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Der Außenseiter

Beitragvon Genosse16 » Fr 20 Mär, 2009 22:16


Ein schönes Dorf. Irgendwo im südamerikanischen Dschungel. Es liegt auf einer Insel in einem Nebenfluss des Amazonas. Ein ruhiges Gewässer.
An diesem Tag liegt ein gespenstischer Nebel über der Siedlung. Der steinerne Tempel in der Mitte der Siedlung wird ganz von ihm umhüllt. Ja, auch die paar Bewohner, die zu dieser frühen Stunde schon auf sind und schlaflos über den Dorfplatz oder den Waldrand entlang huschen, werden von ihm eingedeckt und es scheint von außen, dass der Nebel sie verschlingen wollte.
Ein Junge sitzt am Ufer des Flusses und lässt seine Beine mit den Wellen mitplätschern. Manchmal kommen ein paar gefräßige Fische und nagen an seinen Zehen. Es macht ihm nichts aus. Über all die Jahre die er schon seine Füße in den Fluss steckt, hat sich über seinen Zehen eine dicke Hornhautschicht gebildet, die es den kleinen Fischmäulern beinahe unmöglich sie zu durchdringen. Das andere Ufer ist durch den Nebel nicht zu sehen, nur ab und an schreckt ein Vogel auf und flattert über den Kopf des Jungen dahin. So lässt er sich noch von den zarten Wellen streicheln, bis der Morgen graut und der Nebel sich langsam lichtet.
Die anderen Jungen des Dorfes laufen zum Ringerplatz etwas abseits des Tempels und beginnen dort die ersten Zweikämpfe des Tages. Jeder muss am Tag gegen jeden Jungen aus dem Dorf mindestens einmal gekämpft haben.
Der Älteste des Dorfes tritt aus seinem Zelt und streckt genüsslich seine alten Glieder. Er schlendert gemütlich zum Tempel, am Ringerplatz auf dem sich die Jugendlichen immer noch balgen vorbei, bis er sich neben dem Jungen der immer noch am Flussufer sitzt niederlässt und eine selbst gedrehte Tabakrolle aus seinem ledernen Gürtel zieht, sie sich glücklich zwischen die Zähne steckt. Der Junge grüßt den Ältesten nicht. Dieser öffnet ein kleines Holzschächtelchen in dem trockene Holzspäne verstaut sind. Von diesen legt er sich einige in den Schoß, nimmt einen verrotteten Ast vom Uferrand und einen zweiten aus seinem Gürtel, worauf er beginnt die beiden aneinander zu reiben. Er sieht den Jungen dabei nicht an und dieser tut es ihm gleich.
"Mein Kind, du solltest nicht immer hier am Ufer sitzen und der Träume deiner Vorfahren gedenken. Begib dich zu den anderen Jungen und ringe ein wenig mit ihnen, wie es auch deine Vorfahren getan haben, nur das diese ihre Träume nachts geträumt haben und nicht am Tage, wenn die Sonne voll entfacht am Himmel steht. Du bereitest deinen Vorfahren Kopfzerbrechen, mein Kind. Sie sprechen jeden Abend von dir und halten mich an dich zum Ringen zu bewegen, so wie sie damals den Ringkampf geübt haben. Ringen, mein Kind. Ringen ist seit jeher eine urahnische Tradition in unserer Gemeinschaft. Wenn du nicht Ringen lernst, wie willst du dann deine Vorfahren mit Stolz erfüllen? Mein Kind. Ich erzähle dir die Geschichte, wie der erste Mensch mit dem ersten Tier gerungen hat: Es war ein grauer Morgen, fast so wie heute. Der erste Mensch fand sich auf unserer Insel wieder. Eine helle Stimme schien in seinem Kopf. Er wanderte ein wenig das Ufer entlang, fast so wie du es immer tust mein Kind. Ja, mein Kind. Du erinnerst mich an den ersten Menschen, die Vorfahren erzählen mir jeden Abend von seiner Ähnlichkeit mit dir." Der Älteste blickte nachdenklich den Wellen hinterher. " Wo war ich? Genau. Der erste Mensch wanderte also ein wenig das Ufer entlang, er trank das Wasser des Flusses und es schien ihm, als würde er sich seines neu gewonnenen Lebens erfreuen. Er wanderte und wanderte das Ufer entlang und aß auch einige Früchte von einem Baum. Dieser Baum, mein Kind, er steht heute noch am Ufer des Flusses. Also. Er aß einige Früchte des Baumes, bis er in seinem Augenwinkel ein seltsames Wesen entdeckte. Es war wild und struppig, schwarz-weiß gefleckt, mit Zähnen schärfer als unser bestes Schneidwerkzeug, einem mächtigen Maul und einem gewaltigen Kiefer. Auch seine Tatzen hatten die Ausmaße von Felsbrocken, ebenso bestückt mit fürchterlichen Klauen. Dazu ein eleganter Schwanz, lang wie ein Speer. Doch der erste Mensch ließ sich nicht von dem Furcht einflößenden Äußeren des Wesens beeindrucken. Er gab Locklaute von sich und redete ihm gut zu, näherte sich bis auf zwei oder drei Fuß Entfernung. Bis ihn die helle Stimme warnte und ihm sagte das dies ein Tier sei. Doch da war es schon zu spät. Das Tier sprang den ersten Menschen an und fügte ihm schwere Verletzungen zu. Der erste Mensch floh ans andere Ende der Insel und reinigte dort seine Wunden. Tage- und Nächtelang verbrachte er dort, doch ohne die Früchte des Baumes konnte er nicht überleben. Das Tier verhinderte jedoch jegliches Durchkommen zu den süßen Früchten. Bis in dem Kopf des ersten Menschen eine Idee wuchs. Das Tier hatte scharfe Waffen an Tatzen und Maul, doch im direkten Kräftemessen konnte er es übertreffen. Am Bauch! Er musste das Tier am Bauch packen und auf den Rücken werfen, dann war es aus mit ihm und er konnte die Insel in Anspruch nehmen. Und so geschah es dann auch. Todesmutig wich der erste Mensch den scharfen Krallen und Zähnen des Tiers aus und packte es fest um den Bauch. Das Tier wehrte sich heftig. Doch der Mensch hatte Recht behalten und seine Kräfte waren denen des Tiers überlegen. Mit einem beherzten letzten Kraftaufwand warf er es auf den Rücken, und hielt es nieder, bis es sich nicht mehr rührte. Die Insel war nun das zuhause des ersten Menschen. Doch dieser fühlte sich schon bald einsam und fragte die helle Stimme was er dagegen tun könne. Diese teilte ihm mit, dass er rein gar nichts tun könne, aber sie sich um sein Problem kümmern werde. Und so kam eines Tages die erste Frau auf die Insel. Oh, mein Kind, wie schön sie war. Die Vorfahren erzählen mir abends häufig von ihr und ich bin froh von einem derartig prachtvollen Weib abzustammen. Jedenfalls, die beiden kamen sich näher und verliebten sich schließlich. So lebten sie viele Tage und Nächte zusammen auf der Insel, tranken das reine Wasser des Flusses und aßen die süßen Früchte des Baumes. Doch dann, fühlten sie sich beide einsam und sehnten sich ein Kind herbei. Sie fragte die helle Stimme um Rat. Doch auch diese wusste zunächst keine Lösung. Bis der hellen Stimme eines Tages, der Tag ähnelte sehr dem gestrigen, eine wunderbare Idee kam. Sie rief den ersten Menschen und die erste Frau zusammen, um ihnen..."
"Ältester?" Der Junge sieht dem Ältesten tief in die Augen. "Was mag sich wohl auf der anderen Seite des Flusses befinden?"
Der Älteste entfacht ein kleines Feuer in seinem Schoß, wirft die angekokelten Äste an den Uferrand und steckt mit dem Feuer in seinem Schoß seine Tabakrolle an. Er nimmt einen tiefen Zug und blickt den Jungen erstaunt an.
[size=150:qo5f4nx4]He's back and he's mildly upset! >.<[/size]

