Für alle Gedichte, die zwischenmenschliche Beziehungen behandeln - mit Ausnahme der Liebeslyrik

siehe unten

Beitragvon Neruda » Di 02 Mär, 2010 00:09


gewidmet M.

gestern systemabsturz/ heute abgestürzt, schweigend und schwarz
bleibt der monitor ohne dein verpixeltes lächeln;
der arbeitsspeicher ist aufgebraucht, die festplatten überladen
von abgetippten gedanken an ein mögliches morgen

es war mehr als datenaustausch, in wirklichkeit
waren unsere finger nicht nur an der tastatur;
jetzt sind die kapazitäten überschritten

sicherungskopien: nicht vorhanden, dabei hatte ich doch
dein für immer schwarz auf weiß

ein neustart, vielleicht irgendwann?
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Re: siehe unten

Beitragvon Anna Lyse » Di 02 Mär, 2010 13:10


hallo neruda,

nun mir will das nicht gefallen :D leider. zwar finde ich sind ein paar gute ansätze dabei und natürlich spreche ich hier nur aus meiner kleinen perspektive aber so wirklich überzeugen will mich das nicht.

also angefangen bei der widmung, die mich immer dermaßen abschreckt und ich mich wirklich frage ob es gut ist jedes gedicht zu widmen. denn ist das für uns wichtig zu wissen? du weisst es eh. also warum erwähnen. ich kann nämlich mit dem buchstaben M. null anfangen und auch so ist mir die widmung wenn ich den text betrachte nicht wichtig. naja so gesehen egal obs da steht oder nicht.
gestern systemabsturz/ heute abgestürzt, schweigend und schwarz
bleibt der monitor ohne dein verpixeltes lächeln;

der einstieg hier ist dir aus meiner sicht gelungen. dieses "gestern systemabsturz/ heute abgestürzt" mag ich. nun ja dann kommt das schweigen und die anspielung auf den schwarzen monitor, ist mir zu doppelgemoppelt, an sich wäre für mich das schweigen zu erklären auch wenn es nur "schweigen" heisst, nicht nötig. denn was passiert nach einem virtuellen oder hier im übertragenen sinne nach einem gefühlsabsturz, schweigen oder?
in den nächsten zwei zeilen:
der arbeitsspeicher ist aufgebraucht, die festplatten überladen
von abgetippten gedanken an ein mögliches morgen

erläuterst du dem leser bzw machst ihm klar dass du hier die metapher eines pcs für die paargefühle des lyr.wirs verwendest. ein bisschen aufdringlich empfinde ich das. denn anstatt dass es mir subtil eingeflösst wird, springt mich die metapher so an. leicht schmerzlich, ins gesicht und überhaupt, will ich dann eigentlich nicht mehr weiterlesen, denn es sollte schon noch was anderes geben als die beschreibung der metapher an sich.

nun in der zweiten strophe wird es nicht besser, hier flaut es sogar ab. vorher sprang es mich an und jetzt langweilt es leicht.
denn es ist alles schon gesagt, die metapher ist erklärt ja und jetzt kommen nur noch einzelteile die das ganze metpahern/assoziationsgerüst noch stützen sollen. mir ist das aber als leser leider zu platt. denn die tastatur, oh hmm sollte sie hier für treue stehen ? und die zeile mit den "überschrittenen kapazitäten" ist auch nicht toll, ganz im gegenteil, das unterstreicht leider die plattheit. denn es wirkt zu gestelzt, auf einmal ist da die rede von kapazitäten, so ernüchternd, wäre auch nicht schlecht wenn der ganze text wenn dann so nüchtern gehalten wäre aber das ist am anfang schon leicht schief gegangen :D

sicherungskopien: nicht vorhanden, dabei hatte ich doch
dein für immer schwarz auf weiß

gut das gefällt mir und treibt meine leselust wieder aufwärts. denn mir erscheint die metaphorische sicht auf eine sicherungskopie als das doppelte netz einer beziehung nicht so ganz ausgeleiert zu sein, sodass es etwas frischer wirkt als der rest. mit dem schwarz auf weiß, nun ja weiss nicht was ich dazu sagen soll, für mich wiederholt sich das alles zu sehr ausserdem ist mir dieses thema im großen und ganzen schon zu oft verwendet worden, also diese metapher mein ich damit. es ist eine einfache assoziation und ich finde wenn man sie benutzt dann müsste man es schon spärlich tun und nicht so voll und schon überquellend, ja fast erschlagend.

