experimente an Ihm unten in Lyporo durchgeführt worden. Schon äußerst komisch.“
Die junge Diplomatentochter fragt nach, auch Mikkel scheint interessiert: „Ist es möglich, dass wir den vielleicht mal sehen können? Wir haben doch alle Robo-Technik belegt, das interessiert uns alle, stimmt’s, Mikkel?“ lügt sie. Dieser nickt sofort.
Nef schaut in die Runde, einschließlich des staunenden Svinenysh. Dann sagt er schließlich:
„Ja, dann ich geb euch also mal eine kleine Führung. Aber erst später! Ein bisschen was hab ich doch im Tagesgeschäft zu erledigen. Etwas manuelles Steuern und Regeln ist in dieser großen Anlage nach wie vor nötig. Ich zeig euch erst mal eure Quartiere.“
Daraufhin sehen sich unsere vier Helden in gespannter Erwartung an. Gleichzeitig freuen Sie sich darauf endlich die Füße austrecken zu können.
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