Science Fiction ab 12 von eftos

27 Auf dem Septemberfest

Beitragvon eftos » Do 07 Apr, 2011 10:55


Tunnel Sci-Fi Trilogy -I- Das Königreich der Tausend (Blinde Passagiere)
Die Abenteuer von Prinz Henley zu Westerburg, Patchara Petch-a-boon und Svinenysh dem Ruba.

(XXVII) Auf dem Septemberfest

Zeit für Henley sich umzuschauen: Seine beiden Freunde lassen die Schulter hängen. Gerade will Henley mit Ihnen besprechen was nun zu tun ist, als die kleine Eevie Lundbarden angeschossen kommt.

„Hallo, ich bin Eevie und ich glaube euch!“ platzt sie los. Henley sieht sie fragend an. Sie legt nach: „Mehr noch: Ich kann euch sogar helfen!“

„Wie helfst du wollen uns?“ fragt jemand mit leicht geschwollener Nase. „Klein zu bist du! Aber doch ja, wichtig es ist sehr. Brauchen wir Hilfe tun ganz.“

Henley räuspert sich. „Ich glaube es ist Zeit für eine echte Vorstellung. Mich kennst du ja schon, diejenige welche da drüben ist Patchara Petch-a-boon aus der Provinz Xonburi vom Trivy im Raah-System…“

Neugierig schaut Eevie die junge asiatische Diplomatentochter an, Patchara sieht zurück, wie immer eher zurückhaltend. Es ist Ihre angeborene Natur.

Ja, die Unterschiede sind riesig. Auf der einen Seite die hellblonde Nordmanntochter mit strahlend blauen Augen, auf der anderen Patchara Petch-a-boon mit Ihren schwarzen Mandelaugen und langer glänzender pechschwarzer Mähne.

Vielleicht deswegen sind sich beide gleich sympathisch. Sie winken sich zu und sagen „hi“.

Jetzt wird’s komplizierter für Henley, jemand ganz besonderes wartet nun darauf vorgestellt zu werden.

„Mein zweiter Mitstreiter hier ist Svinenysh Gal… Verzeihung ist Svinenysh der Ruba vom grünen Jungelmond Trymoo des Trivy. Er spricht ein bisschen verdreht aber sonst ist er die Wucht!“

„Guten Hallo“ gibt der Angesprochene sofort zurück „Du bist wer?“ Als schneller Lerner streckt er Ihr gleich seine Hand entgegen.

Eevie geht daraufhin auf Ihn zu und schüttelt Sie. „Ich bin Eevie Lundbarden, stolze Pakingerin hier aus der Provinz Sarpsborg. Ist es schlimm mit deiner Nase?“

Svino gibt sich rau und robust: „Noo oho. Klar alles ist schon sehr gut. Dran noch fest, haha.“

Nun ist es Zeit für Eevie das Zepter in die Hand zu nehmen. Dies hier ist Ihre Domain: „Los kommt mit zu mir in mein Zelt. Später gehen wir dann tanzen. Auf dem Septemberfest.“

Die Truppe zieht los, bald ist der Zeltplatz der Pakinger erreicht. Eevie wohnt ziemlich innen am Rand, in der Nähe der Rocktars, was Henley gleich bemerkt. Sofort fasst er einen Plan, aber erst mal gilt es diesen seinen Freunden mitzuteilen und vor allen Dingen diese junge Pakingerin zu überzeugen.

„Was Feiert Ihr eigentlich genau am Septemberfest?“ fragt Patchara neugierig die neue Mitstreiterin.

Eevie beginnt zu erzählen:„Tja, wenn ich das nur wüsste. Die einen sagen die Beerensaison, die anderen das Ende des Sommers. Wissen tut‘s keiner. Aber dafür haben wir eine große Showbühne mit den Top-Acts der Pakingschen Mukke.“

Patchara und Henley sehen sich an. Was wohl nach Galactic und Andra’s Love-Songs diesmal kommt?

„Ach was freu ich mich auf ‚Hell minus X‘ meine Lieblingsband. Die leben zwar noch in der Zeit vor dem Erstkontakt vom Trivy aber bangen dafür umso toller.“ Sagt Sie strahlend.