die frage am ende, nun das ist wohl wie alles, geschmackssache. ich kann nicht sagen dass die frage für mich alles in ein anderes licht rückt denn es bleibt immer schön konform zu den restlichen zeilen und du scheinst auch kein bisschen abseits dieser vorgefertigten linie zu schreiben. nun der neustart musste auch am ende sein :D passt so gesehen gut aber hmm ich find den text deswegen trotzdem nicht so wirklich gut.

liebe grüße,
isa
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Re: siehe unten

Beitragvon Neruda » Di 02 Mär, 2010 14:01


Hey Isa,

kein Problem, man kann halt nicht immer gefallen. Bzw. die Texte können halt nciht immer gefallen. Ist ja auch alles, wie du schon sagtest, Geschmackssache.
Natürlich hast du Recht damit, dass die Widmung für den Leser ansich keine Rolle spielt. Für mich als Autoren aber schon. Und wenn du dir meine Texte näher ansiehst wirst du auch merken, dass nur die wenigsten tatsächlich eine Widmung haben, auch wenn es in letzter Zeit vielleicht bei zwei, drei Texten vorkam. Ich bin also auch nicht der Meinung, dass es gut ist jeden Text zu widmen. Ich bin aber schon der Meinung, dass es dem Autoren gestattet sein sollte Texte, die speziell für jemanden geschrieben wurden, mit einer Widmung zu versehen. Als Leser kann man die ja auch einfach ignorieren.
Das schweigend bezieht sich ind ieser Zeile nicht zwangsläufig auf den schwarzen Monitor, sondern kann sich auch auf das abgestürzt beziehen und ist damit meiner Meinung nach nicht überflüssig.
Mag sein, dass die PC-Metapher etwas zu aufdringlich wirkt. Das hängt aber auch damit zusammen, dass die Beziehung zwischen lyr.Ich und lyr.Du hauptsächlciha uf virtueller Ebene stattgefunden hat. Deswegen habe ich das als passend empfunden. Vielelicht wird das aus dem Text aber auch nciht deutlich genug.
Und nein, die Tastatur steht hier nicht für Treue, obwohl es mich doch interessieren würde, wie du darauf kommst, das scheint mir völlig fern vom Text zu sein. Die Tastatur steht hier einfach nur als Tastatur und ist nicht metaphorisch zu sehen.
Dein Problem mit den überschrittenen Kapazitäten kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Auf mich wirkt das weder gestelzt noch zu nüchtern.
Ich habe persönlich auch noch ncith allzu viele von diesen Metaphern verwendet oder gelesen, weshalb sie mir wohl nicht zu verbraucht vorkommen.
Dass du den Text nicht gut findest machts nichts. Vielleicht nächstes mal wieder.

Lg, Kim
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Re: siehe unten

Beitragvon Anna Lyse » Di 02 Mär, 2010 14:51


hallo nochmal neruda,

Mag sein, dass die PC-Metapher etwas zu aufdringlich wirkt. Das hängt aber auch damit zusammen, dass die Beziehung zwischen lyr.Ich und lyr.Du hauptsächlciha uf virtueller Ebene stattgefunden hat. Deswegen habe ich das als passend empfunden


nun genau deswegen! wäre es erfrischend gewesen etwas komplett gegensätzliches zu verwenden.

Ich bin aber schon der Meinung, dass es dem Autoren gestattet sein sollte Texte, die speziell für jemanden geschrieben wurden, mit einer Widmung zu versehen. Als Leser kann man die ja auch einfach ignorieren.

gestattet ist alles. nur meinte ich damit dass es den leser unter umständen so sehr abschreckt dass er sich nicht traut dazu etwas zu sagen. auch wenn das oft quatsch ist aber so ist das nunmal und gerade deswegen habe ich zweimal überlegt ob ich überhaupt etwas dazu sagen soll.
Und nein, die Tastatur steht hier nicht für Treue, obwohl es mich doch interessieren würde, wie du darauf kommst, das scheint mir völlig fern vom Text zu sein. Die Tastatur steht hier einfach nur als Tastatur und ist nicht metaphorisch zu sehen.

