Alles, was mit dem Thema Literatur zu tun hat und in keine der anderen Kategorien passt

was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon rivus » Mi 04 Jul, 2012 23:52


hi lifoianerInnen,
welche eigenschaften sollten gedichte haben, um euch zu gefallen?
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon El Machiko » Fr 03 Aug, 2012 23:06


Weiblich bin ich zwar nicht aber egal.

Hmmm um MIR zu gefallen??

Es muss auf jedenfall keine Grieschische Mhytologie drin vorkommen. Ich mag es wenn es nicht von dieser welt ist und sich über meinem Geistigen Horizont befindet. Oder dreckig mit Nutten, einer einfachen Blanken Faust halt irgendwas was einen Freut.
Welche form ist unerheblich. Hauptsache er ist ein Meister, der Würfel sollte so sein das er vielfältig fallen kann.
Perspektive ist sehr wichtig.
Ich mag auch keine Gedichte die den Menschen das leben erklären ohne das der Leser noch was dazu tun muss. Komischer weise mag ich das jedoch bei rap.
Perfektes einfangen von Emotionen, tolle sprachliche Kunstgriffe, eine interessante struktur oder Konzept und ein Thema das mich persönlich anspricht, sowas reizt mich als leser.
Diese Werbung können sie in einer Sekunde wegklicken:

Apollinaris

Damit das klar ist!
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon BrickLee47 » Mo 11 Aug, 2014 14:51


What shape is irrelevant. The main thing he is a master, the cube should be so that he can fall varied.

perspective is very important.

I also like the poems do not tell people live without the reader still has to do what it. Strangely enough, I like the rap but at.
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon vakuum » Sa 15 Aug, 2015 19:03


Ein gutes Gedicht...sollte pur und echt tradieren, was der Schreiber im Moment des Verfassens denkt bzw. fühlt. Wie bei einem schmackhaften Essen muss es nicht immer "fein" sein, d.h. nicht unbedingt wortgewaltig oder stilistisch aufregend - gerne auch schlicht und unprätentiös, aber die tatsächliche innere Haltung des Autors zum jeweiligen Thema muss sich zeigen, "outen"...und für den Leser spürbar sein. Keine Rollenspiele, keine Verkleidung.
Gesegnet, wer wahrhaft Leidenschaft besitzt, für Mensch und Werk. Das spürt man dann, immer. Es geht nicht um selbstbefriedigende Kakophonie, sondern durchaus um Kommunikation mit der Gruppe all derer, die es ggf. lesen werden. Und Kommunikation hat ein Gegenüber im Blick.
Ein gutes Gedicht ist nicht konstruiert, sondern drängt sich nach außen, wird vielleicht redigiert und überarbeitet, aber ist innerlich fast zur Gänze gewachsen. Ganz besonders erfreut es den geneigten Leser, wenn der Wortschatz stimmig ist und die Rechtschreibung passt. Wenn dies gelingt, well done, wenn nicht...auf ein Neues.
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon Nachfrager » So 16 Aug, 2015 08:04


Hey, rivus

ich bin der Ansicht, ein gutes Gedicht sollte zuerst einmal ehrlich sein, ehrlich in dem Sinne, dass es eine humanistische Weltsicht vertritt, womit nicht heile Welt gemeint ist. Es gibt ja sehr unterschiedliche Arten und Formen von Gedichten, welche man wählt, ist völlig im Grunde egal. Wichtig für jedes Gedicht: Inhalt und Form müssen zusammenpassen, wobei der Inhalt die Form bestimmt. Der Schreiber sollte sein Handwerk beherrschen, also Wissen auch über Fachliches der Lyrik sollte auch vorhanden sein, die Sprache sollte klar sein, auch der gebildete Leser will kein wirres, gequältes Zeugs lesen, bei dem er rätseln muss, worum es dem Schreiber eigentlich ging. Will einer ernsthaft Gedichte schreiben, ist es ratsam, den Mainstream links liegen zu lassen, keine Mätzchen mitzumachen, weil das gerade in ist, sondern einfach auf das Ziel zuzuschreiben. Das alles halte ich für Grundbedingungen für ein gutes Gedicht. Ob aber, selbst wenn diese Voraussetzungen vorhanden sind, ein gutes Gedicht entsteht, bleibt dann immer noch offen, es ist für den Schreiber immer eine Balance zwischen Abgrund und Höhenflug.
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon vakuum » So 16 Aug, 2015 13:18


