Leben wider Popmusik. Im Januar.
Sie springen Reigen, wo ich strauchle.
Popmusik macht fremd, wispert das Trottoir,
als ich über einen Glückspfennig stolpere,
ein schwindsüchtiger Globus, ach-so-prosaisch
und ich schmecke das schale Aroma fremder Zungen
in jedem Reim, den ich mir darauf mache,
wie kalten Kaffee
auf der alten Haut des neuen Tages.
Bleigesichtige Bürokraten bevölkern die Parkbänke,
Grau in Grau in Schwarz,
ein Rest Alltagssituation für die heimatlosen Stubenhocker.
Wider dem unwiederbringlichen Verlust meines Realitätsminimums
vor diversen Großstadtpanoramen,
habe ich versucht den Horizont abzustreifen,
Hals- und Hüftbruch
und die Hoffnungsbrachen,
süchtig nach Schwund und Koma
umtanzten Brückenpfeiler,
in tausend und einer Nacht,
und weißt du was?
Lkw-Reifen verkörpern Sonnenräder,
betonierter Sphärenklang, fernschwelgend
ein Lebenszeichen,ein Leben
ad absurdum geführt
unter dem Abglanz industrieller Abrissästhetik:
warten auf Erlösung!Warten auf den Mai!
Gar nichts weißt du, gaaar nichts!
Himmelwärts gebrochene Puppenaugen bringen doch Glück,
behaupten die schöngeistigen Ampelmännchen,
eine furchtbar altehrwürdige Litanei,ach:
„Behüt´sie Gott!“
Ich sträube mich gegen die irdene Schwarzperligkeit,
wenn sie wieder das Lied vom Tod spielen,
weil sie vom Leben nichts wissen.
Mon Dieu,die Schwerkraft macht mich höhenkrank.
Dieser Tage Sehnsucht ist kein Kammerspiel, du weißt.
Und Herzscheidewände bersten.
Und alles geschieht immer den Umständen entsprechend,
man kann nicht immer nur schwarz-weiß träumen.
Die Bäume spielen postapokalyptische Volkslieder:
Lasst die Vögel frei!
Der Himmel darbt in Einsamkeit.