‚Jetzt oder nie‘ denkt sich Henley und bringt seinen Plan auf den Tisch: „Hör mal, Eevie. Direkt da draußen vor unserer Nase habe ich viele Rocktars parken sehen.“

„Ja, Regierungsschiffe sind auch darunter“ antwortet sie stolz. „Die sind immer startklar, der Comm steckt. Wir sind auf alles gefasst.“

„Aha“ – Henley sieht sich um. Patchara und Svinenysh linsen sich an, denken dasselbe wie er. So unauffällig wie irgend möglich fährt er fort:

„Eevie, du glaubst uns doch. Wir müssen hoch zum Exo. Ihr Lundbarden kennt uns Westerburgs schon lange. Du kannst mir vertrauen. Jetzt brauche ich deine Hilfe.“

Eevie sieht ihn fragend an. Henley hat keine Ahnung wie sie reagieren wird. Sie wird zwar kaum schreiend zu Ihrem Herrn Papa rennen, aber ein verschwundener Rocktar kann selbst die Tochter des Regionsvorstehers in Bedrängnis bringen.

„Frag los“ sagt Sie schließlich. Die Zeit der Diplomatie ist auch schon vorbei, so schnell geht das bei Kindern, der junge Prinz kommt auf den Punkt:

„Eevie, wir müssten uns mal kurz einen eurer Rocktars leihen. Ich versprech auch darauf aufzupassen.“

Die Reaktion der Eevie Lundbarden fällt anders aus als es jeder erwartet hatte. Genauso sehr Ihr Vater Henley als fantasierendes Kleinkind abgetan hat, so überrascht nun die Antwort seiner einzigen Tochter.

„Wenn das alles ist? Klar, aber ich komm auch mit!“ Sofort hebt Henley die Hand und schüttelt den Kopf:

„Nein, das auf keinen Fall! Aber danke! Tausend Dank. Das werde ich dir nie vergessen. Ich würde am liebsten gleich abhauen.“

„Juhuu jawoll geht’s zuck-ruck auf!“ Svinenysh ist aus dem Häuschen. Er macht Gesten wie ein siegreicher 100 Meter Läufer dazu.

Eevie hingegen zieht eine Schnute: „Ich will aber auch mit“ sagt sie mit verschränkten Armen. „Du hast noch Zeit deine Meinung zu ändern, Henley“ meint sie wenig begeistert. „Ihr müsst nämlich warten. Jetzt ist es unmöglich ungesehen zu starten. Später beim Konzert, wenn alle angedudelt sind, ja, dann stehen eure Chancen gut.“

‚Da ist was Wahres dran‘ denkt sich Henley und war erst mal zufrieden. Die Details kann man auch später noch klären.

Ab diesem Zeitpunkt vergehen die Minuten wie Stunden. Für Henley weil er so schnell wie möglich loswill, für Eevie weil sie so gespannt auf Ihre Lieblingsband ist.

Endlich ist es soweit. Eevie, frisch herausgeputzt im Kampfanzug, hat zur Feier des Tages noch ein seltsames Amulett umgehängt.

Kaum waren Sie vor dem Zelt bemerkt Henley, das alle Pakinger diesen sogenannten Höllenhammer um Ihren Hals hatten. Dieses Symbol stammt anscheinend noch aus Urzeiten.

Zum Glück reinigt sich die moderne Lotus Kleidung unserer drei blinden Passagiere von selbst. Was ein Matsch. Patchara ist zwar hart im nehmen, aber das war selbst Ihr eine Nummer zu toll.

Die Dämmerung fällt langsam in diesen Breiten, der Mosh-Pit ist auch erst zur Hälfte gefüllt.

„Immer diese blöden Vorgruppen“ ärgert sich Eevie. „Independent Zeug ist mir zu lasch.“ Tatsächlich stolpert gerade vorsichtig eine verdächtig Alternativ aussehende Truppe auf die Bühne.

Einige der rauen Pakinger zeigen mit den Fingern auf Sie oder schütteln leicht den Kopf.

Dann legen sie auch schon los. Hey, die sind ziemlich gut. Von den Pakingern scheint das jedoch niemand zu bemerken.