sehr gut - gegen den Mainstream unterstütze ich (fast) immer. Allerdings ist das mit dem Rätseln so eine Sache - da sind die Grenzen sehr fließend. Was dem einen glasklar, mag dem anderen sehr nebulös erscheinen. Generell ist es natürlich toll, wenn die Intention des Autors klar zum Tragen kommt, aber wie bei modernen Gemälden darf eine gewisse Interpretationsbreite erlaubt sein. Manches Gedicht, mancher Text will einfach "erarbeitet" sein, benötigt mehr Auseinandersetzung als ein einmaliges Lesen. Echt = humanistisch, da wäre ich vorsichtig - nicht jeder der sogenannten "großen" Dichter war Humanist, sondern oftmals echter Chauvinist oder Egomane, was sich für mich nicht unbedingt mit humanistischem Weltbild verträgt - und hat doch gute Literatur geschaffen
Aber ehrlich auf jeden Fall. Und ähnlich wie es Clausewitz für den Kriegsfall bedingt, dass ein Gefecht/Krieg nicht zu gewinnen ist, wenn kein klar definiertes Ziel dahinter steht, so halte ich es beim Schreiben: Der Kern der Sache muss zum Ausdruck gebracht werden können - haben ich keinen "Kern", bleibt es oftmals "gequältes Zeugs" (danke, Nachfrager, sehr treffend)
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon Nachfrager » So 16 Aug, 2015 14:51


Hey, vakuum

ich sehe das so: Wenn dieser humanistische Grundgestus nicht vorhanden ist, ist es ein schlechtes Gedicht. Da können sämtliche poetische Flügel flattern, es ist und bleibt Ausschuss. Die Beherrschung des Handwerks allein macht noch kein Gedicht. Nenn mir doch mal einen Lyriker, der zum Beispiel Chauvinist war und ein gutes Gedicht geschrieben hat.

Was die klare Sprache angeht, hast du mich missverstanden. Ich meine damit keinesfalls platte Lyrik für den Endverbraucher, es gibt durchaus sehr gute Gedichte, die man unbedingt mehrmals lesen muss, um hinter den Sinn zu kommen, was sich dann auch lohnt. Was ich mit klarer Sprache sagen will, ist, dass man alles Nebulöse, Schwammige und hochtönende Phrasen vermeiden muss.

Noch etwas scheint mir sehr wichtig zu sein: das ist auch der politische Standpunkt des Schreibers. Im Moment ist es leider so, dass der Opportunismus und Konformismus gang und gäbe ist. Solche Texte werden die nächsten drei Jahre nicht überdauern, sind aber, bedingt durch den Niedergang alles Geistigen, die Umwidmung von Literatur in gängige Ware, das, was sich "verkaufen" lässt, das heute Übliche. Ich sage mir, ein Lyriker, der von seinen Lesern ernst genommen werden will, wird so etwas nicht schreiben.

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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon vakuum » So 16 Aug, 2015 17:00


Hallo Nachfrager,
ach, da wären wir wieder beim ewigen Dilemma, dass sich über manches einfach nicht "streiten" lässt, weil die Menschen halt unterschiedlich sind, unterschiedlich denken und sich unterschiedlich ausdrücken. Der Begriff des Humanismus ist für mich fast ebenso ausgedehnt und sinnentleert wie der der Liebe...im Prinzip denke ich zu wissen, was Du sagen möchtest (oder interpretiere ich da auch wieder anders?), es erinnert mich an folgendes Sprichwort: "Wo gesungen wird, da lass' Dich nieder - schlechte Menschen haben keine Lieder." So kann ich es für mich auslegen - wer kein Suchender ist, wer nicht nach Wahrheiten fragt, die dem Leben überhaupt erst Sinn geben, der schreibt meist auch nicht, zumindest keine Lyrik.
Wenn ich aber Humanismus im klassischen Sinn verstehe, nämlich das Zusammenbringen von Tugend und Wissen, dann fallen einige Schreiberlinge der Neuzeit für mich jedenfalls raus.
Auf jeden Fall wäre das Stoff und Inhalt für einen mehr als interessanten Abend bei einem guten Glas Wein. Auch etwas, was heute kaum noch stattfindet: Gespräche, die diesen Namen verdienen, wo es nicht nur um oberflächliches Blabla geht (nicht zu verwechseln mit den ewig gleichen Talk-Shows in TV, bei denen die ewig gleichen Diskussionsteilnehmer eben meist genau den politischen Konformismus von sich geben, den wir beide ablehnen) Habe ich zuletzt vor vielen Jahren während meiner Studentenzeit sehr genossen. Fällt heute meist aus, weil die Meisten heute gar kein Interesse an Themen haben, die über Mode, Urlaub, Karriere oder Kindererziehung hinaus gehen. Und glaub mir, unter uns Frauen ist dies noch viel schlimmer - da dreht sich jahrelang fast alles ums Haus, die Familie...zum Auswandern. Also, zum guten Schluss: Ich denke, wir meinen in vielerlei Hinsicht das Gleiche, und dort, wo wir uns unterscheiden, kann ich das gut stehen lassen. Gruss, vakuum
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon Nachfrager » Di 18 Aug, 2015 06:45


Hey vakuum,

ich will ja nicht behaupten, dass Humanisten nicht singen, aber nein, das Singen allein ist es wohl noch nicht. Und von der Liebe hältst du auch nichts? Pech für dich, hast dich wohl in die Falsche verliebt? Schreibst du also auch keine Liebesgedichte?

