Pessimistische Lyrik

Jahreszeitgleich

Beitragvon Neruda » Do 22 Jan, 2009 15:26


Da draußen:

tanzen letzte Zugvögel den Regen von den Blättern
während der Himmel schwere Mauern baut, die
stürzen könnten, wie Tannen
tragen deine Augen noch ein schwaches grün
- aber keine Lichterketten in diesem Winter -

& drinnen:

in gesicherter Fassade
tanzt kein Vogel dir die Tränen von der Wange,
gibt kein Zweig dein Grün zurück
- auch in diesem Winter keine Lichterketten -
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Re: Jahreszeitgleich

Beitragvon Neruda » Do 22 Jan, 2009 17:24


Hey fattie,
danke für's drauf Aufmerksam machen. Ich hab es jetzt erstmal geändert.
Lg, Kim
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Re: Jahreszeitgleich

Beitragvon Ruelfig » Do 22 Jan, 2009 21:19


Hallo Neruda,
die äußeren und die inneren Tannen und Vögel und nirgends Lichterketten in Sicht: das mag ich sehr, dein Gedicht.
LG,
R
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Re: Jahreszeitgleich

Beitragvon Neruda » Do 22 Jan, 2009 23:16


Hey ihr beiden,

vielen Dank fürs Gefallen, und danke an Alan, wird sofort verbessert, muss ich vergessen haben da ich sonst alles klein schreibe :D

Lg, Kim
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Re: Jahreszeitgleich

Beitragvon ping_gu_ihn » Sa 24 Jan, 2009 14:22


Hallo Senorita Neruda,

die erste Strophe dieses Gedichts hat mir sehr gut gefallen. Die Stimmung, welche sie erzeugt, entfaltet sich gut in ihrer Wirkung. Jedoch ein paar kleine Anmerunkungen. Ich frage mich ob es denn nötig ist, "Da draußen:" so stark abzugrenzen. (& nun merke ich), dass mir auch der Doppelpunkt nicht ganz so gut gefällt. Warum nicht einfach "Draußen".
Ein weiterer Punkt wäre das Enjambement in Vers 3. Ich sehe den Sinn dahinter nicht. Weshalb wird das "die" hervorgehoben (?), schwächt es doch dadurch das darauffolgende gelungene Enjambement mit den Tannen. (Achja. Mir gefällt die Wolkenmauer sehr.)

Nun folgt die zweite Strophe. Da sehe ich einige Dinge problematisch. Es ist offensichtlich, bereits nach lesen der ersten Zeile, dass ein Umschwung ins "Innere" stattfindet. Ich frage mich hier: Muss der Leser denn dies noch auf die Stirn gedruckt bekommen, was sowieso klar in der Intention ist?
Bei der "'Tränenwange" finde ich, scheitert ein wenig der Balanceakt und rutscht zu sehr in diese rosa Richtung ab. Dann habe ich noch Probleme mit dem letzten Vers.
"- auch in diesem Winter keine Lichterketten -" ich vermute zu wissen, was intenioniert war. Denn hier von noch einem zusätzlichen Winter (im Sinne eines widerkehrenden Jahres) zu sprechen, ist widersinnig. Eher ist wohl der Seelenzustand des lyr. Ichs gemeint - was ich toll gelungen finde; zumindest als Einzelvers. Was mir jedoch fehlt, ist die Vorbereitung. Denn kommt man doch von "außen" nach "innen" was auf den ersten Blick zunächst als gefestigte Räumlichkeit (also Haus) aufgenommen wird. Dies wird nochmals bestärkt durch das Wangenbild, denn diese ist ja physikalisch tatsächlich "außen" & nach einer Einschubbemerkung springt man gleich in die Seele. Irgendwie ist mir das ... zu abrupt.
Ich denke, es ist tatsächlich dieser "Wangen-Vers" der das Konzept ein wenig auseinanderbringt. Denn die "Fassade" kann man ja durchaus zweideutig interpretieren.

Draußen
tanzen letzte Zugvögel den Regen von den Blättern
während der Himmel schwere Mauern baut,
die stürzen könnten, wie Tannen
tragen deine Augen noch ein schwaches grün
- aber keine Lichterketten in diesem Winter -

& in gesicherter Fassade ...


Es wäre wirklich toll, (mMn) wenn an der zweiten Strophe noch ein wenig gefeilt würde. Dann wäre dies ein klasse Gedicht.

Grüße

Pinguin
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Re: Jahreszeitgleich

Beitragvon Neruda » So 25 Jan, 2009 19:33


Hey meta,
schön, dass die Stimmung die ich erzeugen wollte bei dir angekommen ist. Du hast meien Intention auch ziemlich gut erkannt. Danke fürs Gefallen :) Die Stellen, die du noch etwas mehr verdichten würdest gefallen mir allerdings so wie sie sind besser. Ich weiß nciht woran es liegt, aber ich finde sie lassen sich so besser lesen. Danke für deinen Kommentar.

Hey pingu,
das "Da draußen" ist deshalb so stark hervorgehoben weil es eine eindeutige Abgrenzung vom Innenleben des lyr.Ichs zur Umwelt darstellen soll. Der Doppelpunkt ist vielleicht überflüssig, aber typisch für mich. Wegen dem Enjambement, ääääh, ich hab keine Ahnung was ich mir dabei gedacht habe. Du hast Recht, das war Blödsinn. Wird geändert.
Die Abgrenzung der zweiten Strophe durch das drinnen finde ich aber wichtig. Du findest, dass dem Leser die Intention auf die Stirn gedruckt wird, ich finde es nicht schlecht, Dinge auch mal offensichtlicher zu gestalten. Ich denke, dass so klarer wird, dass es eine eine Grenze zwischen Umwelt und lyr.Ich gibt, obwohl es Parallelen gibt, sind sie nicht miteinander zu verbinden.
Danach kann ich leider nicht mehr ganz nachvollziehen was du meinst, ja die Fassade ist tatsächlich zweideutig, aber sowohl die Tränen auf der Wange (die vielleicht etwas abgeschmackt sein mögen, in diesem Kontext aber meiner Meinung nach wirken), als auch das Grün, dass wir meta schon erkannt hat für Hoffnung stehen soll bereiten doch auf die innerliche Verfassung des lyr.Ichs vor und dementsprechend erscheint mir die letzte Zeile auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen.
Ansonsten danke für deinen Kommentar :)

Lg, Kim
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