Pessimistische Lyrik

Es ist nicht vorbei

Beitragvon rivus » Mo 24 Jun, 2019 18:53


Lasst mich schreien und schweigt!
Lasst die Schatten nach mir greifen,
damit ich all das versteh!

Vor zwei halben Monden,
rief eine ITS-Ärztin an,
ihre Frau hat es geschafft,
sie ist um 22:02 verstorben,
die Natur hat ihren Lauf genommen!
Seien sie froh, was ihr erspart blieb!
Behalten sie ihre Frau in Erinnerung,
wie sie vor dem Unfall war.
Sie hatten eine schöne Zeit.
Sie haben ihre Frau geliebt.
Was wollen sie mehr?

Nichts endet für mich,
die Sekunden des Sturzes,
in dem du dein Ich verlorst.
Deine Hände, die meine greifen
und mich ahnen lassen,
du wirst wortlos davon gehen.

Am Tag nach deinem Unfall,
nicht auslöschbare Bilder,
auf uns einschlagende Arztworte,
die uns mit in dein Grab schaufeln.
Plötzlich bist du so sterblich,
tödlicher verwundet als all die anderen.

Der lebenserhaltende Ort,
für dich ein Maschinensein auf ewig
oder ein Ort des Weitersterbens.
Für uns seelenlose Tage, seelenvolle Tage,
hoffnungslos hoffend,
du wachst nicht mehr auf.

Im Juni sagt man, gibt es die Liebe des Lichts.
Diesmal kippt die Zeit,
der Horizont wird ein Todeszepter!
Er gewährt keine Gnade,
schickt mir die Maschinenbilder von dir!
Sie fräsen die Fragen an mich:
Warst du nur Hülle und Schmerz?
Oder spürende und hörende Seele?
Zuletzt geändert von rivus am Mo 24 Jun, 2019 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
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