gut aber wissen kann ich das nicht neruda. nur weil du es mir jetzt sagst weiss ich das, klar ist es nämlich für mich durchaus nicht wenn davor alles virtualisiert wird und dann die tastatur einfach da sein soll ohne assoziativen effekt oder dergleichen. und fern vom text ist das nicht! nein nichts ist fern vom text wenn ich mich auf den text stütze so wie er bei mir ankommt. denn ich hatte nichts anderes vor augen als ich den kommentar schrieb.

das ding ist hier ich würde mir wünschen :D )

gruß,
isa
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Re: siehe unten

Beitragvon Neruda » Di 02 Mär, 2010 17:48


Hey Isa,

mh ja, vielleicht wäre es erfrischender gewesen etwas gegensätzliches zu verwende, aber ich denke, dass hängt davon ab was man für einen Inhalt transportieren möchte. Ich habe das hier, wie gesagt, als passend empfunden. Schade, dass das bei dir nicht ankommt, aber wie gesagt, das ist halt auch alles Geschmackssache bis zu einem gewissen Grad.
Wenn Widmungen den Leser abschrecken, würde ich das generell schade finden. Nur weil ein Text eine Widmung trägt, heißt das ja ncith, dass man ihn nicht kritisieren darf. Würde ich nicht wollen, dass man das tut, würde ich ihn hier ja nicht reinstellen. Also keine Sorge, ich freue mich immer wenn jemand was zu meinen Texten sagt, egal ob was negatives oder positives. Feedback ist immer gut.
Nein, ich habe ja auch nicht vorrausgesetzt, dass du das weißt. Und es ist auch überhaupt nicht nötig, dass zu wissen. Was ich mir dabei gedacht habe, sollte für dich als Leserin ja keine Rolle spielen. Du darfst da rein interpretieren was immer du für passend hältst. Wenn du findest die Tastatur steht hier für Treue, dann liest du den Text eben so. Ich wollte dir damit eigentlcih nur sagen, dass ich das beim Schreiben nicht metaphorisch gemeint habe. Ich habe auch nciht gesagt, dass es fern vom Text ist, sondern dass es mir so scheint. Das hast du in den falschen Hals bekommen. Ich hätte mir nur eine Erklärung gewünscht, wie du ausgerechnet auf Treue kommst, weil sich das mir so erstmal nciht erschließt.
Was meinst du mit einer Erklärung? Bzw. was meinst du mit dem warum das so sein muss? Warum was so sein muss? Kannst du das nochmal genauer erläutern.

Lg, Kim

@ Mo: Ich belasse nicht jeden Konflikt bei der Geschmackssache, aber ich denke in vielen Fällen geht es nicht anders. Ich kann oft schlecht erklären, warum mir nun gewisse Dinge so gefallen wie ich sie geschrieben habe. Ich versuche schon immer mich so gut wie möglich zu erklären, wenn das nciht gut genug ist tut's mir leid, aber das nimmt mir nicht das Recht meien texte hier einzustellen. Ich möchte Kritik auch gerne umsetzen und besonders wnen es konkrete Kritik ist tue ich das auch. In diesem Fall ist doch aber der Hauptkritikpunkt gewesen, dass die PC-Metapher zu sehr ausgereizt wurde. Darauf baut sich aber der ganze Text auf. Wie soll ich daran denn an diesem Text noch arbeiten? Das kann ich mir nur für den nächsten Text merken und versuchen den etwas spannender zu gestalten.

Lg, Kim
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Re: siehe unten

Beitragvon Anna Lyse » Di 02 Mär, 2010 19:09


hi neruda,

Das hast du in den falschen Hals bekommen.


nö :D "das scheint mir völlig fern vom Text zu sein." kann es leicht zu missverständnissen kommen, da schon alleine dies in erwägung ziehen von scheinbar fern vom text zu sein, für mich ein bisschen komisch anmutet. aber es hat sich ja aufgeklärt. das war aber für mich noch kein grund irgendwie was falsch zu schlucken oder so.

