Hallo lavite-machine,
interessant dein Werk… wann und wodurch verliere ich meinen Verstand?
Die Aussage:
Da habe ich mich gefragt,
ob ich ihn mal schwarz trinken soll.
Komisch, das hab ich doch noch nie gemacht.
Spätestens jetzt war mir klar, dass ich den Verstand verloren hab.
zeigt mir lediglich, dass es da jemanden gibt, der seinen Verstand noch nicht verloren hat. Denn spätestens dann, wenn ich alles nur noch aus Routine tue, ist er schon nicht mehr präsent – so hat die Sache an sich demnach nichts mehr mit Intellekt und Urteilsvermögen zu tun, sondern schlicht mit Funktion.
Muss ich wohl wieder durchs Fenster klettern
und mir einen Kaffee kochen -
mit Milch und Zucker.
Ich persönlich trinke meinen Kaffee stets mit Milch, kann aber nicht behaupten, dass dieser immer gleich schmeckt – nein, er schmeckt jedes Mal anders… liegt, so denke ich, am Inhalt - nicht ausschlaggebend an den Inhaltsstoffen der Kaffeebohnen (und somit der Kaffeesorte) selbst sowie an der Art der Zubereitung, noch an der Fülle der Milch, die ich automatisiert dazugieße, doch wohl er an dem Input, den ich zuvor bis weit zuvor in mir aufgesaugt und verinnerlicht habe und ev. daran, wie ich am Morgen aus dem Bett gekommen oder den Tag bisher verbracht habe.
Ja, der Inhalt ist verantwortlich für meinen Geschmack und sicher auch das, was in diesem Moment meines "Kaffeekonsums" von außen auf mich einwirkt… gerade schmeckt er sehr lecker, mein Kaffee – ganz unnatürlich - heute mal mit Milch.
Hah!
Dennoch - alles ändert sich ... das Leben ist Veränderung… heute mag ich sogar gelegentlich Kartoffelsalat essen, den ich als Kind gehasst habe.
Um noch einmal auf den Verlust des Verstandes zurückzukommen... vielleicht ist gerade der Verlust dessen ein guter Weg, Neues zu erfahren, alte Denk- und Handlungs-Muster abzustreifen, sich einzulassen auf die verschiedensten Gefühle, ihnen unbedacht nachzugeben, frei jeglicher Ängste -
Welche Möglichkeiten eröffnen sich, wenn das Herz über den Verstand siegt.?.
Auch eine Form von Authentizität – deine Beschreibung, eine Art Gleichnis - auf verschiedene Lebensbereiche übertragbar … gefällt mir.
Die Zeilen könnte man locker hintereinander-weg-schreiben, dann wäre es ein Prosawerk und gehörte somit in den Bereich Epik – ist es für mich im Übrigen auch - mehr, als ein Gedicht, da es, mal abgesehen von den Zeilenumbrüchen, keine weiteren lyrischen Merkmale aufweist.
Vielen Dank für deinen Input…
Liebe Grüße
struktur-los