[ohne Titel] du sprichst vom leben …

du sprichst vom leben in den großen städten
doch liebste welches leben
alles ist beton und du
fällst mit dem kopf zuerst

fragiles flimmern kühlschranksurren
eine armada von zikaden
ihr lied durchmischt das quecksilber
unter deiner haut

du sprichst von ewigkeit und leuchten
von tagen zwischen wahn und nichts
von auskosten von lebenskosten
und alledem was du für heimat gäbst

gestützt in lärm und kissen
hoffst du auf noch einen tanz
auf meine hand die deine zieht
nach draußen zu den großen schiffen

und fort von dir und deinem schwanken
auf gespannten nervenseilen :
so auf mein herz
der markt am hafen

liegt in lautem morgen da
lass uns gehen bevor die möwen
sich auf tote reste stürzen
lass uns gehen bevor das wasser

stück um stückchen höher steigt
und weder kai noch molen
letzten halt in fluten bieten :

denn letzte nacht las ich in brailleschrift
auf dir von hals nach arm:

diese stadt ja dieses leben
ist fluss ist schilf und du
treibst erstarrt opheliagleich
auf dein ende zu

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