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Re: Der Außenseiter

Beitragvon Ruelfig » Sa 21 Mär, 2009 03:27


Der erste Mensch war ein Mann und bekam ein prachtvolles Weib zugesellt und die beiden konnten anfangs nicht mal ficken? Was ist denn das für ein Quatsch?
"Bis der hellen Stimme eines Tages, der Tag ähnelte sehr dem gestrigen, auf eine wunderbare Idee kam". Das ist bezeichnend für den Grammatikwirrwar, den du anrichtest.
Da deine "Geschichte" kein natürliches Ende findet, steht eine Fortsetzung zu befürchten. Wird sie ähnlich gruselig sein? Ich meine, Mann, Frau, Baum, Frucht, auf der anderen Seite des Flusses befindet sich bestimmt Erkenntnis, Zerwürfnis, Streit. Lass es bitte nicht so weit kommen, die Bibel nach Genosse 16 brauche ich nicht. Obwohl, Genesis, Exodus, Levitikus, Genossikus, das hätte was für sich.
Grüße, R
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Re: Der Außenseiter

Beitragvon Genosse16 » Sa 21 Mär, 2009 11:18


Auf die Entstehungsgeschichte die der Älteste erzählt kommt es im Text nicht hauptsächlich an.
Näheres über PN.

Genosse
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Re: Der Außenseiter

Beitragvon apnoe » Sa 21 Mär, 2009 11:24


hm..die ist dafür dann aber reichlich lang ausgefallen.
und ich hab sie nur deshalb gelesen, obwohl sie mich erzähltechnisch nicht vom hocker riss, weil ich dachte, da kommt was wichtiges.
wenn du ein gleichnis schreiben magst, warum sagst du nicht einfach:
der älteste erzählte von der schöpfungsgeschichte....und lässt ihn die bedeutsamen drei sätze sprechen, die du für deinen schluss brauchst.
ich nehme an, der großteil der leser ist fähig, sich die schöpfungsgeschichte, wenn auch leicht abgewandelt, wie bei dir, aus dem hirn zu kramen, um zu verstehen.
lieben gruß
apnö
es gibt augenblicke, in denen eine rose wichtiger ist als ein stück brot. (rilke)
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