Für alle Gedichte, die zwischenmenschliche Beziehungen behandeln - mit Ausnahme der Liebeslyrik

Innewerden

Beitragvon rivus » Do 04 Jul, 2019 13:30


Lasst mir Zeit und Sein,
genügend von Beidem,
unangetastet!

Zieht nicht an mir,
nicht am Gras.
Es wächst nicht schneller!

Zwischen jungen Linden,
doppelt tot und wund,
hängt der erste Julimond,
unsre letzte Geste.

Sie ist blicklos vom Zerbrochenen,
Vermächtnis, Versprechen,
unsterblich vor deinem Grab.

Einzig deine unverletzten Orangetöne,
dein fliegender Flamingo
setzen ein oder das andere Mal,
Leben gegen die Verzweiflung.

Am Wehr stehen wir unversehrt im Wasser,
und unsre Liebe bewehrt sich,
schwimmt gegen den Strom,
gegen elende Zeit.

Doch es geschieht, was geschah.
Die Dämmerung kippt,
weiß vom Novemberschnee.

Es ist der Anfang der Liebe.
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