Henley schnalzt mit den Fingern und zeigt auf Patchara, dann beginnen Sie zu tanzen. Wie Kinder. Sie klatschen sich ab, hüpfen talentiert im Matsch hin und her.

Sie sind die einzigen. Eevie schüttelt verständnislos den Kopf. Einige Pakinger stehen mit dem Rücken zur Bühne. Sie zeigen auf Ihre Weise was sie von der Vorgruppe halten.

Svinenysh hört zwar zu und sieht auch interessiert hin, aber Gitarrenmusik ist auf gar keinen Fall sein Geschmack. Blip-Blop. Für Ihn muss es wesentlich elektronischer dudeln.

Die Vorgruppe verabschiedet sich, exakt zwei Zuhörer applaudieren, einige Pakinger johlen.

Es ist inzwischen Dunkel, auf der Bühne vorne werden die Instrumente umgebaut. Zeit für Henley Eevie erneut ins Gewissen zu reden:

„Eevie, das Festivalgelände ist fast voll. Bald sind alle hier. Wir müssen jetzt los! Wie kommen wir in so einen Regierungs-Rocktar rein? Hast du einen Plan?“

„Klar hab ich den“ antwortet die Angesprochene. „Hier in meiner Hand, von meinem Vater stibitzt. Ein kleiner Druck auf die Fernbedienung und schon springt Rocktar-PAK-LS auf. Leicht zu finden. Ist der große außen mit Aufschrift ‚Lundbarden‘. Da wäre nur ein Problem…“

„Jaaah?“ fragt Henley. „Ich will auch mit. Aber erst nach dem Konzert! Metal!“ grölt Sie.

Henley prustet durch. „Heavy-Metal schön und gut. Jetzt ist der Zeitpunkt zu verschwinden! Außerdem. Komm Klar! Dein Vater hat bereits deine Mutter verloren. Es ist vollkommener Schwachsinn, das du dich jetzt auch noch in Gefahr begibst. Mein Vater und deiner würden mir das niemals verzeihen.“

Evie sieht in daraufhin an und senkt dann Ihren Blick. Diese schlagkräftigen Argumente kann man schwer wegdiskutieren. Sie reibt sich den Hinterkopf. Schließlich meint sie lapidar:

„OK armer Prinz. Hier ist dein Schlüssel. Aber Ihr bleibt noch bis zum Auftritt! Die müsst Ihr gesehen haben, Hell Yeah!“

Henley schnappt sich die Fernbedienung und drückt die neue Verbündete kurz. Nun heißt es warten um sich dann möglichst unauffällig zu verdünnisieren.

Aha, der Umbau ist beendet. Die Pakinger skandieren mittlerweile laut den Namen des Headliners. Sie sollen endlich erscheinen.

Um Himmels willen. Nun ist es soweit. Eine Schwarz-Rot Verschmierte Sturmtruppe entert die Bühne. Das Gegröle ist kaum noch auszuhalten. Eevie flippt aus, Patchara hält sich Ihre Ohren zu.

Ein kreischendes Geräusch wie aus einem Sägewerk eröffnet den Reigen. Unglaublich das eine E-Gitarre zu sowas fähig ist.

Der Sänger im Kampfanzug hat Stacheln an Armen und Beinen, er wirft sich in Position. Sein Gegrunze dringt durch Mark und Bein. Eevie schüttelt Ihr Haupthaar in Trance. Alle Pakinger tun Ihr gleich.

Unsere drei Helden sehen sich ungläubig an dann nimmt Henley seine Hände neben den Kopf und wedelt mit den Zeigefingern Richtung Ausgang.

„Roba Grunz Musik keine solche!“ meint Svino verstört auf dem Weg raus. Aber sagen wir’s mal so: Wer Galactic kennt hält auch ‚Hell minus X‘ aus.

Viel schlimmer als alles was die unbändigen Metaller auch sägen, grunzen und gurgeln ist sowieso jemand ganz anderes.

Gegen eine zierliche Zigeunerin Mitte dreißig, mit Ihren grauenvoll geheulten Liebesliedern, haben sie keine Chance.
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