Was meinst du mit einer Erklärung? Bzw. was meinst du mit dem warum das so sein muss? Warum was so sein muss? Kannst du das nochmal genauer erläutern.


also es ist so. dein text erscheint mir als unfertig und nicht wirklich ausgereift. mich würde interessieren ob du daran noch etwas verbessern würdest oder ob er für dich fertig ist. ich nehme jetzt anhand deiner ersten antwort an du erachtest ihn als fertig und nicht mehr wandelbar. nun das ist auch legitim aber dann hätte ich gerne ein paar argumente warum es so bleiben soll. ich mein du könntest mich ernsthaft überzeugen wenn du mit deiner ganzen inbrunst nun schreiben würdest warum dir die passagen die ich ansprach aber trotzdem so gefallen oder wie sie mit dem rest harmonieren sodass sie nicht mehr wandelbar wären oder veränderbar, was auch immer. ansonsten nehme ich an du strebst keine verbesserung des textes an sondern eine verteidigung die nicht auf argumenten oder beispielen aufbaut.
nein ich will mich nicht streiten :D es hätte mich nur mal interessiert.

ausserdem meintest du in dem kommentar zu mo. dass das hinweisen auf das ausgereizte thema der pc metapher bzw die kritik an deren umsetzung wäre hier nicht konstruktiv genug oder nein! besser gesagt daraus liese sich in dem fall nichts mehr draus machen, denn du sagst die pc-metapher ist das hauptthema. ja das mag sein. ich geb auch zu, dir keine konkreten hinweise gegeben zu haben, doch ich finde schon dass wenn man will und es auch selbst erkennt dass mein hinweis schon klar genug vor dir liegt. es gäbe nämlich auch die option diese pc metapher ein wenig abzuschwächen sodass sie subtiler wirkt und nicht so einstürzend.

hmm ok, ich hoffe das hat zur aufklärung beigetragen und jetzt nicht alles verschlimmert :)

gruß,
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Re: siehe unten

Beitragvon Neruda » Di 02 Mär, 2010 19:28


okay, ich versuch mich nächstes mal besser auszudrücken :D D

also mir erscheint der text nicht unfertig. er ist schon fertig, sonst würde er ncith hier stehen, dass heißt aber nicht, dass ich nicht noch etwas daran ändern würde, wnen ich eine konkrete idee hätte was. ich denke man kann auch an texten, die man eigentlcih fetrig gestellt hat noch arbeiten.
nein, ich bin nicht so überzeugt von dem text, dass er zwangsläzufig so bleiben sollte, ich bin überzeugt von einigigen passagen, dass sind allerdings die, die du auch ncith wirklich kritisiert hast, den einstieg z.b. daran würde ich nichts ändern, weil ich ihn so gelungen finde wie er ist. andere stellen, z.b. die von dir angesprochene mit dem arbeitsspeicher und der festplatte finde ich auch nicht ganz so gut. daran würde ich gerne noch was ändern, aber ich habe moemntan noch keine idee wie. was mir dabei wichtig wäre ist, dass die form erhalten bleibt, bzw. die anzahl der zeilen, da sie für mich das stetige bergab in der beziehung der beiden personen symbolisiert.
Die Zeile mit den Kapazitäten hingegen gefällt mir so wie sie ist, wiel sie in meinen Augen gut mit dem Systemabsturz und dem Inhalt harmoniert. Sie verdeutlicht, dass das lyr.Ich und das lyr.Du eine gewisse Grenze nicht überschreiten konnten, sowohl emotional als auch auf die reale Distanz bezogen.
Doch ich strebe eine Verbesserung des Textes an, mir fehlt nur momentan noch die Idee wie ich den Text verbessern kann. Du hast ja selber schon gesgat, dass du im Prinzip keine konkreteren Änderungsvorschläge genannt hast. Sollte dir bei ein paar Stellen noch konkret einfallen, wie man sie zum positiven verändern könnte, kannst du mri das gerne jederzeit sagen. Ich würde mich freuen.
Die PC-Metapher wird in diesem Text sicherlich trotzdem das Hauptthema bleiben, ich denke daran lässt sich nichts ändern und das möchte ich auch eigentlich nicht, weil ich immernoch finde, dass das zu der Beziehung zwischen den beiden passt. Du empfindest das vielleicht als nciht erfrischend oder überraschend genug, aber das war diese Beziehung vielleicht auch nicht. Auch die hat vermutlich die Klischees von virtuellen Beziehungen erfüllt.

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