Monatsarchiv für Dezember 2009

Babette

Mittwoch, den 30. Dezember 2009

In einer großen schnellen Stadt
An einem schmalen Fensterbrett
Da steht, weil sie die Zeit noch hat
Da steht so alt und ruhig: Babette
Die stolze Frau, die sie einst war
Ist größtenteils verborgen
Die Falten tief, das dünne Haar
Ist grau so wie der Morgen
Hellwach ist sie, und doch: Sie träumt
Von weit entfernten Städten
Von Allem, was sie je versäumt
Und von geteilten [...]

Ohne Last. Ohne Kopf. Egal.

Mittwoch, den 30. Dezember 2009

Gare du Midi. Ich wohne am Bahnhof des Mittags. Es fahren viele Züge vorbei. Gestern stand ich wortend und barfuß vor dir. Ich sagte: “Verdammt, kannst du nicht nach Hause gehen, wenn du nicht bleiben willst?” Du streichst dein Haar aus dem Gesicht. Heute ist es ein bisschen fettig und du siehst müde aus und [...]

Schließlich Melancholie

Mittwoch, den 30. Dezember 2009

Noch schwipst das Hirngedärm in Dämmerwallung
Und kleistern sich Synapsen Strang an Strang,
Doch keucht und wimmert durch Gedicht und Ballung
- wie dornumkränzt – des Menschen Abgesang.
Mir schillert mein Gestirn auf den Asphalt,
Der quallenartig Tag und Nacht umkrallt:
Da keift Jerusalem Siddhartas Veden.
Mandragora und Nieswurz treiben’s wild.
Atomic bombs, verschanzt im Garten Eden
Und Gott, der aus den Orthodoxen qillt.
Mir [...]