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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon vakuum » Di 18 Aug, 2015 13:43


Hey Nachfrager,
wohl dem, der lesen kann...
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon rivus » Mo 12 Okt, 2015 07:06


ein gutes gedicht berührt und macht nachdenklich. es muss nicht kunstfertig sein. auch das hand- und wortwerkliche gerät in den hintergrund, wenn der empfänger einen zugang findet und in eine andre welt getragen oder genau in ein inneres oder äußeres mitgenommen wird, das seiner wahrnehmung entspricht oder sie genau dort ergänzt, wo sie nicht hinreicht...
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon Ruelfig » Mo 12 Okt, 2015 22:19


Ein gutes Gedicht
sollte zuerst handwerklich geschickt sein. Kein Kunde hat Gewinn bei der Lieferung eines Möbels, für das der Handwerker die Türen weggelassen hat, weil er der Meinung ist, der Kunde müsse sich von sich aus Zugang verschaffen. Man nennt so etwas gemeinhin einen Holzklotz.
Nun gibt es natürlich keine Definition von handwerklicher Geschicklichkeit, ein Gedicht kann gereimt sein oder nicht, prosaisch oder prophetisch, doch es sollte schon der Definition von Gedicht genügen, sonst könnte es auch alles andere sein. Das ist zwar Diskriminierung, heutzutage verhasst, doch spiel mal einem Bluesfan einen Blues vor, der sich absolut nicht anhört wie ein Blues, dann wirst du hören: Das ist kein Blues!
Und was ein gutes Gedicht ausmacht: selbst wenn ein Gedicht ein Gedicht ist, ist es nicht unbedingt ein gutes Gedicht. Gut macht es erst der Leser. Wenn der von Dichtung keine Ahnung hat, hat er auch davon keine Ahnung.
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon cube » So 18 Okt, 2015 10:23


zu den handwerklichen grundlagen fällt mir ein, in einem nicht mehr ganz druckfrischen buch las ich, dass es nurmehr ein einziges merkmal gebe, das lyrik von prosa unterscheide: die verse im gedicht sind kurzzeilig.
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon findefuchs » Mo 19 Okt, 2015 14:47


Ich würde "gut"weglassen bei der Frage, weil das, was als gut erachtet wird, dem Zeitgeist unterliegt, unseren Werten und Moralvorstellungen, unserem intellektuellen Anspruch, oder Geschmack. Wir haben doch leider schon erlebt, dass gute Kunst als "unwert" verbrannt, verbannt, gebannt wurde. Haben wir nichts gelernt? Kunst ist Kunst - und zwar jeder authentische, kreative Ausdruck eines Individuums - in welcher Form auch immer.


Durch die Jahrhunderte, werten Menschen Texte als Gedichte und generell als gut, wenn sie Emotionen ansprechen, universelle Themen transportieren, gut verdichtet, voller Metapher und dem gängigen Sprachgebrauch entsprechend, flüssig lesbar sind. Man darf nur nicht so weit gehen, dies permanent einklagen zu wollen, denn es sollte die Option gelten, dass auch andere Ansätze als Kunst erachtet werden, die nicht in Kategorien passen. Wenn wir das nicht verinnerlichen, beschneiden wir jegliche Kreativität.



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Als ich des Suchens müde wurde, erlernte ich das Finden.
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Re: was zeichnet ein gutes gedicht aus?

Beitragvon vakuum » Mo 19 Okt, 2015 18:01


hallo findefuchs, tolle gedanken - kann nur zustimmen. habe es selber nicht so ausgedrückt, finde aber deinen kommentar sehr präzise und finde mich darin selbst auch wider.
vor allem das "authentisch" kann ich nur unterstreichen, was so einfach gesagt/geschrieben, aber vielfach gar nicht so leicht realisierbar ist. wir sind alle in unserem leben immer wieder in den unterschiedlichsten rollen aktiv, so dass die authentizität bisweilen regelreicht wieder errungen werden muss. und es ist so wahr, dass der zeitgeist keinerlei qualitätssiegel darstellt.was die menschen bewegt und erreicht (und nichts anderes will doch der poet oder der epiker), so dass anteil genommen wird am geschriebenen, ist über jeden zeitgeist hinweg von berührender eindringlichkeit. lass bitte wieder öfter von dir hören! lg vakuum
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